Carl

Falsche Freunde – und schmerzhafter Nagellack

von Carl am

Alkohol soll den Abend mit Freunden oft lustiger machen. Aber dieser Abend endete ganz und gar nicht lustig. Falsche Freunde, einige Schnäpse zu viel – und höllische Schmerzen. Fast hätte ich angefangen, mir meine Haut blutig zu kratzen. Warum? Das lest selbst …

Ouzo – ein Teufelszeug

Ich gehe gern auf Partys. Leute treffen, Musik hören, tanzen – und ja, auch Alkohol gehört ab und an dazu. Das gleiche dachte ich mir auch an diesem Abend. Mein Kumpel Nikolas hat meine Clique und ein paar andere Freunde, die mir schnell unsympathisch wurden, zu sich nach Hause eingeladen.

Ich war damals noch relativ unerfahren mit Alkohol. Vielleicht war ich naiv, vielleicht wollte ich einfach nur dazu gehören. Gruppenzwang, auch wenn das immer schnell nach Ausrede klingt. Ich ließ mich von den älteren, mitgebrachten Freunden mit Ouzo ‚abfüllen‘, ein wahres Teufelszeug.

Nach kurzer Zeit war ich richtig betrunken, das ging schneller als gedacht. Der Abend raste an mir vorbei und die erste Flasche Ouzo leerte sich. Um 11 Uhr war mir bereits ziemlich schlecht, allerdings war ich zu blöd und eingenommen von den supercoolen, neuen “Freunden”, um den Alkohol aus der Hand zu legen.

Handy weg – und das Gedächtnis auch

Im Park nebenan ging ich Luft schnappen, was sich erst einmal nach einer vernünftigen Idee anhörte. Bis ich am nächsten Morgen bemerkte, dass mein Handy dabei irgendwo im Busch verschwunden war. Blöd auch, dass es in dieser Nacht auch noch regnete …

Zurück im Haus, übergab ich mich auf der Toilette. Glücklicherweise hatte meine Freundin Lili ein Auge auf mich geworfen, wie sie mir am nächsten Morgen erzählte. Selbst weiß ich fast nichts mehr von der Party – Stichwort Filmriss. An die meisten Peinlichkeiten kann ich mich einfach nicht mehr erinnern.

 

Make-Up der besonderen Art         

Ich muss wohl sehr froh gewesen sein, endlich im Bett meines Freundes zu liegen. Doch auch hier gab es einen Haken. Ein paar von den älteren Typen, deren Humor auf Kindergarten-Niveau stehen geblieben ist, haben mich mit Nagellack im Gesicht bemalt. Hört sich vielleicht erstmal ganz lustig an, am nächsten Morgen war das aber alles andere als witzig.

Da stand ich also, komplett verkatert und immer noch betrunken vor dem Spiegel. In Panik versuchte ich, ohne viel nachzudenken, die eingetrocknete Farbe aus dem Gesicht zu bekommen. Bei so einem Lack ist das nicht leicht und als letztes Mittel sah ich meine Fingernägel, wozu ich nur zwei Dinge  sagen kann:

  1. Nagellack geht auch durch Kratzen und Schaben kaum von den Wangen ab.
  2. Es tut verdammt weh.

Zwar war ich irgendwann wieder einigermaßen sauber, doch als ich zu allem Überfluss auch noch einen Klassenkameraden in der Bahn traf, der sich über mein zerkratztes Gesicht und mein komisches Verhalten wunderte, wusste ich genau: Das war echt nicht cool und wird mir nie wieder passieren.

Erst denken, dann handeln

Auch wenn ich das (nasse) Handy am nächsten Tag halbwegs funktionstüchtig aus dem Busch fischen konnte, kann ich nicht besonders stolz auf mich sein. Die peinlichen Momente, an die ich mich noch dunkel erinnern kann, reichen aus, um auf den nächsten Partys auch einmal Nein zu den nächsten Drinks zu sagen. Mal ganz abgesehen von allem, an das ich mich nicht mehr erinnern kann …

Ich möchte nie wieder so die Kontrolle verlieren wie in dieser Nacht. Und richtige Freunde würden mir helfen, anstatt die Situation für ihren Spaß auszunutzen – das weiß ich jetzt. In Kombination mit dem Filmriss war das die schlimmste Erfahrung mit Alkohol, die ich je hatte.

 

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