Claudia

5 Gründe, warum Alkohol meine Abifahrt ruiniert hat

von Claudia am| 3 Kommentare

Meine Abifahrt ging vor vier Jahren nach Novalja in Kroatien – ein Ort, der auf der Insel Pag liegt und als „Party-Mekka“ bekannt ist. Diese Bezeichnung verdankt Novalja wahrscheinlich dem längsten Partystrand Europas, auf dem von morgens bis in die Nacht gefeiert wird: Zrce Beach. Mir persönlich gefiel der Ort sehr. Tolles Wetter, ein schöner Hafen, Berge und ein noch viel schönerer Strand. Doch die schon am frühen Morgen eskalierenden Partys und strömenden Mengen an Alkohol zerstörten die Idylle schneller als mir lieb war…

Von der Abifahrt-Organisation aus bekamen wir zig Armbänder, die uns viele kostenlose oder kostengünstige Getränke ermöglichen sollten. Meine Freundin Laura bestellte einen Mojito und musste nur ihr Armband vorzeigen. Ich wollte einen alkoholfreien Cocktail.

Mein Armband interessierte den Barkeeper allerdings herzlich wenig: „4,50€!“. Es herrschte also ein gewisser Zwang, Alkohol zu trinken. Die meisten brauchte man dazu aber gar nicht erst zwingen. Ich fühlte mich in diesem Moment zum ersten Mal wegen meines niedrigen Alkoholkonsums richtig ausgeschlossen und ungerecht behandelt. Die Lust aufs Feiern verging mir dadurch ebenfalls.

Die große Party-Schiffrundfahrt über die Gewässer Kroatiens sollte den ganzen Tag gehen und DAS Highlight schlechthin der gesamten Abifahrt werden. Anfangs war es auch sehr lustig – bis zu dem Zeitpunkt, als fast jeder um 12 Uhr mittags betrunken über das Schiff torkelte. Und plötzlich war überall Blut.

Krankenwagen mit Blaulicht bei Nacht

Max, ein Freund von uns, war nämlich auf dem glitschigen Boden ausgerutscht und war mit dem Kopf an das Geländer geknallt. Er übergab sich mehrmals und wurde ohnmächtig. Zum Glück waren Ersthelfer mit auf dem Schiff. Am Hafen angekommen brachte ein Krankenwagen Max sofort zum nächstgelegenen Krankenhaus. Diagnose: Gehirnerschütterung und Sonnenstich. Wir waren alle ziemlich außer uns und schockiert über den Anblick des Bluts, den ich heute immer noch vor meinen Augen habe, wenn ich an den Moment zurückdenke. So schnell werde ich ihn sicherlich nicht mehr vergessen.

Drei Uhr morgens: Wir waren mit dem Bus auf dem Rückweg vom Strand in unsere Unterkunft. Ein Junge hinten im Bus lallte nur noch vor sich hin und reagierte nicht mehr auf seine Freunde. Plötzlich hörten wir es hinter uns würgen. Ich schaute mich um – und bereute es sofort. Der Junge übergab sich nämlich gerade auf die Sitze im Bus und den Boden. Und weil er hinten saß, verteilte sich alles gleichmäßig auf den gesamten Bus. Wie das gerochen hat, könnt ihr euch ja vorstellen. Und dies war vor allem in den nächtlichen Busfahrten gang und gäbe. Noch ein Anblick, den ich nicht mehr so schnell aus dem Kopf bekomme.
Betrunken ist man vor allem im Streit noch emotionaler und impulsiver als ohnehin schon. Das führte auf der Abifahrt zu mehreren Konflikten und Diskussionen, die teilweise sogar in körperlichen Auseinandersetzungen endeten – wie bei Stefan und Felix. Es ging um Stefans Freundin Julia, mit der Felix angeblich getanzt und geflirtet haben soll. Natürlich konnten sich die Beteiligten später nicht mal ansatzweise an die Prügelei am Strand erinnern. Was blieb, das waren die blauen Flecken und die peinlichen Erzählungen von Julia und mir.
Nicht nur Betrunkene können sich stundenlang streiten. Das geht auch bei mehr oder weniger nüchtern Gewordenen, die gerade dabei sind, Erinnerungen an die letzte Nacht zu suchen und ihre Kopfschmerzen und das flaue Gefühl im Magen zu beseitigen. Da geht man sich schon mal gegenseitig auf den Zeiger, was ebenso zu vielen Konflikten auf der Reise führte.

Teilweise war es für mich schon eine schöne Zeit. Ich konnte ein Land erkunden, das ich vorher noch nie besucht habe und die Zeit mit meinen nüchternen Freunden genießen. Ein zweites Mal würde ich so eine Abifahrt aber nicht mehr mitmachen, was aber auch nicht bedeutet, dass jede Abifahrt so enden muss. Es gibt mit Sicherheit auch weniger alkohollastige Alternativen.

Wie war eure Abifahrt? Konntet ihr sie genießen? Oder habt ihr ähnliche Erfahrungen gemacht wie ich?

3 Kommentare zu: “5 Gründe, warum Alkohol meine Abifahrt ruiniert hat”

  1. Fil

    Eine Abifahrt soll eigentlich auch nicht dazu da sein, das Land zu erkunden, sondern um mit seinen Schulkameraden das (bestandene) Abi zu feiern und auf den Putz zu hauen..das beinhaltet nun einmal auch gewisse (große) Mengen an Alkohol. Wer einen eher gemütlichen Urlaub möchte darf auf keine Partyinsel gehen, sondern sich eine Finca oder so mieten und es dort ruhig angehen lassen.

  2. Möchte ich nicht preisgeben

    Ich bin gerade von der Abifahrt zurück, wir haben zwar jeden der 7 Tage Alkohol getrunken aber nur zwei mal übertrieben. Vorgestern habe ich eine Flasche Vodka alleine getrunken nach einer Stunde weiß ich so gut wie nichts mehr an einem anderem Abend waren es zuerst nur ein paar Bier die ich gut verkraftet habe, wie sonst auch, doch dann kam eine halbe Flasche Jägermeister unnötig auf Ex und der Rest Alkohol, den ich am nächsten Morgen noch im Blut hatte, hat mich zu einer dummen Aktion geführt die mich fast die Abireise gekostet hätte. An den anderen Tagen gab’s für mich Alkohol in Maßen und ganz ohne wöllte ich auch nicht. Mein Fazit: In Maßen ist immer gut.

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