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DIE LIEBE FAMILIE UND DER ALKOHOL

von KDL-Blog am

Familie und Alkohol / iStock / peopleImages

„Wenn mein Onkel kommt, wird immer erstmal ein Bier aus dem Kühlschrank geholt. Für meinen Vater ist das ganz normal. Meist bleibt es bei ein, zwei Bier und das ist ok für mich. Mir haben sie noch nie eines angeboten und ich hätte auch keine Lust, da mitzumachen.“ 

„Besonders nervig ist: Wenn meine Eltern am Wochenende Freunde einladen, das Bier kaltstellen und mir, wenn ich aus dem Haus gehe, hinterherrufen: „Aber trink nicht so viel!“. Die sollen lieber drauf achten, was sie selbst machen.“

 „In meiner Familie wird sehr wenig getrunken. Aber zu manchen Anlässen genehmigen sich auch die was, die sonst gar nichts trinken. Beim Geburtstag meines Vaters waren ein paar richtig angetrunken und ich fand das irgendwie komisch.“ 

„Wenn meine Eltern Gäste haben, gibt es schon Alkohol. Die betrinken sich dann nicht, aber ich merke, dass sie anders drauf sind als sonst. Find ich nicht schlimm. Mich ärgert nur, wenn sie versuchen, das zu verstecken. Als ob ich blöd wäre!“

Wir sind die Kinder unserer Eltern

Ob ihr euch hier wiedererkennt oder es bei euch zu Hause ganz anders ist: Das Trinkverhalten der Eltern und des übrigen Umfelds kann sehr prägend sein. Schon im Grundschulalter entwickeln Kinder eine Einstellung zum Alkohol. Wenn sie zum Beispiel von ihren Eltern lernen, dass Alkohol zur Freizeit dazu gehört, übernehmen sie als Jugendliche und spätere Erwachsene häufiger dieses Verhalten.

Diese Gewohnheiten unserer Eltern, die wir als Kinder beobachten, vermitteln uns ein bestimmtes Bild davon, wann und wie viel Alkohol getrunken wird. Wird er zum Beispiel als Stimmungsheber oder zur Entspannung eingesetzt – entweder grundsätzlich oder immer dann, wenn die Eltern gerade „schlecht drauf“ sind? Was bekommen Gäste als erstes angeboten: Bier, Wein und Sekt oder Cola, Saft und Wasser? Bieten eure Eltern euch auch Alkohol an? Zu welchen Tageszeiten gibt es Alkohol? Und entscheiden sich die Eltern auch ganz bewusst, keinen zu trinken – weil sie noch fahren müssen oder eben einfach gerade keine Lust auf Alkohol haben?

Besonders unangenehm ist es sicher, die Eltern betrunken zu erleben. Als Kind empfindet man das als geradezu bedrohlich, weil sich die vertraute Person so anders verhält als sonst. Und als Jugendliche? Seid ihr beunruhigt, gleichgültig, genervt oder vielleicht sogar angewidert, wenn ihr eure Eltern oder andere Verwandte alkoholisiert erlebt?

Den eigenen Weg finden

Natürlich wollt ihr ganz viele Dinge anders machen als eure Eltern. Das werdet ihr auch. Andere werdet ihr genauso übernehmen, weil ihr sie mögt oder als normal empfindet und nicht in Frage stellt. Was das für den Alkoholkonsum bedeutet: Vielleicht trinkt ihr ganz anders als eure Eltern. Weil ihr mit deren Gewohnheiten so gar nicht einverstanden seid. Oder ihr findet gut, welchen Stellenwert Alkohol im Leben eurer Eltern und in der Familie hat und übernehmt diese Einstellung deswegen genauso. Das kann übrigens leider auch bedeuten, dass man sich an einem riskanten Konsumverhalten orientiert: Die Eltern trinken zu viel, man betrachtet das als normal und macht es genauso.

Unbewusst übernehmen wir oft Verhaltensweisen von unseren Eltern – ob wir wollen oder nicht. Wir können uns aber auch aktiv dafür entscheiden, manches anders zu machen. Denn die Eltern behalten zwar ihre Vorbildfunktion – auch wenn man selbstständiger wird und bald sein eigenes Leben lebt, nimmt man das Handeln der Eltern noch immer wahr. Aber ihr könnt bewusst das Verhalten eurer Eltern unter die Lupe nehmen, zum Beispiel, was den Alkoholkonsum angeht: Ist es verantwortungsbewusst? Ist ein Limit bekannt und wird es in der Regel eingehalten? Falls ihr daran zweifelt, habt ihr es jetzt in der Hand, das für euch selbst anders zu machen.

Bildquelle: © peopleImages / iStock

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