KDL-Blog

PRÖSTERCHEN UND HOCH DIE TASSEN!

von KDL-Blog am

Anstoßen mit Freunden

Wir trinken auf Erfolge oder um Misserfolge zu verkraften, auf erfreuliche Ereignisse und bei traurigen Erlebnissen. Wir prosten uns zu, heben das Glas auf alle möglichen Anlässe, auf Personen, auf die Gesundheit – es findet sich immer was. Wir sehen Werbung zu Alkohol, kennen lustige Sprüche zum Thema Trinken, das angeblich beste Mittel gegen Kater und sind stolz darauf, viel zu vertragen. Denn „Einer ist keiner!“ und „Wein auf Bier, das rat‘ ich dir“. Seit Generationen kursieren diese Sprüche und Halbwahrheiten und halten sich hartnäckig.

Alkohol ist keine Droge…?!

Laut Betäubungsmittelgesetz gehört Alkohol nicht zu den Drogen. Dann ist Alkohol…was? Ein „edler Tropfen“, ein Genussmittel? Und das ist so, weil Bier eben besser schmeckt als Apfelschorle? Kann einem so vorkommen. Vielleicht hat man es sich aber nur mit der Zeit „schön getrunken“. Denn wem hat Alkohol denn beim allerersten Probieren geschmeckt? Genau. In Wirklichkeit ist es eher das Belohnungszentrum im Gehirn, das nach einem Bier ruft, nachdem es dessen Wirkung kennengelernt hat. Die Geschmacksnerven wären auch mit einer Apfelschorle, einer Cola oder einem frischen O-Saft zufrieden gewesen.

Dann ist Alkohol ein reines Rauschmittel? Ganz so einfach ist es wiederum auch nicht, denn die Geschmacksknospen können sich auch an bestimmte Substanzen und Geschmäcker gewöhnen. Außerdem schmeckt man den Alkohol aus manchen Getränken auch gar nicht mehr so sehr heraus, bei Longdrinks oder Cocktails zum Beispiel.

Alkohol ist ein Zellgift

Was Alkohol auf jeden Fall ist, ist ein Gift – ein Zellgift, das fast alle Körperzellen und Organe schädigen kann. Auf Dauer kann Alkohol zu einer Verringerung der körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit führen. Trotzdem wird Trinken gerne verniedlicht: „Ein Gläschen in Ehren kann niemand verwehren“, gerne sprechen wir vom „Bierchen“ oder „Schnäpschen“, trinken ein „Schlückchen“ und manchmal auch „über den Durst“. Gelegentlich schauen wir also „zu tief ins Glas“, ist aber halb so wild denn nur „das letzte Bier war schlecht“. Dann ein kurzes Nickerchen, ein starker Kaffee und eine kalte Dusche und mit einem kleinen „Konterbier“ ist man angeblich wieder fit.

Wer sich informiert, ist klar im Vorteil

Bei aller Verharmlosung ist Alkohol eine Substanz, die krank und abhängig machen kann. Ihr müsst nicht abstinent leben, aber ihr solltet wissen, worum es geht, wo das Limit ist und wie man es einhalten kann. Statt an Halbwahrheiten zu glauben, informiert euch lieber – über risikoarmen Konsum, wann Alkohol zum Problem wird, was man dann tun und wie man anderen helfen kann: www.kenn-dein-limit.info


MEHR ZUM THEMA:

INTERVIEW: WAS MACHT ALKOHOL MIT DEM GEHIRN?
Der Neuropsychologe Prof. Dr. Manfred Laucht erklärt im Experteninterview, warum Rauschtrinken im Jugendalter besonders gefährlich ist. Durch riskanten Alkoholkonsum können „zentrale Hirnleistungen eingeschränkt werden.“
>> zum Artikel

DAS TRÜGERISCHE GLÜCK
Alkohol macht locker, frei und glücklich? Was da im Gehirn passiert, warum wir uns erst gut fühlen, wenn wir etwas trinken und warum sich das ganz schnell ändern kann, erfährst du hier.
>> zum Artikel

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.