Claudia

ALKOHOL UND FREUNDSCHAFT: EIN UNVERGESSLICHER 18. GEBURTSTAG

von Claudia am

Birthday Cake / iStock / andresr

Es sollte der schönste und unvergessliche 18. Geburtstag meiner besten Freundin werden. Unvergesslich war er allemal, aber schön…? Lisa, meine beste Freundin, organisierte eine Gartenparty in ihrem Elternhaus und lud nur ihre engsten Freunde ein. Für reichlich Essen und Trinken war gesorgt – vor allem mangelte es nicht an härterem Alkohol. Schließlich wurde sie 18 und es sollten auch einige etwas ältere Freunde dabei sein, die Lisa unbedingt beeindrucken wollte.

Obwohl sie wusste, dass sie nicht viel Alkohol verträgt, sah man sie an dem Abend durchgehend mit einem Glas oder einer Flasche in der Hand – wenn sie nicht gerade mit einem Trinkspiel beschäftigt war. Da sie vorher lediglich Erfahrungen mit Bier gemacht hatte, konnte sie die Wirkung von „nur ein paar Kurzen“ kaum einschätzen. Ich fragte sie an dem Abend immer wieder, ob es ihr noch gut ginge. „Na klar! Alles bestens.“ antwortete sie zunehmend weniger überzeugend. Ich wusste genau, dass nicht „alles bestens“ war. Deshalb riet ich ihr, es vielleicht langsam gut sein zu lassen. „Bist du meine Mutter oder wie? Ich hab‘ Spaß, alle anderen haben Spaß, warum kannst du nicht locker lassen?“ Nun gut, einen Versuch war es ja wert.

UNGELADENE SPRENGEN DIE PARTY

Plötzlich kam ein Freund von ihr torkelnd auf uns zu: „Hey Lisa, ich hab‘ noch einen Kumpel eingeladen, der bringt paar Freunde mit, ist bisschen leer hier!“ Kaum ausgesprochen, stand besagter Kumpel mit drei weiteren Leuten im Garten. Wenig später trudelten noch mehr partylustige Gäste ein. „Lisa, ich glaube das wird etwas eng hier bei dir im Garten…“ deutete ich an und hoffte, sie würde merken, dass die ganze Party langsam aus dem Ruder lief. „Dann geh‘ doch!“, kam von Lisa. Autsch. Das hatte gesessen. Ich ging natürlich nicht. Stattdessen versuchte ich, mit ihrem älteren Bruder etwas Ordnung in die Feier zu bringen. Der war nämlich auch wenig begeistert von lauten und ins Gebüsch kotzenden Menschen.

Als das nicht klappte, beschloss ich, Lisa jetzt einfach so feiern zu lassen, wie sie es eben mag. Es würde schon nichts Schlimmes passieren. Falsch gedacht: Eine zertrümmerte Toilette, Glasscherben auf dem Boden, ausgekippte Getränke und ein Besuch der Polizei wegen Lärmbelästigung waren die Folge.

REUE AM NÄCHSTEN MORGEN

Lisas Bruder und ich versuchten noch mehrmals, Lisa zur Vernunft zu bringen und die Partygäste langsam nach Hause zu schicken. Stattdessen schickte sie mich nach Hause mit den Worten: „Hau‘ ab! Versaust mir ja hier die ganze Feier! Mit den anderen habe ich wenigstens Spaß! Was sollen die denn von mir denken bei so einer nervigen Freundin?!“ Ich ging also. Völlig fassungslos, traurig, wütend. So hatte ich sie vorher noch nie erlebt. Am nächsten Morgen bekam ich dann eine SMS von Lisa:

„Hey, mir geht’s total dreckig. Hab’ gestern kaum noch etwas mitbekommen und heute festgestellt, dass nicht nur der Garten total zerstört wurde, sondern ich mich dir gegenüber wie ein Arsch verhalten habe. Hat mir zumindest mein Bruder so erzählt. Die Polizei kam später noch ein zweites Mal und die Party war zu Ende. Ich hing die ganze Nacht auf der Toilette. Die anderen sind schnell abgehauen, als die Polizei nochmal kam. Aufräumen muss ich heute alles alleine, bevor meine Eltern wieder nach Hause kommen. Die anderen gehen alle nicht an ihr Handy oder haben keine Lust mir zu helfen. Sorry nochmal…“

Melancholy woman / iStock / inhauscreative

DIE WAHREN FREUNDE

Ich war sehr verletzt, aber mir war klar, dass nicht Lisa, sondern der Alkohol mich am vorigen Abend von der Party geworfen hatte. Lisa bereute, was sie zu mir gesagt hatte und ich entschied mich, für meine verkaterte Freundin da zu sein. Und ihr beim Aufräumen zu helfen. Sie war enttäuscht, so von ihren „Freunden“ versetzt worden zu sein, die offenbar ja nur Spaß auf ihre Kosten hatten haben wollen.

Das alles war vor vier Jahren. Die angeblichen Freunde sind heute nur noch flüchtige Bekannte, wir beide hingegen sind immer noch sehr gut befreundet. Lisa ist seitdem auch wieder vorsichtiger beim Alkohol. Wir beide wissen seitdem, dass Alkohol nicht nur für Spaß sorgt, sondern auch ungewollte Folgen haben und nahestehende Personen verletzen kann. Hätte sie sich nicht entschuldigt – und ich ihr nicht verziehen – hätten wir uns als Freunde verloren.

Habt ihr ähnliche Erfahrungen mit Alkohol und Freunden gemacht? Schreibt es gern in die Kommentare!

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