KDL-Blog

WANN ES ZU VIEL IST – 5 WARNSIGNALE

von KDL-Blog am| 3 Kommentare

Wann wird der Alkoholkonsum kritisch?

Es ist nicht leicht, jemanden auf seinen Alkoholkonsum anzusprechen. Sprüche wie „ich glaube, du trinkst zu viel“ will wohl kaum jemand hören, auch nicht der beste Freund oder die beste Freundin. Er oder sie wird vielleicht alles abstreiten, gereizt reagieren. Außerdem: Wann ist es überhaupt so weit, dass jemand ein Problem mit Alkohol hat? Um ein besseres Gefühl für die Lage zu bekommen, könntest dich zunächst Folgendes fragen:

  1. Trinkt die Person immer öfter?
    Wenn ihr ausgeht, setzt sie auch mal ein paar Runden aus oder trinkt sie immer (öfter) mit? Gibt es neue Gewohnheiten, trinkt dein Freund oder deine Freundin Alkohol zu Gelegenheiten, die bisher tabu waren?
  2. Trinkt die Person immer mehr?
    Hast du das Gefühl, dass es von Mal zu Mal mehr wird? Ist die Person immer diejenige, die betrunken nach Hause geht?
  3. Verliert die Person die Kontrolle über den Alkoholkonsum und sich selbst?
    Trinkt sie mehr, als sie eigentlich will? Verliert sie den Überblick darüber, wie viel sie schon getrunken hat? Wird dein Freund oder deine Freundin ausfällig und aggressiv oder apathisch und nicht mehr ansprechbar?
  4. Hat die Person öfter Filmrisse?
    Weiß sie regelmäßig nicht mehr, wie sie nach Hause gekommen ist oder kann sich an den Abend nicht erinnern?
  5. Trinkt die Person weiter, obwohl der Alkohol ihr schon Ärger macht?
    Gibt es in der Schule, am Arbeitsplatz, in der Familie oder im Freundeskreis Probleme wegen des Alkohols – und dein Freund oder deine Freundin trinkt trotzdem weiter?

Alkohol wegen Problemen und Probleme wegen Alkohol

Alkohol kann dann für uns zum Problem werden, wenn er uns Probleme macht – wenn wir wegen Alkohol Ärger riskieren zum Beispiel. Außerdem kommt Alkohol oft ins Spiel, wenn man ohnehin schon Sorgen hat. Als Problemlöser funktioniert er aber eben auch nicht. Daraus kann ein Teufelskreis entstehen, den man selbst erst gar nicht erkennt oder nicht wahrhaben will: Trinken wegen eines Problems beseitigt dieses nicht. Vielmehr kann der Alkohol uns Ärger machen und dadurch für uns zum Problem werden. Aus der Spirale wieder auszubrechen ist nicht so leicht. Dabei können Freunde helfen und sollten daher so mutig sein, ihre Sorgen auszusprechen.

Nicht schweigen, wenn ihr euch Sorgen macht

Wenn ihr schon eine Weile das Gefühl habt, dass jemand viel trinkt, Sorgen ertränken will oder sich unter Alkoholeinfluss in Gefahr begibt: Sprecht es an. Gerade unter Freunden ist es wichtig, aufeinander zu achten, Frühwarnzeichen nicht zu verharmlosen oder sich von anderen einreden zu lassen, das sei doch alles ganz normal.

Sorgen ansprechen

 

 

 

 

 


Was soll ich denn sagen?

Es geht nicht darum, den Betroffenen klarzumachen, dass sie ein Alkoholproblem haben. Darauf müssen sie selbst kommen. Vielmehr solltet ihr rüberbringen, dass ihr euch Sorgen macht. Mit sogenannten Ich-Botschaften klagt ihr nicht an und werft denjenigen auch nichts vor, sondern ihr teilt eure Beobachtungen. Ihr könnt Formulierungen benutzen wie „Ich habe den Eindruck, dass …“ oder „Mir ist aufgefallen ...“. Auch mit Fingerspitzengefühl kann es passieren, dass die angesprochene Person überrascht oder verärgert ist und nicht über das Thema reden möchte. Ihr könnt deutlich machen, dass ihr euch auch später darüber unterhalten könnt – und wenn der erste Anlauf nicht klappt, versucht es nochmal.

