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LEBER, HIRN UND … HERZ?

von KDL-Blog am

Alkohol und das Herz

Dass Alkohol für Leber und Gehirn schädlich ist, ist am ehesten bekannt. Die Leber leistet beim Alkoholabbau als größte Drüse des Körpers zwischen 90 und 98 Prozent der Arbeit. Enzyme (Eiweißstoffe) helfen, das Zellgift Alkohol wieder loszuwerden. Wer regelmäßig (zu) viel trinkt, überfordert und schädigt seine Leber. Die Folge können Leberschwellungen, Fettleber, Leberentzündungen und letztlich eine lebensbedrohliche Leberzirrhose (Leberschrumpfung) sein. Auch das Gehirn leidet unter zu hohem Alkoholkonsum: Die Informationsübertragung zwischen den Zellen wird durch Alkohol verändert und gestört. Jugendliche sind besonders gefährdet, weil sich das Gehirn noch im Aufbau befindet. Wer sich regelmäßig betrinkt, denkt irgendwann langsamer und kann sich Dinge schlechter merken.

Leber und Hirn, ok. Aber warum schädigt Alkohol das Herz? Das wusste man lange Zeit nicht. Jetzt haben Forscher herausgefunden, wie Alkohol zu Herzschwäche führen kann.

Alkohol schädigt die Herzmuskelzellen

Mediziner wussten zwar, dass Alkohol eine Herzschwäche (Kardiomyopathie) hervorrufen kann – aber nicht wie. Jetzt haben Mainzer Wissenschaftler nachgewiesen, was genau passiert: Während der Körper Alkohol (Ethanol) abbaut, entsteht Acetaldehyd. Der Giftstoff ist unter anderem für den „Kater“ danach verantwortlich und wird im nächsten Schritt in Essigsäure umgewandelt.

Acetaldehyd sorgt nicht nur dafür, dass du dich elend fühlst. Es führt in den Herzmuskelzellen (Kardiomyozyten) zu einer vermehrten Produktion von Sauerstoffradikalen. Diese werden den Mitochondrien gefährlich. Das sind kleine Zellorganellen, die in den Herzmuskelzellen für die Energiegewinnung sorgen. Die Sauerstoffradikalen greifen die Mitochondrien an und stören sie in ihrer Funktion. Dadurch fehlt Energie in den Herzmuskelzellen und das führt dazu, dass die Muskelzellen sich nicht mehr richtig zusammenziehen können.*

„Chronische Kardiomyopathie“ – will man nicht haben

Erst ist es eine Beeinträchtigung der Muskelfunktion, später können die Muskelzellen absterben und das Gewebe vernarben. Ist es schon so weit geschädigt, kann der Muskel sich nicht mehr erholen. Die Folge ist eine dauerhafte Herzschwäche (chronische Kardiomyopathie), die sich unterschiedlich äußern kann. Die Krankheit kann zum Beispiel zu Atemnot, Leistungsschwäche, Herzklopfen, Flüssigkeitseinlagerungen, Herzrhythmusstörungen oder Brustschmerzen führen.

Aber doch nicht bei jungen Leuten…?

Natürlich dauert es eine Weile, bis derartige Schäden am Herzmuskel auftreten. Eine Herzschwäche wirst du nicht sofort entwickeln. Aber so weit weg ist die Gefahr nun auch wieder nicht: Bei 30-40-jährigen Patienten, die eine Herzvergrößerung (Kardiomegalie) oder Herzschwäche (Herzinsuffizienz) haben, prüfen Ärzte besonders die Leberwerte. Weil die etwas über die Höhe des Alkoholkonsums aussagen und der wiederum zu sogenannten alkoholtoxischen Herzerkrankungen führen kann.**

Fazit: Wer als Jugendlicher anfängt zu trinken und über Jahre regelmäßig und viel Alkohol konsumiert, riskiert so einiges – unter anderem auch ein krankes Herz.

Quellen

*http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/herzkreislauf/
herzinsuffizienz/article/924082/kardiomyopathie-alkohol-herz-schaedigt.html?sh=7&h=-1185103028

**https://www.aerzteblatt.de/archiv/153656/Alkohol-Kardiomyopathie

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