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OHNE ALKOHOL: „WARUM DENN DAS?“ ODER „WARUM DENN NICHT?“

von KDL-Blog am

Anders sein in der Gruppe

Alkohol gehört in unserer Gesellschaft scheinbar dazu. Kaum ein Anlass, zu dem es nicht das übliche Glas Sekt gibt, es wird angestoßen, sich zugeprostet. Wenn dann statt des perlenden Schaumweins „nur“ Wasser, Saft oder ein anderer Softdrink im Glas ist, bleiben die Fragen nicht aus: „Was trinkst du denn da?“ oder „Wirklich kein Sekt für dich?“. Und das ist nur ein Beispiel. Fest verankert in unserer Kultur, ist Alkohol so selbstverständlich, dass man Fragen provoziert, wenn man keinen trinkt.

EIN NEIN RESPEKTIEREN

Dabei könnte es doch eigentlich genauso selbstverständlich sein, keinen Alkohol zu trinken, wie Alkohol zu trinken. Schließlich gibt es gute Gründe, warum man in bestimmten Situationen bewusst nüchtern bleiben möchte. Zum Beispiel, wenn man noch fahren muss oder einfach mal kürzertreten und einen klaren Kopf bewahren will. Oder vielleicht auch, weil am nächsten Tag etwas Wichtiges ansteht und man nicht riskieren möchte, unfit zu sein. Manche wollen auch immer ganz ohne Alkohol unterwegs sein. Vielleicht weil sie schlechte Erfahrungen gemacht haben, selbst oder mit anderen. Fragen wie „Warum trinkst du denn nichts Richtiges?“ wecken dann jedes Mal wieder unangenehme Erinnerungen. Anderen ist das Risiko zu groß, die Kontrolle über sich selbst zu verlieren und wieder Anderen schmeckt Alkohol einfach nicht. Außerdem gibt es ohne Alkohol ja auch einige erfreuliche „Nebenwirkungen“: Man kann Kalorien und Geld sparen, sich immer an alles erinnern und muss sich selbst die Frage „Darf ich noch?“ nicht dauernd beantworten – das kann den Abend sehr entspannen.In der Gruppe glücklich

 

ZUR EIGENEN ENTSCHEIDUNG STEHEN

Ganz gleich, ob ihr nur zu bestimmten Gelegenheiten Nein sagen oder grundsätzlich keinen Alkohol trinken möchtet: Könnt ihr euch vorstellen, wie eure Umwelt darauf reagiert? Vermutlich werden verständnislose Fragen oder Überredungsversuche kommen, wie „Eins kann nicht schaden“ oder „Es ist doch Wochenende“. Vielleicht haben Freunde und Bekannte auch Angst, dass ihr, die „nüchternen Spaßbremsen“, sie unbedingt davon überzeugen möchtet, auch mal nichts zu trinken. Möglich auch, dass sie euch belächeln, um selbst noch cooler zu wirken und das kann wirklich verletzend sein.

Um davon nicht allzu kalt erwischt zu werden, könntet ihr euch vorher überlegen, was ihr dem entgegensetzen möchtet. Am besten ist es wohl, keine Ausreden zu erfinden, sondern einfach zu sagen, warum. Ihr könnt ruhig ganz selbstbewusst auftreten, müsst euch nicht klein machen und, wenn ihr nicht wollt, euch auch gar nicht rechtfertigen. Denn es ist wirklich eure ganz eigene Entscheidung, ob und wann ihr etwas trinkt und ob ihr das kommentieren möchtet. Also: Wenn ihr (einmal) nichts trinken wollt, dann bleibt dabei – Punkt. Ihr werdet merken, das geht auch in einer Gesellschaft, in der keinen Alkohol zu trinken mehr Fragen aufwirft, als welchen im Glas zu haben.

Bildquelle: © iStock / Chunumunu;  © iStock / Halfpoint


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Fische im Ozean / Fotolia / andamanse

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