Birte

40 TAGE OHNE ALK? MEIN SELBSTVERSUCH!

von Birte am

Eigentlich ist Fasten ja eine urchristliche Tradition vor Ostern – aber ich mache es ehrlich gesagt überhaupt nicht aus religiösen Gründen: Ich möchte mir eher selbst was beweisen.

Dieses Jahr habe ich beschlossen, 40 Tage lang keinen Alkohol zu trinken. Wie gut das funktioniert hat, liest du in meinem Blogpost!

Am Aschermittwoch beginnt nicht nur die Fastenzeit, sondern ich schreibe auch meine letzte Klausur. Und zwar nicht für dieses Semester, sondern für mein ganzes Studium – ziemlich erleichternd!

Abends nach der Klausur bekomme ich direkt eine WhatsApp-Nachricht von meinem Nachbarn, der in der gleichen Situation steckt.

„Soll ich auf ein Glas Wein vorbeikommen?“, fragt er. Ich lade ihn ein – stoße aber mit einer Spezi an … Dass ich schon am ersten Tag der Fastenzeit mit Alkohol in Berührung komme, hätte ich nicht gedacht!

Schon zwei Tage später geht es weiter:
Ich muss noch eine abschließende Präsentation halten. Nach der Prüfung quatsche ich noch kurz mit einer Kommilitonin, als der Rest meiner Gruppe einen Kasten Bier aus dem Auto trägt. „Darauf müssen wir doch anstoßen!“, sagen sie. Ich lehne schon wieder dankend ab.

Als ich meine Freunde am kommenden Wochenende in den Niederlanden besuche, verstehen sie mich nicht: Keiner von ihnen fastet. Dass ich kein Glas Wein zum Essen möchte, akzeptieren sie nach einigem Hin und Her.

Auf Diskussionen habe ich langsam keine Lust mehr. Schon eine Woche später steht ein Krimi-Dinner mit meinen Freunden an. Ich habe mir jetzt eine Strategie überlegt und behaupte einfach, es gehöre zu meiner Rolle, keinen Alkohol zu trinken. Das funktioniert.

Mir war gar nicht klar, dass Alkohol auch in meinem Leben so präsent ist. Deswegen fange ich jetzt an, mich auf solche Situationen vorzubereiten:
Für das gemeinsame Kochen mit Kommilitonen und den Clubbesuch am Wochenende bringe ich mir schon im Voraus meine eigenen Getränke mit. Ich kaufe leckere Schorlen und Softdrinks ein – und achte darauf, dass mein Glas immer voll ist und mir niemand ein Bier in die Hand drücken kann.

Nur einmal werde ich (fast) schwach: Meine Lieblings-DJs sind in der Stadt und ich habe alle meine Freunde zusammengetrommelt, um gemeinsam zu feiern. In meinem Lieblingsclub fehlt zum perfekten Glück nur noch mein liebster Longdrink: Gin Tonic.

Als ich an der Bar stehe, verkneife ich es mir trotzdem und denke an die guten Vorsätze – und spare damit nebenbei zumindest eine ganze Menge Geld. 😉

Eigentlich kann ich gar nicht sagen, dass mir das Alkohol-Fasten allzu schwer gefallen ist.
Solange ich andere leckere Getränke dabei hatte, fehlt mir der Alkohol kaum. Und am Tag nach dem Feiern bin ich höchstens müde, nie aber verkatert.

Durch das Fasten habe ich aber eines bemerkt: Man kommt wirklich ständig mit Alkohol in Berührung. Ausreden zählen da oft nicht. Dann muss man sich durchsetzen, und das ist nicht immer leicht. Ohne meinen Vorsatz wäre ich wahrscheinlich öfter mal eingeknickt. „Ob ich jetzt ein Glas Wein trinke oder nicht“, hätte ich vielleicht gedacht. Jetzt weiß ich, dass es eigentlich reicht, wenn man klar und bestimmt „Nein“ sagt – zur Not mehrfach.

Was auch irgendwie cool ist:
Ich kann von mir behaupten, dass ich den Verzicht geschafft habe. Das Erfolgserlebnis gefällt mir.

In der nächsten Fastenzeit werde ich also auch wieder etwas weglassen. Vielleicht versuche ich, Plastikmüll zu vermeiden – oder ich wage mich doch mal daran, sechs Wochen lang keine Süßigkeiten zu essen … Denn das fällt mir wirklich schwer. 😉

UND DU SO?
Fasten – überholte Tradition oder wieder voll im Trend? Was sagst du? Lass einen Kommentar da!

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