Max

WIE SCHNELL VERGISST DU, WAS DIR WICHTIG IST?

von Max am

Hebel, der sich von Gut auf schlecht stellen lässt

Nach einer langen, durchzechten Nacht versammeln sich Menschen an Imbissbuden, um sich noch einen Döner zu gönnen. Darunter sind manchmal auch einige, die eigentlich schon lange Vegetarier sind. Da frage ich mich: Wirft man unter Alkoholeinfluss seine Vorsätze und Prinzipien über Bord? Und wie fühlt man sich damit?

„EGAL, WAS MORGEN IST, HEUTE GIBT’S NUR EINMAL.“?

Das Schöne an (den eigenen) Prinzipien ist: Sie sind individuell. Es sind keine allgemeingültigen Regeln oder Gesetze. Es liegt an mir selbst, ob ich mich daran halte oder nicht. Deswegen kann man sie auch so wunderbar ignorieren, gerade unter Alkoholeinfluss.

Die Hemmschwelle sinkt durch Alkohol, das ist bekannt. Das ist nicht nur bei der Partnerwahl in der Disco so, sondern auch bei der Verführung durch „Köstlichkeiten“, die man sonst eher nicht anrühren würde. „Egal was gestern war, egal was morgen ist, heute gibt‘s nur einmal“, denken sich einige Leute und beißen genüsslich in eine Dönertasche oder ziehen an der erschnorrten Zigarette, obgleich sie schon lange Vegetarier oder Nichtraucher sind.

JEDER HAT SEINE EIGENEN AUSREDEN

Es folgt die Rechtfertigung vor dem eigenen Ich: „Ich habe eh schon lang nichts mehr gegessen. Ich hätte auch Hunger, wenn ich nichts getrunken habe.“ Jeder hat seine eigenen Ausreden, die zumindest bis zum nächsten Morgen das Glücksgefühl konservieren sollen. Meist denke ich in der Nacht gar nicht erst darüber nach, um dann spätestens am Morgen danach festzustellen: „Das wäre nicht nötig gewesen“. Und schlimmstenfalls war man so betrunken, dass man sich gar nicht mehr daran erinnern kann.

PRINZIPIEN ÜBER BORD – WIE GEHT MAN DAMIT AM BESTEN UM?

In der Regel finden diese Gedankenabläufe im eigenen Hirn statt. Das heißt, von meinem Konflikt haben andere Personen gar nichts mitbekommen. Und da die eigenen Prinzipien so schön individuell sind, kann ich mir auch aussuchen, wie ich mit dem Verletzen dieser umgehe. Grundsätzlich liegt das natürlich im eigenen Ermessen. Der beste Weg ist aber, es einfach gar nicht erst so weit kommen zu lassen. Weniger Alkohol, weniger blöder Gewissenskonflikt, mehr vom Abend. Ganz einfach.

Und wenn es doch mal passiert ist? Im besten Fall ärgert man sich „nur“ mit Scham und Reue über sich selbst und macht es beim nächsten Mal anders – wie im Döner-Beispiel. Im schlimmsten Fall hast du aber nicht nur dir selbst, sondern auch anderen geschadet. Zum Beispiel, wenn gute Freunde deinen Bruch mit den eigenen Prinzipien miterlebt oder mitbekommen haben. Entweder sie waren als Opfer selbst involviert (du warst zum Beispiel aggressiv, verletzend oder hast ein Geheimnis verraten, das sie dir im Vertrauen erzählt haben) oder sie wissen anhand deines Verhaltens im Rausch, dass du deine Prinzipien gebrochen hast (du hast deine Freundin betrogen, auf den Tischen getanzt oder Ähnliches). Was dann?

Rückgängig machen kannst du dein Verhalten natürlich nicht – aber dich entschuldigen und darüber nachdenken auf jeden Fall. Klar, deine Prinzipien sind deine Sache und es kann viele Gründe geben, wieso du sie (mal) vergisst. Aber zu viel Alkohol sollte keiner dieser Gründe sein – und darauf kannst du schließlich achten. Vielleicht sogar zusammen mit deinen Freunden. Das ist nämlich viel einfacher, wenn man gegenseitig aufeinander aufpasst.

FRAGE: IST DIR SO ETWAS AUCH SCHON MAL PASSIERT – UND WIE BIST DU DAMIT UMGEGANGEN?


Bildquelle: © Thomas Reimer / Fotolia

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