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Weihnachtsmarkt – Glühweinparadies?

von KDL-Blog am

„Last Christmas“ läuft auf Repeat, Lichterketten blinken bunt, Zähne treffen auf rot glänzende kandierte Äpfel und auf dem Lebkuchenherz steht „Du bist mei Christkindl“. Jetzt läuft die Weihnachtsmarktsaison an und damit auch die Glühweinkessel heiß. Um die 40 Millionen Liter Glühwein trinken die Deutschen im Schnitt pro Jahr, da ist das ein oder andere Schädelbrummen am Tag danach wohl vorprogrammiert. Das beliebte Heißgetränk hat‘s nämlich ganz schön in sich und sollte daher unbedingt mit Vorsicht genossen werden. Was du sonst noch alles über den würzigen Wein wissen solltest, erfährst du hier.

Die Tradition 🍖

Weihnachtsmärkte gehen bis in die Antike zurück. Gefundene Rezepte lassen darauf schließen, dass Glühwein schon damals bekannt war: Wein vermischt mit Pfeffer, Lorbeer und Safran. Beim Weihnachtsmarktbesuch ging es den Menschen aber nicht darum, eine besinnliche Zeit zu verbringen. An erster Stelle stand, sich zu Beginn der Kältesaison mit Fleisch und anderen Vorräten für den Winter einzudecken. Glühwein, wie wir ihn kennen, gibt es seit 1956. Damals hatte ein Händler aus Augsburg eine Mischung aus Wein, Zucker und Gewürzen in Flaschen gefüllt und erstmals unter dem Namen „Glühwein“ verkauft.

Hard Facts zu Glühwein – Wir decken auf ☝️

Um kaum ein anderes alkoholisches Getränk kursieren so viele Mythen und Falschannahmen wie um den Glühwein. Welche stimmen und welche nicht?

 
Nein, genau das Gegenteil ist der Fall. Glühwein müsste sogar eigentlich Kühlwein heißen, denn der kurz verspürte Wärmeschub beim Trinken verklingt gleich danach schon wieder. Der Grund: Der Körper zieht die kurz erzeugte Wärme von seiner Kerntemperatur ab. Die inneren Organe sind somit schnell nicht mehr ausreichend versorgt und es kann im schlimmsten Fall sogar zu einer Unterkühlung kommen. Das ist übrigens auch der Grund, warum Betrunkene besonders schnell erfrieren, wenn sie im Schnee stürzen oder einschlafen.
Glühwein wird in Deutschland traditionell aus Keramikbechern getrunken. An den Ständen werden die Becher kurz ausgespült und ehe man sich versieht, nippt auch schon wieder der Nächste daran. Einige Glühweinfreunde vertrauen zwar darauf, dass der Alkohol und die Wärme potenzielle Erreger am Becherrand abtöten – ob das allerdings wirklich hilft ist fragwürdig und hängt davon ab, wie gut oder schlecht gespült wurde. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, nimmt darum in die Zukunft besser seinen eigenen Becher mit.
Ein Kater ist die Reaktion von deinem Körper auf eine akute Alkoholvergiftung. Besonders schlimm daran: die Kopfschmerzen. Aber ist der Kater nach Glühwein schlimmer als nach „normalem“ Wein? Ein 0,1 Liter-Glas Wein hat 11 Vol.-% Alkoholgehalt. Bei Glühwein kann man sich nicht sicher sein, da bei manchen Rezepten zusätzlich noch stärkere alkoholische Getränke wie zum Beispiel Rum untergemischt werden. Außerdem wird für Glühwein meistens minderwertiger Wein, auch bekannt als „Billigfusel“ verwendet. Durch die Gewürze und den Zucker schmeckt man den Alkohol oft nicht so und ist schnell angeheitert – böser Kater am nächsten Morgen inklusive.
Ja, in Mengen auf jeden Fall! Denn ein einziger Becher Glühwein hat schon um die 250 Kalorien. Trinkt man ihn mit „Schuss“, kommen noch mal ein paar versteckte Dickmacher dazu. Also immer schön im Limit bleiben. Übrigens zum Vergleich: Eine heiße Schokolade mit Sahne hat genauso viel Kalorien. Rein aus Dickmacher-Sicht also Geschmackssache.

Was treibt euch auf den Weihnachtsmarkt? Schreibt uns in die Kommentare.

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