Alex

Surfen im Suff – was für eine Schnapsidee

von Alex am

Der Eisbach in München

Vier Grad: So frostig kalt war der Münchner Eisbach im Winter 2015. Viele von euch haben vielleicht schon von den Stromschnellen im Englischen Garten gehört und sicher auch das ein oder andere Foto von Wagemutigen gesehen, die im Winter auf der „stehenden Welle“ surfen. Natürlich mit dickem Neoprenanzug, Handschuhen und Haube ausgestattet – schließlich sind sie nicht lebensmüde. Blöd nur, dass ich es war, als ich mich damals betrunken in die Fluten stürzte…

Hier seht ihr mich beim Surfen, zum Glück von Kopf bis Fuß in Neopren gepackt 😉 

Ich, einfach unverbesserlich

Wir hatten am Abend vor meiner „Schnapsidee“ eine feuchtfröhliche Weihnachtsfeier veranstaltet. Als wir im Morgengrauen schon wieder auf dem Heimweg waren, kam mir der grandiose Einfall, spontan noch einmal surfen gehen zu wollen. Jetzt wo es doch schon wieder hell war. Wir torkelten an meiner Wohnung vorbei und ich schnappte mir mein Surfbrett – den Neoprenanzug ließ ich hängen. Mir war ja schließlich in dem Moment auch krass heiß. Zumindest fühlte es sich im Suff so an…

Brennende Kälte

Während auf dem Weg zum Eisbach alle noch begeistert waren, äußerte mein bester Freund langsam Bedenken, je näher wir der Welle kamen. „Hey, du musst das nicht unbedingt machen“, sagte er mir. Aber für Denken war mein Hirn leider nicht mehr zu haben.
Am Bach tauchte ich mit den Beinen ins Wasser. Es brannte an meinen Waden, so kalt war es. Mein vollkommen übermüdetes Ich ließ sich aber nicht davon abhalten. Ich sprang auf das Brett und vermied es, das stechend kalte Wasser zu berühren.

Das große Brechen

Meine Knie wurden schnell immer wackliger, ich hatte nicht mehr geblickt, dass ich zwangsläufig wieder ins Wasser müsste, um von der Welle zu kommen. Direkt am Bach war eine vergitterte Betonmauer, an der ich mich verkrampft festklammerte, damit ich nicht in die Kälte stürzte. Die starke Strömung zog das Brett unter meinen Füßen immer wieder weg. Und die Verbindungsleine, die das Board bei mir halten sollte, zerrte aggressiv an meinem Bein. Nach langer Klettereinlage, bei der ich meine Ausrüstung komplett zerstörte, brach ich am Rande des Bachs zusammen. Und leider musste ich auch noch vor mir auf den Boden brechen…Mir ging es echt dreckig. Meine Freunde hüllten mich in ihre Jacken und brachten mich ins Bett.

Ein Ende mit Schrecken

Das Nachspiel konnte sich sehen lassen: Handschuhe und Schuhe kaputt, das Surfbrett zerschrammt und ich war zwei Wochen sterbenskrank. Vom Kater nach dem Aufwachen ganz zu schweigen. Ich habe bei der dummen Aktion nicht nur Knochenbrüche in Kauf genommen, sondern hätte im Kälteschock sogar ertrinken können. Zum Glück waren meine Freunde da – wer weiß, was sonst gewesen wäre…

Mut ist nicht gleich Übermut

Ich habe also drei Sachen gelernt:

  1. Es lohnt sich, auf seine Freunde zu hören. Im Zweifel haben sie Recht und wollen mich schützen. Wenn sie hartnäckig versuchen, mir Unsinn auszureden, ist das Gold wert.
  2. Sport macht man nüchtern. Dem Körper unter Alkohol Höchstleistungen abzuverlangen ist einfach nur dumm.
  3. Mutproben – die haben nur dann etwas mit Mut zu tun, wenn man sie ablehnt.

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