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Zusammen trinken wir weniger allein

von KDL-Blog am

In der Gruppe Alkohol trinken

Unser soziales Umfeld beeinflusst uns positiv wie negativ – auch beim Alkoholtrinken.

Vieles, das Spaß macht, funktioniert am besten mit anderen zusammen: Ausgehen, Sport treiben oder verreisen zum Beispiel. Die Menschen, mit denen wir Zeit verbringen, beeinflussen und prägen uns. Das gilt oft auch für die Frage ob wir Alkohol trinken und wenn ja wie viel. Der Freundeskreis bestimmt auch mit, wie jung oder alt wir sind, wenn wir das erste Mal trinken. In Deutschland machen die 12- bis 25-jährigen mit durchschnittlich 14,9 Jahren zum ersten Mal Bekanntschaft mit Alkohol*.

Rollenverhalten: Wer trinkt mehr?

Im Alter zwischen 12 und 25 trinken die jungen Männer tatsächlich deutlich regelmäßiger als die jungen Frauen – 2016 lag der Unterschied bei den 12-17 Jährigen bei 9,6 Prozent, bei den 18-25 Jährigen bei 20,6 Prozent. Auch das Trinken in riskanten Mengen ist bei den Jungen weiter verbreitet als bei den Mädchen, allerdings nur bei den 18-25 Jährigen um 3,7 Prozent. Mädchen also seltener, aber wenn, dann nicht unbedingt so viel weniger. Generell ist der Alkoholkonsum bei Jugendlichen übrigens seit Jahren rückläufig*.

11 Freunde sollt ihr sein…und Alkohol trinken?

„Vereinssport ist gut, der hält von der Straße fern“ – Sportvereinen haftet oft der Ruf an, „gut“ für Jugendliche zu sein: Dort kann man sich einen Freundeskreis aufbauen, man hat ein gemeinsames Ziel, trainiert und „hängt nicht rum“. Sicher es gut ist, einen Sport zu haben, der Spaß macht und verbindet. Allerdings gibt es auch Studien, die belegen, dass Jugendliche in Sportvereinen vermehrt Alkohol trinken – vor allem Jungen bei Mannschaftssportarten wie Fußball oder Handball. Zum einen weil es viele Gelegenheiten gibt, in geselliger Runde Alkohol zu trinken, zum Beispiel bei Siegesfeiern. Zum anderen sind der Gruppenzwang und das Bedürfnis, sich dem vermeintlich männlichen Trinkverhalten anzupassen, besonders groß**.

Alkohol im Sportverein

Familie prägt mehr als bisher angenommen

Zum sozialen Umfeld gehört natürlich auch die Familie. Dort sind unsere ersten Vorbilder, die uns prägen und von denen wir vieles übernehmen – manchmal vielleicht mehr, als uns lieb ist. Eine Studie zeigt: Trinken die Eltern mindestens einmal pro Woche Alkohol, berauschen sich die Kinder häufiger. Als Erwachsene sind die Kinder dieser Eltern fast doppelt so anfällig für einen riskanten Alkoholkonsum, als wenn die Eltern nicht trinken. Besonders vorbelastet durch das negative Vorbild sind Kinder, deren Eltern selbst Alkohol in riskanten Mengen trinken – laut der Studie*** waren das knapp ein Drittel der befragten Eltern.

Das Umfeld funktioniert in beide Richtungen

Es gibt den Gruppenzwang, der dazu führt, dass man mehr trinkt. Aber das klappt auch anders herum: Freunde, die wenig trinken oder sich trauen, Alkoholkonsum auch einmal kritisch zu hinterfragen, können positiven Druck ausüben. Eltern, die dauernd nur daran erinnern, dass man „es nicht übertreiben“ soll und selbst die Grenzen nicht kennen, werden vermutlich wenig ernst genommen. Wenn sie aber vorleben, dass man Alkohol in Maßen genießen kann, fällt es leichter zu akzeptieren, was sie sich von ihren Kindern wünschen. Manchmal hilft auch ein offenes Gespräch: „Wie war das bei euch früher – welche Rolle hat Alkohol bei euch gespielt? Wie viel habt ihr getrunken? Wie seht ihr das heute?“

 

Wie ist das bei euch? Von wem seid ihr beeinflusst, wann fühlt ihr euch unter Druck, positiv oder negativ? Schreibt es in die Kommentare!

 

 Quellen:

* Orth, B. (2017). Der Alkoholkonsum Jugendlicher und junger Erwachsener in Deutschland.Ergebnisse des Alkoholsurveys 2016 und Trends. BZgA-Forschungsbericht. Köln: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.

** https://www2.hu-berlin.de/trainerplus/?id=40

*** http://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/alkohol-trinken-die-eltern-trinken-die-kinder-a-1134878.html

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