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Religion und Alkohol – ein klares Nein?

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Religiosität verbinden wir oft mit Verzicht, Nüchternheit, Mäßigung – da hat Alkohol keinen Platz. Oder doch? Tatsache ist, dass die Religionen unterschiedlich zum Thema Alkohol stehen. Während manche den Alkohol komplett verbieten, haben alkoholische Getränke in anderen Glaubensrichtungen einen festen Platz in feierlichen Zeremonien und Riten. Aber ein Freifahrschein zum Trinken ist das noch lange nicht.

Wer darf was – Beispiele aus den großen Weltreligionen

Weithin bekannt ist, dass der Islam alle Rauschmittel, also auch Alkohol, streng verbietet – Zigaretten hingegen sind umstritten. Manche Muslime rauchen, andere lehnen dies ab, weil die Menschen nach dem Koran sorgsam mit ihrer Gesundheit umgehen sollen. Letztlich kommt es auch im Islam auf die Überzeugung jedes Einzelnen an. Und was nicht so bekannt sein dürfte: Es gibt eine Auslegung des Korans, nach der Alkohol nur in Verbindung mit dem Glücksspiel verboten sein soll. Und: Im Koran wird gesagt, dass im Paradies Flüsse von Milch, Honig und Wein fließen.

Im Christentum geht es gar nicht ganz ohne: Das christliche Abendmahl besteht aus Brot und Wein. Der Schluck Wein gehört also gerade bei Geistlichen zur Zeremonie dazu. Allerdings ist Alkohol für Protestanten und Katholiken nur in Maßen erlaubt. Christen sollen laut Bibel ihre Körper von nichts beherrschen lassen und Trunkenheit meiden.

Für manche Hindus gehört ein Rausch zur Religion dazu, auch durch Cannabis – andere hingegen verzichten auf alles, was berauschend wirkt und glauben, nur ein abstinentes Leben sei verdienstvoll. Es lässt sich im Hinduismus keine generelle Regel ableiten, außer für Hindu-Priester: Für sie ist Alkohol  immer tabu.

Im Buddhismus gibt es eine Drogenwarnung, aber kein Rauschmittelverbot. Wenn, dann soll freiwillig und ganz bewusst auf Rauschmittel verzichtet werden. Die von Buddha ausgegebenen fünf Tugenden enthalten den Verzicht auf Rauschmittel. Die Gläubigen entscheiden selbst, auf welche Bewusstseinsstufe sie gelangen und inwieweit sie sich an die Tugenden halten möchten.

Für Juden hat Alkohol ähnlich wie für Christen rituellen Charakter und einen festen Platz in der jüdischen Religion. Zu jedem Sabbat und anderen Festtagen und Ritualen gehört zum Beispiel Wein ausdrücklich dazu – allerdings muss er koscher sein, also die Trauben unter Aufsicht geerntet und verarbeitet werden. Als koscher gilt auch Cannabis. Gleichzeitig soll der Körper aber mit Respekt behandelt werden, Gläubige sollen sich aufs Gebet konzentrieren können. Deswegen trinken Juden oft wenig oder gar keinen Alkohol und beschränken ihren Alkoholkonsum auf die religiösen Festtage.

FAZIT
Auch, wenn Alkohol nicht in jeder Religion verboten ist, lässt sich eine klare Tendenz hin zu einem maßvollen Umgang mit Alkohol (und anderen Rauschmitteln) erkennen. Das Limit kennen steht nahezu immer im Mittelpunkt – finden wir gut. 🙂

Was für Erfahrungen habt ihr gemacht? Wie wird Alkoholkonsum unter Gläubigen im Alltag gehandhabt? Hinterlasst euren Kommentar und berichtet uns!

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