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Corona-Virus: Wie Alkohol hilft – und wie nicht

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Die Eindämmung des Corona-Virus bzw. der Lungenkrankheit COVID-19 bestimmt gerade unseren Alltag. Maßnahmen wie Social Distancing sind wichtig, damit das gelingen kann. Aber was noch? Vielleicht hast du irgendwo gehört, dass Alkohol gegen das Virus helfen soll. Was ist dran an dieser Aussage?

Alkohol hilft, Trinken schadet

Alkohol desinfiziert – das ist nichts Neues und war bereits im Mittelalter bekannt. Jede*r von uns kennt sicher auch eine Filmszene, in der kurzerhand Whiskey auf eine frische Wunde gekippt wird, um eine Infektion zu verhindern (dazu gleich mehr). Und auch gegen das Corona-Virus kann Alkohol helfen: Am 11.03.2020 sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn auf der Bundespressekonferenz:

(…) Das Virus ist alkoholsensibel. (…)Jens Spahn, Bundesminister für Gesundheit
Das bedeutet: Alkohol kann COVID-19-Viren so beschädigen, dass keine Gefahr mehr von ihnen ausgeht. Allerdings nicht, wenn du ihn trinkst. Das bringt überhaupt nichts und ist sogar eher schädlich, weil Alkoholkonsum dein Immunsystem schwächt. Auch im Fall Corona ist der Griff zur Flasche also kein Problemlöser.

Hochprozentiges? Nicht stark genug!

Alkohol hilft dann gegen Corona, wenn er als Fettlöser in Seife oder Reinigern enthalten ist, so das Bundesinstitut für Risikobewertung BfR (PDF). In diesem Fall kann er die Schutzschicht von Coronaviren zerstören und sie so unschädlich machen. Wenn du dir also mit einer solchen Seife die Hände wäschst, gibst du den Viren keine Chance.

Der Film-Trick mit dem Desinfizieren per Whiskey ist übrigens genau das: Ein Film-Trick. Denn um desinfizieren zu können, müsste der Alkoholgehalt des Getränks mindestens 60 bis 70 % Vol. betragen – so viel steckt in keinem Whiskey. Das heißt auch, dass du dir aus Wodka oder anderen hochprozentigen Getränken kein Desinfektionsmittel machen kannst. Anders lautende Meldungen, die gerade durch Social Media geistern, sind Fake News.

Desinfektionsmittel statt Schnaps & Bier

Trotzdem spielt Alkohol in der Corona-Krise eine wichtige Rolle, denn er wird zur Herstellung von Desinfektionsmitteln benötigt. Und die sind momentan gerade dort knapp, wo sie dringend benötigt werden: In Arztpraxen und Krankenhäusern.Immer mehr Hersteller alkoholischer Getränke von der Brauerei bis zur Destille stellen deshalb aktuell ihre Produktion um. Statt Bier oder Schnaps stellen sie nun reinen Alkohol her. Der geht dann an Firmen, die damit Desinfektionsmittel herstellen.

Warum ist das überhaupt nötig? Ein Grund ist, dass viel mehr Menschen als sonst Desinfektionsmittel kaufen – leider oft auch auf Vorrat. Und das, obwohl regelmäßiges und gründliches Händewaschen in den allermeisten Fällen völlig ausreicht und viel wichtiger ist.

Abwarten Händewaschen & Tee trinken

Desinfektionsmittel gehören in die Kliniken und nicht in die eigenen vier Wände. Wer trotzdem nicht darauf verzichten will, findet bei der Weltgesundheitsorganisation WHO eine Anleitung (PDF, englisch), mit der sich ein solches Mittel herstellen lässt. Aber wie schon gesagt:

Händewaschen reicht für den Hausgebrauch völlig aus.
Lass dich also nicht verrückt machen und kauf kein Desinfektionsmittel, wenn du es nicht unbedingt benötigst. Die Menschen, die in den Krankenhäusern täglich alles geben, um anderen zu helfen, brauchen es dringender. Genau wie ihre Patienten.Was du – im Gegensatz zu Desinfektionsmittel und Alkohol – sicher gut brauchen kannst, sind Tipps gegen Langeweile. Zum Glück haben wir da schon was für dich vorbereitet 🙂Wie gehst du mit der Coronakrise um? Hast du hilfreiche Tipps, die du gern mit anderen teilen möchtest? Lass uns einen Kommentar da oder schreib uns auf Instagram!

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