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Alkohol und Kraftsport

von Per am

Die Fitness-Szene wächst und wächst. Fitness-Youtuber zählen zu den einflussreichsten Influencern in den sozialen Medien. Ratgeber und Informationen über Kraftsport verbreiten sich in Windeseile. Immer mehr Content ist zu dem Thema zu finden, und jede*r behauptet etwas anderes. Da findet sich kaum noch jemand zurecht. Eins der Themen, über das Fitness-YouTube und auch ich gerne mal reden, ist: Alkohol! Aber welchen Effekt haben alkoholhaltige Getränke wirklich auf den Trainingserfolg?

Wenn du trainierst und Alkohol trinkst, dann…
  • … kann dein Körper sich nicht mehr so gut vom Training erholen und an Trainingsreize anpassen.
  • … schläfst du zwar besser ein, hast aber Probleme durchzuschlafen. Blöd, denn: Deine Schlafqualität entscheidet, wie schnell deine Muskeln wieder fit sind.
  • … können Muskulatur und Organe schlechter mit Nährstoffen versorgt werden, unter anderem weil Alkohol deinem Körper Wasser entzieht und auch deine Leber den Alkohol verarbeiten muss.
  • … verletzt du dich eher beim Training. Da bringt auch ein guter Trainingsplan wenig, wenn die Muskeln sich nur noch schlecht erholen können.

Wie hält es denn die Fitness-Szene mit dem Alkohol?

Dass alkoholhaltige Getränke keinen sonderlich positiven Einfluss auf den Sport haben, ist allgemein bekannt.

Was in der Fitness-Szene so die geläufigen Herangehensweisen an dieses Thema sind, möchte ich euch hier zusammenfassen. Dafür ist es wichtig, die ganze Fitness-Szene in unterschiedliche Gruppen zu unterteilen. Denn welchen Ansatz Kraftsportler verfolgen, hängt von ihren Trainingszielen ab.

Ich unterteile in:

  • Bodybuilder*innen (ob wettkampforientiert oder nicht): „Ich will stahlharte Muskeln am ganzen Körper.“
  • Kraftdreikämpfer*innen, Gewichtheber*innen und Strongwomen*Strongmen: „Ich will in den für meinen Wettkampf wichtigen Disziplinen stark und gut werden.“
  • Hobby-Kraftsportler*innen: „Ich gehe ab und zu ins Fitnessstudio, will dickere Arme / Schultern / Brust oder einen schöneren Po und flacheren Bauch haben, außerdem fühl ich mich durch den Sport einfach besser.“
  • Gesundheitsorientierte Sportler*innen: „Ich will Schmerzen bekämpfen / Krankheiten vorbeugen / länger gesund bleiben im Alter.“

„Ab und zu bisschen Bizeps ballern“

Insight über mich: Ich bin aus der Hobbysport-Schiene mit einem kurzen Abstecher ins Bodybuilding recht schnell zum Powerlifting (der coolere Begriff für Kraftdreikampf 😄) gekommen und habe auch Wettkampfambitionen. „Ab und zu bisschen Bizeps ballern“ finde ich aber auch geil 😉. Scheint in der Szene eine recht klassische Entwicklung zu sein. Fast jeder fängt an, aus Spaß ins Gym zu gehen. Wettkampfambitionen entwickeln sich oft erst nach einiger Zeit.

Für Bodybuilder*innen zählt das Aussehen

Hat ein*e Bodybuilder*in Wettkampfambitionen, zählt für ihn*sie die Form am Wettkampftag. Dafür muss das Training genau durchdacht und durchgezogen werden. Vor allem die Ernährung muss punktgenau angepasst sein. Da kann eine kleine Verschiebung des Ernährungsplans den Trainingserfolg aus dem Gleichgewicht bringen. Daher achten Bodybuilder*innen pedantisch auf Kalorien, Eiweiß, Fett, Kohlenhydrate und Salz. Auch wenig Schlaf und viel Stress hat einen negativen Einfluss auf die Erfolge. Besonders negativ wirkt Alkohol.

Vor allem in einer Wettkampfvorbereitung verzichten so gut wie alle Bodybuilder*innen komplett auf Alkohol. In der Off-Season gilt für einige trotzdem ein kompletter Verzicht. Denn die negativen Effekte von Alkohol auf den Trainingsfortschritt werden als zu stark angesehen.

Kraftdreikämpfer*innen, Gewichtheber*innen und Strongwomen*Strongmen setzen auf Leistung

Einige Kraftsportler*innen trainieren auf Leistung und nicht auf Optik. Das sind Kraftdreikämpfer*innen, Gewichtheber*innen und Strongwomen*Strongmen. Ihre Diät zielt darauf ab, Körpergewicht zu verlieren und Kraft zu erhalten. Denn nur so können sie beim Wettkampf in der richtigen Gewichtsklasse antreten. In den Tagen direkt vorm Wettkampf verzichten sie daher auch auf Alkohol. Vorher sehen es diese Kraftsportler*innen nicht so eng. Das Gleiche gilt auch für die Off-Season. Ein alkoholisches Getränk ist mit dem Training vereinbar. Übertreiben sollte man aber trotzdem nicht.

Hobbysportler*innen sehen das Thema ein wenig lockerer

An sich gelten für Hobbysportler*innen natürlich die gleichen „Regeln“ wie für Wettkampfathlet*innen. Dennoch herrscht nicht der gleiche Druck wie zum Beispiel bei Bodybuilder*innen. Während gesundheitsorientierte Sportfans Alkoholkonsum eher kritisch sehen, handhaben Kraftsportler*innen, die einfach aus Spaß Gewichte heben, das Thema Alkohol viel lockerer. Trotzdem profitieren auch Amateursportler*innen von ihrem Training, wenn sie beim Feiern im Limit Spaß haben.

Mein Fazit

Wie ihr seht, gibt es in der gesamten Fitness-Szene unterschiedliche Haltungen gegenüber Alkohol. Für alle gilt aber:

  • übermäßigen Alkoholkonsum vermeiden
  • trinken geht, wenn man will, aber nur im risikoarmen Bereich
  • Alkohol kann einen negativen Einfluss auf Trainingserfolge haben

Quelle:

https://www.theguardian.com/lifeandstyle/the-running-blog/2014/apr/23/how-does-alcohol-affect-athletic-performance

https://www.kenn-dein-limit.info/alkohol-und-sport.html

http://www.massey.ac.nz/massey/about-massey/news/article.cfm?mnarticle=sportspeople-warned-alcohol-will-affect-performance-14-01-2009 

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