KDL-Blog

VERFÜHRT WERBUNG ZUM TRINKEN?

von KDL-Blog am| 1 Kommentar

Werbung

Werbung kann witzig sein, nerven, sich einprägen – und will uns immer dazu bewegen, ein bestimmtes Produkt zu mögen und zu kaufen. Wie ist das bei Alkoholwerbung: Beeinflusst sie uns? Holen wir uns bei einem ansprechenden Fernsehspot eine Flasche Bier aus dem Kühlschrank? Trinken wir mehr, weil die Werbung uns dazu verführt?

Alkohol gehört einfach dazu

Eine Auswertung 15 relevanter Studien stellt fest: Alkoholwerbung im Internet kann zusammenhängen mit einer Lust auf Alkohol und auch einer positiven Einstellung zu Alkohol. Werbung kann also dazu beitragen, dass uns Alkoholtrinken normal erscheint. Bier, Wein und andere alkoholische Getränke werden dargestellt, als gehörten sie fest zu unserem Leben. Das beeinflusst dann unsere Einstellung zu Alkohol.

Leider hat diese Auswertung eine Schwäche: Die Teilnehmer wurden gefragt, welche Einstellung sie zum Thema Alkohol haben. Gleichzeitig sollten die Jugendlichen angeben, wie sie Werbung wahrnehmen. Aus den Antworten kann man ableiten, dass Alkoholwerbung zum Trinken verführt. Man kann es aber auch so verstehen: Jugendliche, die Alkohol trinken wollen oder Alkohol positiver bewerten, sind für Alkoholwerbung empfänglicher.

WBierwerbungas ist also dran an der Annahme, dass Werbung unseren Alkoholkonsum beeinflusst? Noch etwas mehr Forschung…

Wir trinken (mehr), wenn wir Alkoholwerbung sehen

In einer deutschen Langzeitstudie wurde erforscht, ob Werbung bei Jugendlichen zu häufigem Rauschtrinken führt. Es stellte sich heraus, dass Alkoholwerbung Jugendliche erreicht und zum Trinken anregt. Die Wissenschaftler verglichen, wie Alkoholwerbung wirkt im Gegensatz zu anderer Werbung, bei der es nicht um Alkohol ging. Die Teilnehmer, die die andere Werbung gesehen hatten, neigten seltener zum Rauschtrinken.

Auch eine weitere europäische Langzeitstudie mit ähnlicher Fragestellung hat ergeben: Alkoholwerbung bewirkt bei Jugendlichen einen Alkoholkonsum, der weder durch vorherige Trinkgewohnheiten noch durch andere Werbung zu erklären ist.

Die Werbewirtschaft wehrt sich gegen solche Erkenntnisse und hat ihrerseits Argumente zusammengetragen, die ihren Standpunkt belegen sollen: Es gäbe keinen Zusammenhang zwischen Werbung und Alkoholmissbrauch, heißt es da. Dagegen führt die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e.V. (DHS) an, dass es viel mehr Studien gibt, die das Gegenteil belegen – nämlich dass wir mehr trinken, wenn wir Alkoholwerbung sehen.

Was bringt eine Selbstkontrolle der Werbung?Bierwerbung

Dass grundsätzlich eine Gefahr von geschöntem Alkoholkonsum ausgeht, scheint zumindest niemand zu bestreiten. Die freiwillige Selbstkontrolle der Werbewirtschaft soll Jugendliche vor bestimmten Inhalten schützen. In den Leitlinien für Social Media heißt es unter anderem: „So darf sich nach dem Jugendmedienschutz-Staatsvertrag Alkoholwerbung im Internet beispielsweise weder an Kinder oder Jugendliche richten, noch durch die Art der Darstellung Kinder und Jugendliche besonders ansprechen oder diese beim Alkoholgenuss darstellen.“

Die DHS weist aber darauf hin: Eine Selbstkontrolle bringe wenig, weil sie nicht weitreichend genug und eben freiwillig sei. Es müsste schon eine gesetzliche Regelung her, die dann auch entsprechend kontrolliert wird.

Wie seht ihr das? Bekommt ihr von Werbung Lust auf Alkohol? Findet ihr, Alkoholwerbung sollte gesetzlich verboten werden? Hinterlasst euren Kommentar oder macht mit bei unserer >> Umfrage!

„Bildquelle: © gettyimages“

 

Ein Kommentar zu: ““VERFÜHRT WERBUNG ZUM TRINKEN?”

  1. Avatar

    tamara

    Ich bekomme nicht unbedingt Lust auf Alkohol, wenn ich ein Werbeplakat auf der anderen Seite der Straße sehe. Vielmehr spricht mich die riesige Auswahl im Supermarkt oder in meiner Stammkneipe an. Auch finde ich, die Wirksamkeit und Häufigkeit von Alkohol in Serien oder Filmen ansprechender als auf Werbeplakate. Dennoch finde ich es wichtig, dass man nicht nur auf das jugendliche naive Gewissen plädiert, sondern auch der Regierung selbst, es wichtig ist, dass die Kinder und Jugendlichen vor den Gefahren vor Alkohol geschützt werden. Es wäre wichtig und vor allem richtig, eine gesetzliche Regelung über die Selbstkontrolle zu initiieren und somit den Kindern und Jugendlichen einen geschützten Raum zu geben. Somit würde die Regierung einen Schritt in die richtige Richtung gehen und endlich Initiative beweisen. Diese Initiative fehlt mir von der Regierung ein wenig, da ich immer wieder das Gefühl habe, dass die Lobby einen sehr großen Einfluss auf die Entscheidungen der Regierung hat und diese auch nach ihren Gunsten steuern kann. Denn nicht nur durch Beziehungen kann ein Land wachsen, sondern auch durch die ehrliche Kooperation zwischen Bürger und Regierung

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.