Carrie

Der Apfel(korn) fällt nicht weit vom Stamm – oder doch?

von Carrie am

Geburstag und Party feiern

Ich, weiblich, zehn Jahre. Familienfeier zum Geburtstag meiner Cousine. Die Erwachsenen stoßen mit Sekt oder Wein an, ich freue mich über mein Glas Orangensaft. 15 Jahre wird meine Cousine alt und hat auch schon so ein Glas mit blubbernder Flüssigkeit. Irgendwas mit Alkohol. „Eklig“ denke ich mir damals nur, und „das werde ich sicherlich nie trinken“. Heute, einige Jahre später. Meine große Cousine wird 22. „Willst du auch einen Sekt?“ – „Ja klar, wieso nicht“ antworte ich wie selbstverständlich. Ja klar?

Die wichtige Rolle von Eltern und Familie

Im Laufe des Erwachsenwerdens ändert man seine Sichtweise auf viele Dinge und sagt nicht mehr zu allem „ja“ und „Amen“, was die Eltern einem vorgeben. Die Gewohnheiten ändern sich – auch in Bezug auf Alkohol. Sicherlich nimmt die elterliche Einstellung darauf Einfluss – manchmal auch unbewusst.

In meinem Freundeskreis gibt es die unterschiedlichsten Menschen, und nicht alle gehen mit Alkohol gleich um. Jeder kennt wahrscheinlich diesen Einen, der gerne und viel trinkt und klar erkennbar der Sprössling seiner Eltern ist. Jemand anderes würde aus dem Trinkverhalten seiner Eltern seine eigenen Schlüsse ziehen und zum Anti-Alkoholiker werden. Auch diese Menschen gibt es. Die Beispiele sind zwar etwas klischeehaft, aber daran kann man sehr gut sehen, wie unterschiedlich man von den Eltern beeinflusst werden kann.

Wenn alle trinken, fällt Nein sagen schwer

Bei einem selbst liegt die Entscheidung, ob und wie viel Alkohol man trinkt. Andererseits ist es fast unmöglich, unbeeinflusst durch die Welt zu gehen. So hatte sich eine Freundin von mir bei einem Klassenfest vor ein paar Monaten vorgenommen,  den ganzen Abend keinen einzigen Schluck Alkohol zu trinken. Sie wollte am nächsten Morgen fit sein für ihren ersten Praktikumstag bei der Polizei. Keine zwei Stunden später fand ich sie in einer Ecke mit ein paar Anderen bei einem Trinkspiel. Am nächsten Morgen dann war sie höchstens fit für die Ausnüchterungszelle. Ihr Praktikum war damit zu Ende, bevor es überhaupt begonnen hatte. Ihre Mutter erzählte mir kurz darauf, dass sie vor vielen Jahren einen ähnlichen Fehler begangen hatte. Von der Familie entsprechend geprägt und dann auch noch in einer Gruppe, in der Alkohol getrunken wird, da scheint es besonders naheliegend, dass man Fehler macht.

Wer Sorgen ertränkt, ist nicht wirklich „in“

Damit man nicht die gleichen Fehler macht, wie die Eltern, kann manchmal schon ein simples Gespräch helfen. Dadurch kann man seinen Horizont erweitern. Und nur weil der Gutenachtkuss jetzt „out“ ist und das Feierabendbier in, heißt das noch lange nicht, dass ein Mensch, der keinen Gutenachtkuss mehr bekommt, dafür aber jeden Abend seine Sorgen in Alkohol ertränkt, in unserer Gesellschaft „in“ ist.

Letztlich bestimmen Eltern, Freunde und jeder für sich selbst sein eigenes Trinkverhalten. Wer einen dabei wie stark beeinflusst, kann man nicht verallgemeinern. Zwei Dinge aber schon:  Dass ein „Ja“ zu übermäßigem Alkoholkonsum ein „Nein“ zu einem gesunden Körper ist, und dass ein „Nein“ zu Alkohol nicht automatisch ein „Nein“ zu einer tollen Party oder zu den Freunden ist. Wer sich das nicht vorstellen kann, sollte überlegen, wie man es als Kind geschafft hatte, mit Orangensaft und einer großen bunten Torte komplett zufrieden zu sein.

Haben deine Eltern deine Einstellung zu Alkohol beeinflusst? Oder andere Verwandte oder Freunde? Gebt gerne eure Kommentare dazu ab!

Bildquelle: © / iStock

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