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Finde den versteckten Alkohol – Teil 1: „Alkoholfreie“ Getränke

von KDL-Blog am

Junge Leute prosten sich mit Saft zu

Wenn Getränke Alkohol enthalten, steht das nicht immer auf dem Etikett. Hier erfährst du, warum das so ist und wo sich überall Alkohol versteckt.

Versteckter Alkohol? Wie kann das sein?

Dass bestimmte Getränke und Lebensmittel Alkohol enthalten, ist keine große Überraschung. Bier, Wein, hochprozentiges wie Rum oder Whiskey: Bei diesen Drinks weiß jede_r, dass Alkohol drinsteckt – und es steht auch auf dem Flaschenetikett.

Es gibt aber auch Getränke, die einen geringen Alkoholanteil haben, der nirgends ausdrücklich erwähnt wird. Das liegt an der europäischen Lebensmittelinformationsverordnung. Dort ist geregelt, dass der Alkoholgehalt von alkoholischen Getränken erst ab 1,2 Volumenprozent (1,2% vol.) angegeben werden muss.


Bei nicht alkoholischen Erfrischungsgetränken (ja, auch die enthalten manchmal Alkohol!) liegt die Grenze bei 2 Gramm Alkohol pro Liter, was ungefähr 0,25% vol. entspricht, bei Fruchtsaft sind es 3 Gramm pro Liter (ca.0,38% vol.).

Hinzu kommt noch, dass alle Getränke (egal ob Bier, Softdrinks oder Säfte), die weniger als 0,5% vol. Alkohol enthalten, als „alkoholfrei“ bezeichnet werden dürfen.

Warum alkoholfreies Bier oft Alkohol enthält

Das bedeutet: Nicht alle Getränke, die „alkoholfrei“ heißen, sind es auch, denn die Höhe des Alkoholgehalts ist entscheidend: Alkoholfreies Bier z.B. enthält weniger als 0,5% vol. Alkohol und darf deswegen rein rechtlich als alkoholfrei bezeichnet werden. Und das ist nur einer von vielen überraschenden und abgefahrenen Fakten rund um Alkohol.

Auch andere „alkoholfreie“ Getränke, in denen normalerweise Alkohol steckt, bleiben unter der Grenze von 0,5% vol. Alkoholfreie Varianten von Sekt, Wein oder Gin haben damit zwar deutlich weniger Alkohol in sich als ihre „Originale“, im Wortsinn alkoholfrei sind sie genau wie alkoholfreies Bier aber nicht.

Von Saft bis Federweißer – das Alkoholgehalt-Roulette

Bei Fruchtsäften liegt die Grenze zur „Alkoholfreiheit“ wie erwähnt niedriger, nämlich bei ca. 0,38% vol. oder – genauer – bei 3 Gramm reinem Alkohol pro Liter bei der Abfüllung des Getränks. Warum ist der letzte Teil so wichtig? Bei Säften kann der Alkoholgehalt steigen, nachdem sie in den Verkauf kommen.

Das liegt daran, dass Fruchtsäfte in der Verpackung oder Flasche zu gären beginnen – ein ganz natürlicher Vorgang, bei dem der Alkoholgehalt ansteigt. Es kann theoretisch also passieren, dass der Alkoholgehalt in einer gekauften Flasche Apfelsaft nach einer Weile auf über 0,38% vol. Alkohol steigt und der Saft damit eigentlich nicht mehr „alkoholfrei“ wäre.


Trotzdem wäre auch dann der Alkoholgehalt so niedrig, dass du 9 oder 10 Liter Saft trinken müsstest, um so viel Alkohol wie in einem halben Liter Bier aufzunehmen. Du kannst also beruhigt ein alkoholfreies Bier oder auch Fruchtsaft trinken, bevor du dich ans Steuer eines Autos oder auf einen E-Scooter schwingst.

Bei einigen alkoholischen Getränken gibt es übrigens denselben Gärungseffekt. Besonders ausgeprägt ist er bei Federweißer: Beim Abfüllen hat Federweißer ca. 4% vol., der Alkoholgehalt kann aber durch die Gärung in der Flasche im Nachhinein auf bis zu 11% vol. steigen – Federweißer ist also ein ziemlich unberechenbares Getränk.

Kennst du weitere „alkoholfreie“ Getränke, in denen doch Alkohol steckt? Lass uns einen Kommentar da oder schreib uns auf Instagram!


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