Anna

Vom Zug überrollt

von Anna am

Die Erinnerungen fehlen. Sie kommen erst zurück, als Tim am nächsten Morgen im Krankenhaus aufwacht und feststellt, dass er seinen Fuß nicht mehr spürt …Was passiert ist? Das lest selbst!

It’s Party Time!

Als Tim nach einem harten Arbeitstag von Oberhausen nach Duisburg nach Hause radelt, warten schon seine Kumpels auf ihn. Sie sitzen auf einem Bierkasten und prosten ihm mit zwei schäumenden Flaschen zu. Heute geht’s auf eine schon lange geplante Party eines Kommilitonen – die perfekte Belohnung nach all der Schufterei!

„Die Party ist eskaliert – aber im positiven Sinn“, meint Tim in Nachhinein. Auf der privaten Feier in einem kleinen Duisburger Vorort fließt der Alkohol in Strömen, die Stimmung ist euphorisch und zusammen machen sie die Nacht zum Tag. Irgendwann verschwinden die ersten Gäste, auch die Jungs, mit denen Tim zur Party gefahren war. „Vier Uhr morgens ist es passiert, also habe ich wohl so gegen drei die Party verlassen“, versucht Tim die Nacht zu rekonstruieren. 

Unter den Gleisen

Er hat so viel getrunken, dass er sich nicht mehr an viele Details erinnern kann. Er muss wohl mit ein paar Feiernden zur Straßenbahnhaltestelle gegangen sein. Die Anderen steigen in Richtung Düsseldorf ein, Tim muss in den Duisburger Norden. Doch statt in der Bahn zu hocken, findet man ihn später unter ihr wieder – eingequetscht zwischen Schienen und Wagen.

„Sie hatten einen Unfall, aber es geht Ihnen den Umständen entsprechend gut …“Krankenschwester

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Da fehlt ein Stück …

Es gibt keine Videoaufnahmen oder Zeugenberichte vom Unfall – wie und warum er auf den Schienen lag, kann Tim sich nicht erklären. Erst im Krankenhaus kommen die Erinnerungen zurück. Die Beine schmerzen und sind verbunden. „Sie hatten einen Unfall, aber es geht Ihnen den Umständen entsprechend gut …“, verkündet eine Krankenschwester, die zusammen mit dem Arzt das Zimmer betritt. „Gut“ ist aber scheinbar ein sehr relativer Begriff …

Einer von Tims Füßen muss zur Hälfte amputiert werden. Er kann zunächst weder laufen noch die Uni besuchen, da er vom Schock und den Medikamenten „völlig durch den Wind“ ist, wie er sagt. Klar, Alkohol kann er verständlicherweise erstmal nicht mehr sehen.

Mit Humor geht alles besser

Als Tim mir seine Geschichte erzählt, läuft es mir kalt den Rücken herunter. So unvorstellbar ist der Gedanke, dass ein harmloser Abend plötzlich so katastrophal enden kann. Und trotzdem: Er lacht schon wieder und scherzt: „Stell dir vor, im Krankenhaus haben sie mir sogar meine Festivalbändchen abgenommen!“ Humor muss man eben haben.

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Und heute?

„Ich trinke hin und wieder“, erzählt Tim, „aber bewusst.“ Zwischen den alkoholischen Getränken trinkt er jetzt immer wieder ein Glas Wasser. „Ich hab meine Lektion gelernt“, schwört Tim. „Manchmal ist es schön, auch mal die Kontrolle abzugeben und ausgelassen zu sein. Aber nach dieser Erfahrung, nicht und nie wieder mit Alkohol!“

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