Anna

Zahltag in der Stammkneipe – Wie viel Geld geben wir beim Trinken aus?

von Anna am

In der Kneipe prosten Freunde sich mit ihren Biergläsern zu

Ein Abend in der Heimat. Nach langer Zeit bin ich daheim zu Besuch und das muss gefeiert werden. Mit einer alten Freundin will ich um die Häuser ziehen.

Klar, auf unser Zusammentreffen soll auch angestoßen werden. Und ich möchte an diesem Abend eine kleine Rechnung aufstellen. Beim Lebensmitteleinkauf spare ich gerne mal, wenn er das Wochenbudget sprengt und bevor ich etwas im Internet kaufe, wird erst auf mehreren Seiten verglichen und nach Rabatten gesucht.

Wenn ich aber feiern bin, hängt das Portmonee lose, genauer gesagt, hängt es nicht nur lose, sondern schmeißt sich freigiebig auf die Theke und ich kneife meine Augen zu, weil ich nicht sehen möchte, wie viel Geld ich tatsächlich in undurchsichtigen Flaschenböden versenke. Heute aber ist Zähltag. Ich habe Stift und Block dabei und kein Cent wird unbemerkt aus meinem Portmonee rollen.

Los geht es in unser alten Stammkneipe.  Über der ledernen Couch in der Ecke hängen Staubflusen wie Erinnerungen, unter der dämmrigen Lampe im Schankraum wurde schon so manches Geheimnis oder Tränchen ausgetauscht. Wir baden ein wenig in Nostalgie, bringen uns auf den neuesten Stand und treffen noch ein paar alte Bekannte von damals. Dann ziehen wir weiter.

Rechnung bezahlen am Tresen

Die Rechnung, bitte!

Unser Weg führt uns in der nun größeren Gruppe in die nächste Kneipe, dann in den Club, an dem wir uns mit sechzehn noch die Nase an der Scheibe platt gedrückt haben. Gegen drei Uhr nachts verlassen wir auch diesen. Auch wenn ich ohne Aufschreiben schon grübeln müsste, wie viel ich genau bezahlt habe – mein Notizblock zeigt mir die Wahrzeit in unerbittlichem Kulli-Schwarz. Ich rechne nach und zähle, was heute so alles über die Theke gegangen ist:

3 Bier (Kneipe 1&2): 10,80 Euro (die erste Runde, also ein Bier für jede, hab ich bezahlt)
1 Cocktail (Touch Down; Club): 7,80 Euro
2 Jägermeisterschnaps (Club): 5 Euro (einen hat meine Freundin getrunken)
1 Cola (Club): 3 Euro

Ein halber Tag Arbeit oder ein Konzertticket?

Au, das tut weh. 26,60 Euro sind fast vollständig unbemerkt aus meinem Geldbeutel gewandert. Das sind fast 30 Euro. Und 30 Euro sind drei Fahrten mit der Mitfahrgelegenheit nach Hause. Ein Konzertticket. Ein halber Tag Arbeit im Studentenjob. Ein neuer Pulli. Fast dreißig Veggie-Burger bei McDoof!

Die durchschnittlichen Lebenshaltungskosten eines Studenten liegen bei circa 794 Euro im Monat.[i] Nehmen wir an, so einen Abend wie diesen leiste ich mir einmal die Woche, dann würden 120 Euro meines Budgets alleine fürs Trinken drauf gehen.

War es das wert?

Natürlich passiert das nicht in dieser Regelmäßigkeit. Für mich war es aber schon unheimlich interessant, Schwarz auf Weiß zu sehen, was mich so ein Abend unterwegs kosten kann.

Ich persönlich ziehe mein Fazit und sage: Okay! Ich hatte eine schöne Zeit. Ich saß zusammen mit Freunden, hatte Spaß. Wir haben gut gefeiert und viel gelacht. Doch es schmerzt auch, dass ich tatsächlich einen halben Tag Arbeit praktisch an einem Abend „vertrunken“ habe. Am nächsten Tag hab ich quasi auch noch eine Rechnung bekommen, ich war doch etwas fertig. Wenn man mal ehrlich ist, reicht ja auch weniger Alkohol  und der Abend wird genauso schön – und billiger. Diese Frage sollte sich wohl jeder mal selbst stellen:  Wie viel (oder wenig) Alkohol brauche ich wirklich, um schön zu feiern und wie viel kann ich mir auch leisten??

Wie macht ihr das, im Budget (und im Limit) bleiben, wenn ihr ausgeht? Gebt gerne eure Kommentare dazu ab!

 

[i] https://www.studentenwerke.de/de/node/1050 (Stand: 16.10.2016)

Bildquelle: © / iStock

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