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Kommt sicher durch die Nacht

von KDL-Blog am| 1 Kommentar

Sicher durch die Nacht

Dass jemand aus dem Club mit einer Alkoholvergiftung oder wegen anderer Drogen ins Krankenhaus abtransportiert wird, kommt nicht alle Tage vor. Traurig genug aber, wenn es doch passiert – und wenn sich auch erstmal niemand um die betroffene Person gekümmert hat. Vielleicht wart ihr selbst schon in einer Situation, in der ihr nicht wusstet, wie ihr euch anderen gegenüber verhalten sollt oder in der ihr selbst Probleme hattet? Wir haben fünf Beispiele herausgegriffen – und ein paar Tipps auf Lager:

1. „Komm, ich fahr dich nach Hause.“

Klingt fast schon abgedroschen, ist aber ein Klassiker: Du weißt nicht, wie du nach Hause kommen sollst. Jemand bietet an, dich zu fahren, ist aber nicht mehr nüchtern.

Am besten ist natürlich, vorher die Sache mit der Heimfahrt zu klären, zum Beispiel Fahrer auszusuchen, die nüchtern bleiben. Manchmal läuft es aber eben nicht nach Plan. Bei jemandem einzusteigen, der nicht mehr fahren darf, ist allerdings die absolut schlechteste Idee. Gönn‘ dir lieber den Luxus eines Taxis, wenn es hart auf hart kommt. Vielleicht findet sich ja jemand, der in dieselbe Richtung muss und ihr teilt die Kosten? Übrigens: In manchen Städten und Gemeinden, zum Beispiel in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern, gibt es für Jugendliche verbilligte nächtliche Taxifahrten.

2. „Da liegt einer, keine Ahnung, was der hat.“

Jemand liegt reglos in einer Ecke, hat sich vielleicht schon übergeben. Du weißt nicht, ob und wie du dich der Person nähern sollst.

Die Übergänge zwischen angeheitert, heillos betrunken und Lebensbedrohung sind manchmal nicht leicht zu erkennen. Wenn du jemanden siehst, dem es nicht gut geht, sprich ihn an und versuche, eine Reaktion zu bekommen. Mache andere auf das Problem aufmerksam, du musst das nicht alleine durchstehen. Reagiert die Person kaum, oder ist sie bereits bewusstlos, holt einen Krankenwagen. Grundsätzlich solltet ihr die Gefahr nie unterschätzen: Eine schwere Alkoholvergiftung kann zum Tod durch Atemstillstand oder Kreislaufversagen führen. Im Zweifel heißt es deshalb: Lieber einmal zu häufig den Krankenwagen rufen als einmal zu selten. Die Krankenkasse übernimmt in den allermeisten Fällen die Kosten.

3. „Ich muss heute meine Probleme ertränken.“

Du selbst oder jemand aus deinem Freundeskreis hat Sorgen, die für eine Weile vergessen sein sollen. Also her mit dem Alkohol…?

Selbst, wenn zunächst die Stimmung besser scheint: Alkohol bringt euch der Lösung der Probleme keinen Schritt näher. Sprecht lieber miteinander, versucht, euch gegenseitig beizustehen. Lasst  beim besten Freund oder der besten Freundin mal alles raus. Denn an den Ursachen der Probleme ändert Alkohol nichts, er macht sie eher größer: Bei Liebeskummer betrunken beim Ex anrufen oder eine Schlägerei anfangen, weil man wegen der verhauenen Prüfung so wütend war? Macht nur zusätzliche Probleme.

4. „So betrunken war ich noch nie.“

Es ist passiert: Du hast deutlich mehr getrunken, als du wolltest und solltest. Du merkst, du schaffst es nicht allein nach Hause.

Wenn du so über dein Limit gegangen bist, solltest du nicht alleine sein. Sprich einen Freund oder eine Freundin an und sag, dass es dir nicht gut geht. Sind keine Freunde in Reichweite und alles dreht sich schon, versuch dich trotzdem jemandem mitzuteilen. „Mir geht’s nicht gut, kannst du mir helfen“ reicht oft, um auf sich aufmerksam zu machen und zumindest jemanden zu haben, der ein Taxi nach Hause bestellt – oder auch die Eltern anruft.

5. „Mit dem / der? Ach, was soll‘s.“

Da ist der/die Ex auf der Party – lange nicht gesehen. Ihr flirtet, habt beide schon Alkohol getrunken, einer von euch wird deutlicher. Und es kommt, wie es nicht kommen sollte.

Alkohol senkt die Hemmungen, flirten wird leichter, man wird redseliger und traut sich mehr. Manchmal fühlt man sich als Zielperson dadurch gestört und bedrängt, manchmal lässt man sich auch scheinbar bereitwillig auf Dinge ein, die man nüchtern nie machen würde. Das kann hinterher peinlich, unangenehm und auch gefährlich werden. Am besten ist natürlich, ihr bleibt im Limit und behaltet von vorn herein die Kontrolle. Wenn das nicht ganz geklappt hat und ihr merkt, dass es brenzlig wird, zieht die Reißleine: Sprecht laut aus, was ihr eigentlich nicht wollt. So könnt ihr euch selbst klarmachen, was da gerade geschieht und auch die Aufmerksamkeit anderer erregen. Oft lässt sich so doch noch aus der Situation ausbrechen.  

 

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Ein Kommentar zu: ““Kommt sicher durch die Nacht”

  1. Avatar

    Jana

    Meiner Meinung nach ist eine Zielgruppe für zu viel Alkoholkonsum die Altersgruppe von 20 bis 25 Jahren. Bei exzessivem oder unkontrollierter Alkoholkonsum wird häufig an die Menschen im Jugendalter gedacht, da diese sich noch ausprobieren und ihre Limits noch austesten. Meiner Erfahrung nach ist es jedoch bei den Ü20 jährigen oftmals ebenso riskant. Da diese einerseits durch ihre Erfahrungen das Gefühl haben ihre Grenzen zu kennen und sich dadurch andererseits oftmals verschätzen, beispielsweise gerade was das Autofahren mit „ein bisschen“ Alkohol angeht. Oftmals sind die Zugänge zu dieser Altersgruppe noch schwerer, da die Personen sich selbst sicher sind alles im Griff zu haben, „Wir sind ja keine Teenager mehr“.

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