KDL-Blog

MACHT ALKOHOL DUMM?

von KDL-Blog am

Macht Alkohol dumm?

Was im Gehirn passiert, wenn wir Alkohol trinken

Alkohol sorgt unter anderem dafür, dass das Gehirn mehr von dem Botenstoff Dopamin ausschüttet. Dopamin stimuliert das so sogenannte „Belohnungssystem“ im Gehirn. Gleichzeitig werden körpereigene Opiate wie Endorphin freigesetzt. Das alles führt erstmal dazu, dass wir uns gut fühlen. Das Risiko: Wenn wir regelmäßig trinken, merkt sich unser Gehirn diesen Zusammenhang zwischen Alkohol und Wohlfühlen. Gleichzeitig reagieren die Rezeptoren nicht mehr so stark auf das Dopamin, weil ja immer wieder so viel davon ausgeschüttet wird. Die Folge: Das gute Gefühl wird bei gleicher Alkoholmenge schwächer. Um sich wieder genauso toll zu fühlen wie am Anfang, trinkt man also oft mehr und häufiger.

Ein junges Gehirn ist besonders gefährdet

Generell trägt Alkohol dazu bei, dass die Informationsübertragung zwischen den Nervenzellen verändert und gestört wird. Vor allem, wer sich regelmäßig betrinkt, schädigt das Gehirn: Man denkt dann langsamer, kann sich Dinge nicht mehr so gut merken. Auch das räumliche Vorstellungsvermögen wird schlechter.

Das jugendliche Gehirn ist besonders gefährdet, weil es noch im Aufbau ist: Teilweise als Reaktion auf viele neue Erfahrungen, verändert sich das Gehirn von Jugendlichen noch stark strukturell und funktionell.* Die Hirnstrukturen entwickeln sich weiter, neue Nervenverbindungen werden auf- und nicht mehr benötigte abgebaut. Alkohol und vor allem Rauschtrinken kann diese Entwicklung stören. Zudem wird während der Gehirnentwicklung zwischen 16 und 25 Jahren die sogenannte weiße Substanz im Gehirn aufgebaut, eine Art Isolierschicht der Nervenfasern. Diese Schicht ist wichtig für die Weiterleitung von Nervenimpulsen und häufiges Rauschtrinken kann den Aufbau behindern. **

Filmriss ist ein Warnzeichen
Auch eine Region im Gehirn, die Hippocampus genannt wird, leidet bei Jugendlichen, die intensiv Alkohol trinken. Der Hippocampus trägt dazu bei, dass Informationen vom Kurzzeit- ins Langzeitgedächtnis übergehen und wir uns neu Erlerntes merken können. In einer britischen Studie wurde nachgewiesen, dass Jugendliche, die häufig und viel Alkohol trinken, sich bis zu einem Drittel weniger Aufgaben merken konnten, als diejenigen, die wenig oder keinen trinken.**

Filmrisse als Warnzeichen

Du kannst dich an den vergangenen Abend nicht erinnern, hast keine Ahnung, wie du nach Hause gekommen bist? Diese Erinnerungslücken können Gehirnschäden ankündigen – nämlich Schäden am Hippocampus. Wegen des Alkohols konnte das Langzeitgedächtnis die Erinnerung nicht abspeichern.

Wissenschaftler gehen davon aus, dass teilweise mehrere Jahre gar nichts getrunken werden darf, um wieder ein halbwegs normales Leistungsniveau zu erreichen. Außerdem gibt es Studien, die darauf hinweisen, dass Jugendliche, die sich regelmäßig betrinken, später mit höherer Wahrscheinlichkeit ein Alkoholproblem entwickeln.

Quellen:

*https://pubs.niaaa.nih.gov/publications/arh284/213-221.htm
**http://www.drugcom.de/topthema/wie-alkohol-das-gehirn-junger-menschen-schaedigt/


MEHR ZUM THEMA:

INTERVIEW: WAS MACHT ALKOHOL MIT DEM GEHIRN?
Der Neuropsychologe Prof. Dr. Manfred Laucht erklärt im Experteninterview, warum Rauschtrinken im Jugendalter besonders gefährlich ist. Durch riskanten Alkoholkonsum können „zentrale Hirnleistungen eingeschränkt werden.“
>> zum Artikel

DAS TRÜGERISCHE GLÜCK
Alkohol macht locker, frei und glücklich? Was da im Gehirn passiert, warum wir uns erst gut fühlen, wenn wir etwas trinken und warum sich das ganz schnell ändern kann, erfährst du hier.
>> zum Artikel

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.