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DEN ANFANG MACHEN IST BESONDERS SCHWER

von KDL-Blog am

Betreff: Alkohol-Test
Nachricht: „Hallo, habt ihr ein Testprogramm, mit dem man rausfinden kann, ob man ein Alkoholproblem hat? Ich mach mir da Sorgen um einen Freund.“

E-Mails wie diese gehen oft in Suchtberatungsstellen ein: Jemand macht sich Sorgen um den Alkoholkonsum eines Freundes oder Familienmitglieds. Noch wurde der oder die Betroffene nicht darauf angesprochen – denn das erste Gespräch kostet viel Überwindung. Die Experten in der Beratungsstelle kennen das und haben Rat für diesen schwierigen Schritt.

„ICH HAB DOCH KEIN ALKOHOLPROBLEM!“

Was soll man zu jemandem sagen, um den man sich Sorgen macht – „ich glaube, du trinkst zu viel“?. Einen Satz wie diesen wollen die Betroffenen meist so gar nicht hören und bestreiten, ein Problem zu haben. Man selbst möchte es natürlich auch zuerst nicht recht wahrhaben. Wir suchen nach Erklärungen und vielleicht auch Entschuldigungen: Nur, weil mein Vater das Wochenende immer gerne mit ein paar Bieren einläutet und dabei auch mal zu viel erwischt, hat er ja nicht gleich ein Alkoholproblem.

Wann Alkohol zum Problem wird, was riskanter Alkoholkonsum ist und wann der aufhört und die Abhängigkeit anfängt, ist für Laien nicht zu erkennen. Grundsätzlich kann aber man sagen, dass jemand als abhängig gilt, wenn er nicht mehr steuern und kontrollieren kann, wie viel Alkohol er trinkt. Eine Alkoholabhängigkeit entwickelt sich schleichend und ist nicht an eine gesellschaftliche Schicht gebunden, sie kommt überall vor – auch dort, wo wir sie nicht vermuten oder nicht wahrhaben wollen.

Warnhinweis

ERNST NEHMEN, WAS SORGEN MACHT

Wenn du beobachtest, dass jemand aus deinem Freundeskreis oder deiner Familie das Limit regelmäßig überschreitet und du dir Sorgen machst, ist eines besonders wichtig: Lass dir nicht einreden, dass dauerhaft hoher Alkoholkonsum normal sei oder „nicht so schlimm“. Es ist richtig, das Problem anzusprechen. Damit rückt es in unser Bewusstsein und das macht es einfacher, wirklich etwas zu unternehmen.

HOL DIR HILFE

Das muss aber keiner alleine machen. Du kannst dir zum Beispiel Hilfe bei einer Beratungsstelle holen. Die Experten dort haben viel Erfahrung und Tipps. Wer nicht alleine hin möchte, nimmt einen Freund, eine Freundin oder Verwandte mit. Musst du aber nicht, es geht auch ganz unauffällig und anonym, wenn du willst. Beim BZgA-Infotelefon kannst du unerkannt bleiben, wenn dir das lieber ist.

Telefon: 0221 892031

(Preis entsprechend der Preisliste ihres Telefonanbieters für Gespräche in das Kölner Ortsnetz)

Mo.–Do. 10.00 bis 22.00 Uhr
Fr.–So. 10.00 bis 18.00 Uhr

Bildquelle: © iStock / Combomamba;  © iStock / Zoran Zeremski


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