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Dorf- oder Stadtjugend: Wer feiert die besseren Partys? ?

von KDL-Blog am

Du kannst in deinem Dorf alle Häuser an zwei Händen abzählen, hier sagt der Traktor dem Mähdrescher gute Nacht und Handyempfang gibt es nur aufm Hügel. Gefeiert wird höchstens im Sport- und Schützenverein oder bei den Leuten zu Hause, ansonsten ist nichts los. Währenddessen ziehen die Großstadtkinder ständig durch die Bars, lassen sich im Club von Bässen durchdröhnen, das T-Shirt klebt schweißnass am Körper. Was da dran ist, wer wie feiert, welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede es gibt – dem wollten wir auf die Spur kommen.

Was ist los auf dem Land? ??

Lebt man in einem kleinen Ort, steigt sicher nicht jeden Abend die große Club-Party. Trotzdem gibt es auch im ländlichen Raum genügend Möglichkeiten, um das Feierglück zu finden. Ob das die großen Scheunenfeste sind, zu denen aus allen Nachbarorten die Jugend zusammenkommt, das alljährliche Schützenfest, die Sommerfeier der freiwilligen Feuerwehr oder das große Sportevent: Hier ist richtig was los. Während die Großstadtkids sich unbeholfen zu minimalistischen Technoklängen über den Dancefloor bewegen, reißen die Dorfkids „die Hände zum Himmel. Komm lass uns fröhlich sein.“ (Die Kolibris)

Landjugend ist kreativ 

Großstadtkids unter 18 träumen von langen Clubnächten und warten sehnsüchtig auf die Volljährigkeit. Da hat die Jugend vom Land längst die Partyplanung selbst in die Hand genommen. Kein Club in der Nähe? Dann machen sie ihre eigene Party! Raum organisieren, Deko kaufen, DJ im Freundeskreis finden. So wird jede Party zum Highlight. Die Dorfjugend Butteramt organisierte zum Beispiel zu Silvester 2019 eine große Party und lud das ganze Dorf ein. Auf dem Land feiern Generationen noch öfter zusammen als in der Stadt.

Stadtjugend hat die Wahl ??

Konzerte, Clubs, Kneipen, Bars, Grillen und Chillen im Park – wer in der Stadt lebt, bekommt eine große Auswahl geboten. Der Vorteil: Man kann sich genau aussuchen, wann man wie feiern möchte, während man auf dem Land eher die Gelegenheiten wahrnehmen muss, die sich so bieten. In Großstädten kann man auch unter der Woche feiern gehen und sich quasi 24/7 von den besten Soundsystemen durchdröhnen lassen. Unser Blogger Jack ist in Berlin aufgewachsen und weiß:

„In Berlin ist es immer unkompliziert, feiern zu gehen.“ Jack

Außerdem haben viele Großstadtclubs eine klare Haltung zu Sexismus, Rassismus, Homophobie und anderen Formen von Diskriminierungen – denen wird in der Regel ein Riegel vorgeschoben. Das sorgt dafür, dass das Feiererlebnis für alle schön ist.

Der Heimweg ??‍♀️

Wenn man die Nacht auf dem Scheunenfest verbracht hat, kann der Weg nach Hause eine echte Herausforderung sein. Denn bis ins nächste Dorf ist es weit und steht kein Taxi oder eigenes Auto vor der Scheune, läuft man oder fährt mit dem Fahrrad – das kann ganz schön viel Zeit kosten und auch gefährlich werden.

Egal, ob ihr in der Stadt oder auf dem Dorf abfeiert: Plant den Heimweg vorher. Hat man das ein oder andere Bier getrunken, sollten Fahrrad oder Auto auf jeden Fall stehen bleiben. Entscheidet euch doch vor dem Partybesuch für einen Helden der Nacht, der einen klaren Kopf behält und fährt.

Nachdem unsere Bloggerin Johanna in ihrem kleinen Ort nach Hauspartys immer einen kurzen Heimweg hatte, zog sie zum Studium in die Stadt:

„Dank Öffis ist man in einer Großstadt gut unterwegs. Da landet man nach der Party allerdings schnell in der falschen S-Bahn, wenn der Kopf nicht mehr ganz klar ist – habe ich zumindest gehört.“Johanna

Besucht euch doch mal! 

Richtig Spaß hat man, wenn man mal über den eigenen Tellerrand hinausschaut und sich auf Neues einlässt. Während es der Regionalzug vielen Dorfjugendlichen ermöglicht, auch mal in der nächsten Stadt feiern zu gehen, könnte ein Besuch auf dem Dorffest auch für Großstadtkids eine tolle Erfahrung sein. Da baut man ganz schnell Vorurteile ab und merkt, dass junge Menschen, die feiern wollen, oft ganz schön ähnlich ticken. Und dass auf dem Land oft unverkrampfter gefeiert wird, als in der Stadt.

Abhängen aufm Marktplatz
Im vergangenen Jahr besuchte unser Blogger Jack seine Großeltern in Ostfriesland. Da ein guter Freund von ihm bei seinen Großeltern im Nachbardorf zu Besuch war, entschieden sie, in der nächsten 8.000-Einwohner-Stadt ihr Feierglück zu suchen. Auf dem Marktplatz trafen sie vier Jungs, die dort abhingen und sprachen sie an:

Ich fragte, ob denn irgendwo was los sei. „Ihr seid wohl kein Dörpslüü“ antwortete einer der Jungs – das heißt auf Plattdeutsch „Dorfbewohner“. Und das sollte nicht das letzte Wort sein, das wir an dem Abend lernten. (Jack)

Die Jungs luden die beiden Großstädter auf ein mitgebrachtes Bier ein. Nach und nach füllte sich der Marktplatz mit weiteren Jugendlichen – denn das ist in der kleinen Stadt der abendliche Treffpunkt.

Mehr Gemeinsamkeiten als Unterscheide

Egal, wie ihr feiert, alle wollen letztlich Spaß haben, mit Anderen zusammen sein, tanzen, neue Leute kennenlernen. Und ganz gleich, ob beim Scheunenfest oder vor dem urbanen Club – der Spruch ist der gleiche: „Zeig mal deinen Perso.“ So lange man noch keine 18 ist, muss man sich ohnehin eine Alternative zur großen Party überlegen. In Großstädten kommt man in vielen Clubs sogar erst ab 21 am Türsteher vorbei. Was bleibt?

„Im Sommer feiern wir meistens in einem der vielen Parks und im Winter bei Freunden, deren Eltern nicht zu Hause sind.“Jack

Die große Frage also: Wo trifft man sich zum Feiern, egal ob Stadt oder Land, und ist das überhaupt so entscheidend? Unsere Bloggerin Johanna hat darauf eine klare Antwort:

„Ich habe mit meinen Freunden immer eine gute Zeit, egal ob auf der dörflichen Hausparty oder im Großstadtclub!“Johanna
Was man wann darf, erfährst du hier.

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