Übrigens müsst ihr das alles nicht alleine durchstehen. Wenn ihr Unterstützung braucht, Fragen habt, euch um andere sorgt (oder auch, wenn ihr selbst ein Problem habt), berät euch das BZgA-Infotelefon – auch anonym:

Telefon: 0221 892031
(Preis entsprechend der Preisliste des Telefonanbieters für Gespräche in das Kölner Ortsnetz)

Mo.–Do. 10.00 bis 22.00 Uhr
Fr.–So. 10.00 bis 18.00 Uhr

Was würdest du machen, wenn dein bester Freund trinkt?
Hier findest du das Ergebnis unserer Umfrage dazu.

 

Bildquelle: © gettyimages


MEHR ZUM THEMA:

PROBLEME MIT ALKOHOL
Was du sonst noch wissen solltest zu Problemen mit Alkohol, was Missbrauch bedeutet und wann eine Abhängigkeit droht, findest du hier.
>> zum Artikel

CHECKLISTE: 10 FRAGEN ZU ALKOHOL
Wir haben einen Selbsttest als Checkliste für dich vorbereitet: 10 Fragen und 10 ehrliche Antworten helfen dir, dich und deinen Alkoholkonsum besser einschätzen zu können.
>> zur Checkliste

3 Kommentare zu: “WANN ES ZU VIEL IST – 5 WARNSIGNALE”

  1. Avatar

    Tamara

    Ich wohne in Stuttgart, gleich nebem dem Wasengelände, wo zwei Mal im Jahr feucht fröhlich gefeiert wird und bin immer wieder erschreckt, wie tief die Abgründe unserer Gesellschaft sind. Wie viele Menschen ihr Limit nicht kennen oder sich absichtlich ins Aus katapulieren. Ich meine, ich trinke auch gerne Alkohol, habe aber nie über den Drust getrunken und will auch niemanden verurteilen, nur manchmal glaube ich, dass viele Menschen die Risikien nicht kennen oder unterschätzen. Ich finde eure 5 Warnsignale sehr wichtig und würde mir wünschen, dass dieses Bewusstsein sich in unserer Gesellschaft weiter vertiefen würde. Menschen mehr aufeinander zugehen, reden würden und Alkohol nicht mehr so leicht auf die Schultern genommen wird. Die Risikien gesehen werden und die legale Droge einen anderen Blickwinkel erhält. Denn auch mit weniger Alkohol kann man auch eine sehr gute Party schmeißen.

  2. Avatar

    Jennifer Rasch

    Diese fünf Warnsignale sollte sich jeder verinnerlichen. Meiner Meinung nach kann zwar jeder selbst über Menge und Häufigkeit seines Konsums bestimmen. Aber ich finde die letzten drei Punkte: Kontrollverlust, Gedächtnisverlust, Probleme wegtrinken, sind wichtige Zeichen, die man vor allem als gute_r Freund_In erkennt. Die Familie bekommt von so einem Verhalten oft nichts mit und wenn dann, nie im großen und ganzen. Gute Freunde aber sehr wohl, da man sich ihnen anvertraut und über die Erlebnisse/Peinlichkeiten/Filmrisse nach dem Trinken redet. Deswegen ist es umso wichtiger, dass man seine Freunde darauf anspricht und auf ihren Alkoholkonsum sowie dessen Folgen aufmerksam macht. Jedoch gehört für mich auch Zivilcourage dazu, z.B. wenn ich beobachten kann, dass jemand mit Alkoholeinfluss Auto fahren möchte oder jemand auf einer Party belästigt wird etc. Wichtig ist es aber auch öffentlich zu machen wo es s gibt.

  3. Avatar

    Jo

    Wann ist es zu viel? Ich denke, viele Jugendliche haben für ihren Alkoholkonsum kein Maß bzw. Limit. Es wird heruntergespielt und verharmlost. Diese Checkliste mit den 5 Warnzeichen ermöglicht eine Einschätzung des Alkoholkonsums. Ich finde wichtig, dass Freunde sich gegenseitig im Blick haben. Ich kann verstehen, dass es nicht leicht ist dies anzusprechen. Ist es jedoch leichter zu sehen, wie der oder die Freundin ein Problem hat oder in Schwierigkeiten steckt? Ich denke, wenn nicht die Freunde, wer soll es dann ansprechen. Man möchte der Person vermitteln: „Hey, du bist mir wichtig!“.
    Ich finde es toll, dass hier in diesem Blogbeitrag ermutigt wird, die Augen offen zu halten und als Freunde aufeinander zu achten.

Schreibe einen Kommentar zu Tamara Antworten abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.