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SEX, DRUGS & ROCK `N` ROLL?

von ProSound am

„Sex, Drugs & Rock `n` Roll“ scheint noch immer das Motto vieler bekannter Bands zu sein, zumindest wenn man ihren Instagram-Accounts glauben möchte. Für viele gehört wohl der Alkohol zum Musikerleben, wie das Fleisch zum Metzger.

Ich singe seit 1 1/2 Jahren in einer Punk-/Rock-Band und bekomme daher die ein oder andere Eskapade hinter den Kulissen mit. Aber eigentlich singe ich schon seitdem ich denken kann – ob öffentlich oder auch nur für mich. 😉

Warum ich selbst auf der Bühne lieber nüchtern bleibe, erzähl‘ ich dir hier!

1. SPOT AN, GEHIRN AUS!

Als Frontmann stehe ich zwangsläufig im Rampenlicht – und das wortwörtlich. Ich gebe zu, das verlangt mir immer noch einiges an Selbstvertrauen und Überwindung ab. Mit den Bandkollegen zur Beruhigung ein paar Bierchen zu zischen, klingt daher erstmal verlockend, kann aber auch ganz schnell ganz peinlich werden. Denn gerade wenn alle Spotlights auf mich gerichtet sind, fällt jeder Fehler auf: Falsche Töne, Texthänger und seltsames Torkeln sind da nur die harmlosesten Ausfälle …

2. KONZERT MIT KATER? BITTE NICHT.

Hin und wieder gehen wir auch auf Tour. Das strapaziert nicht nur die Nerven, sondern auch den Körper:
Schweißtreibende Auftritte, viel zu kurze Nächte, toughe Terminpläne und ungesundes Essen treiben uns immer wieder an unsere Grenzen.
Das Ganze auch noch mit Alkohol zu begießen, ist da alles andere als hilfreich. Denn hämmernde Schlagzeuge und krasse Gitarrensolos ertrage selbst ich mit einem Kater nur halb so gut. 😉 Und auch auf lange Sicht bin ich irgendwann einfach zu fertig, um meine Auftritte über die Bühne zu bringen.

3. GAR NICHT COOL

Ob ich will oder nicht: Sobald ich auf der Bühne stehe, stehe ich erst einmal im Mittelpunkt. Umso wichtiger ist es, dass ich mir meiner Verantwortung bewusst bin und diese Rolle nicht auch noch missbrauche. Ich will nicht so tun, als ob total besoffen auf der Bühne zu sein eine coole Sache wäre – bevor irgendwer es vielleicht nachmacht. Vor allem, wenn ich eigentlich weiß, dass ich gerade dabei bin, meine Performance voll zu vergeigen.

Hardcore konsequent!
Seit Jahrzehnten verzichten übrigens viele Musiker aus der Hardcore-Punk-Szene schon konsequent auf Drogen, Alkohol und ständig wechselnde Geschlechtspartner. Das Ganze nennt sich „Straight-Edge“-Bewegung und wird immer mehr auch in anderen Musik-Genres zum großen Trendthema.

4. DAS BESTE VERGESSEN

Unter Alkohol fällt es schwerer, sich Dinge zu merken. Das kennt wohl jeder, der schon mal nachts völlig betrunken seinen Haustürschlüssel gesucht hat.
Gleichzeitig erinnert man sich aber auch viel schlechter. Ich habe keine Lust darauf, den geilsten Gig meines Lebens zu spielen, und mich im Anschluss an dieses unbeschreibliche Gefühl nicht mehr erinnern zu können. Denn so ein Augenblick kommt vielleicht nie wieder.

5. GAME OVER!

Mich reizt besonders am Musikmachen, dass ich ständig meine eigene Komfortzone verlassen muss. Ich sehe es als kleine Challenge an, immer wieder den Sprung auf die Bühne zu wagen und daran zu wachsen. Alkohol zu trinken, damit die Überwindung leichter fällt, vergleiche ich dann immer mit dem Cheaten bei Videospielen: Das Ziel wird leichter erreicht, doch der Spielspaß bleibt auf der Strecke. Letztendlich betrüge ich mich also selber, wenn ich die Hürden besonders tief durch den Alkohol lege.

     

Eine Performance aber mit allen dazugehörigen Strapazen nüchtern zu stemmen, ist dagegen ein unvergleichbares Erlebnis, von welchem ich hoffentlich noch sehr lange zehren kann. Also sag‘ ich lieber einmal mehr „nein“ und lass meine Bandkollegen zur Not alleine trinken.

Gibt ja heute schließlich auch vegetarische Metzger … 😉

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