Tats

O’zapft war’s! Die Wiesn, der Alkohol & Ich

von Tats am

18 Tage lang dort arbeiten, wo sich 6,2 Millionen Menschen zwischen Tradition und Vollrausch tummeln. Die einen genießen die bayerische Volksmusik, während andere sich selbst zum Abschuss freigeben.  Wovon ich spreche? Genau, vom Münchner Oktoberfest.

Brezenläuferin?

Auch dieses Jahr habe ich mich dazu entschlossen, das größte Volksfest der Welt von der anderen Seite zu erleben: Nämlich zu arbeiten statt zu feiern. Während ich um neun im Zelt eine Schicht als Brezenläuferin antrete, die Wiesn-Version einer Kellnerin, trinken die meisten Besucher schon ihre erste Mass. Und gleich darauf die zweite, dritte, vierte… bis einige sich irgendwann schwankend vom Acker machen oder die Security sie aufweckt und hinaus „bittet“. Wobei die meisten sich leider öfter bitten lassen.

Kampf mit dem Geldbeutel

Klar, nicht jeder Besucher vergisst sich selbst und manchmal auch seinen eigenen Namen. Der Großteil hat Spaß und feiert einfach das unbeschreibliche Wiesn-Gefühl, das auch ich so liebe.

Aber einige Gäste fallen dann eben doch aus der Reihe. Wortwörtlich. Nicht selten sind es völlig Betrunkene, die vor mir stehen und damit kämpfen, Geld aus ihrem Geldbeutel zu holen. Und für einige kommt etwas feste Nahrung einfach zu spät: Sie übergeben sich. Am Tisch, auf dem Gang, auf der Toilette, beim Laufen –  einfach überall.

Vollrausch mit Ansage

Dabei planen einige sogar im Vorfeld, sich so richtig die Kante zu geben. Wieder andere werden von der Stärke des Alkohols einfach überrollt. Gerade wenn man lange am Biertisch hockt, unterschätzt man die Wucht des Gerstensafts: Man trinkt und trinkt, spürt den Alkohol erstmal nicht – und irgendwann muss man dann doch aufs Klo und wundert sich, warum sich alles dreht.

Freche Komplimente

Logisch, dass man den steigenden Alkoholpegel auch im Zelt mitkriegt: Die Stimmung wird ausgelassener und die Menschenmenge lauter. Einige Besucher werden leider auch hemmungsloser, frecher. Gerade im Kontakt mit männlichen Gästen merke ich  schnell: Der hat schon ordentlich was intus. Komplimente werden offensiver, Sprüche immer härter und dann fängt man sich auch mal eine Beleidigung ein, wenn man auf etwas nicht eingehen möchte. Einfach nur, weil sie betrunken sind und kein Blatt mehr vor den Mund nehmen.

Was mich immer wieder überrascht: Nicht nur die Besucher, auch das Personal trinkt kräftig mit. Die Einen, um ihre Nerven zu beruhigen, die Anderen, um sich die Party nicht entgehen zu lassen. Hier und da wird man auch von den Gästen eingeladen, einen Schluck oder gleich ein ganzes Bier mit Ihnen zu trinken.

 

Besoffen hoch zwei

Wer denkt, nach Wiesn-Schluss um 23 Uhr wäre auch Schluss mit dem Trinken, der irrt: Auf viele der eh schon Betrunkenen wartet dann oftmals schon das nächste Getränk in einem der vielen „After-Wiesn“-Clubs.

Mass Bier nur in Maßen, bitte

Für mich ist das Oktoberfest jedes Jahr eine Motivation, auf mich und meinen Alkoholkonsum bewusst zu achten. Viel zu oft sehe ich, wie Besucher mit den Folgen von Alkohol einfach nicht umgehen können. Für mich ist es irgendwie auch normal, im Arbeitsalltag nicht zu trinken und nüchtern zu sein. So bemerke ich leider vieles, was anderen Besuchern erspart bleibt: Blutige Masskrug-Schlägereien, Alkoholleichen und Emotionsausbrüche der anderen Art.

Deswegen: Wenn Oktoberfest, dann die Mass Bier nur in Maßen. Wie bei jeder anderen Party übrigens auch.

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