Peter

Der Abi-Wahnsinn: Lernen, Party, Ungewissheit

von Peter am

Endzeitstress, oder: „Wo ist eigentlich Tobi?“

Bald geht für meine Freunde und mich ein wichtiger Lebensabschnitt zu Ende: In einer Woche schreibe ich das Abitur. Das bedeutet einerseits, dass unsere Schreibtische im Moment unter einem Haufen Lernmaterialien verschwinden, andererseits gibt es aber auch viel zu feiern. Das Ende der Grundkurse, die letzten Klausuren, vielleicht die letzte Silvesterfete in dieser Konstellation – meine Freunde und ich haben in letzter Zeit viel Party gemacht. Doch Tobi ist heute nicht dabei. Ein Freund erzählt von einem Streit, den er letztens mit ihm hatte: Tobi hatte wieder einmal den Unterricht geschwänzt. „Statt in die Schule zu gehen, säuft der dann drei Tage durch – ich hab das ja nur gut gemeint…“ Alle schauen sich an; erlauben kann sich Tobi das eigentlich nicht, mit seinen Noten steht es nicht so rosig. „Geht der denn deswegen so oft auf die Piste, weil er nicht weiß, wie er sein Abi schaffen soll? Oder was danach kommt?“, fragen wir uns.

Zwischen Partystimmung und Zukunftsangst

Wir befinden uns auf einer Achterbahn der Gefühle – klingt schnulzig, passt aber. Alle fiebern dem Ende der Prüfungen, der Abifeier und all der Freiheit entgegen, sind aber auch leicht verunsichert von dem Unbekannten, das uns dann erwartet. Immer wieder kommt die Frage auf: „Was machst du nach dem Abi?“ Da gibt es ganz unterschiedliche Typen in meinem Freundeskreis: Den, der schon seit Jahren sein Luft- und Raumfahrtstudium plant, schauen große, angetrunkene Augen an: „Baust du dann Raketen?! Cool…“ Eine Freundin ist noch weiter: „Das mit meinem Ausbildungsplatz hat geklappt, es geht wahrscheinlich nach Köln!“ Darauf doch erst einmal einen Kurzen! Doch natürlich wissen noch längst nicht alle, was sie mit sich und ihrem Leben anfangen sollen. Eine Handvoll willige Känguru-Beobachter gibt es wohl mittlerweile in jedem Jahrgang. „Ich mache erst einmal freiwilligen Wehrdienst, was genau danach kommt… keine Ahnung.“ Manche sind gut darin, ihre Zukunft zu planen, andere finden die Ungewissheit ganz schön, weil so viel Freiheit drinsteckt. Schade ist halt, wenn man vor lauter Bierpong vergisst, was das eigentlich gerade für eine coole Zeit ist: Alles auf null. Und dann los, wohin auch immer!

Auf dass alle gut unterkommen

Ich kann teilweise auch nicht anders, als mir Sorgen zu machen. Tobi und das Grüppchen hier sind meine besten Freunde. Man wünscht sich einfach, dass alle das finden, was sie glücklich macht und „gut unterkommen“.  Und so viel wir auch zu feiern haben, noch sind wir nicht ganz am Ziel. Ein klarer Kopf, um die Prüfungen zu schaffen und sich einen gewissen Plan zurechtzulegen, muss sein. Deswegen haben wir noch drei Lerntermine mit Tobi ausgemacht – hilft ihm und uns, damit wir uns wirklich hinsetzen. Und wenn er merkt, dass seine Freunde im selben Boot sitzen und ihn unterstützen, kann er doch gar nicht anders, als sich nochmal ordentlich hinter das Physikbuch zu klemmen.

Wie habt ihr den Feiermarathon rund um euren Schulabschluss überstanden? Hattet ihr schon einen Plan für danach? Schreibt doch, wie ihr diese Zeit empfunden habt oder empfindet!

Bildquelle: © iStock

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.