Hanna

ALKOHOL BEIM LERNEN – KEINE GUTE IDEE!

von Hanna am

Gehirn mit Zahnrädern

Schule, Uni, Ausbildung – irgendwann steht die nächste Prüfung bevor und man muss tagelang büffeln. Da hat man sich doch zwischendurch ein paar Bier mit Freunden verdient, oder? Tatsächlich kann sich dadurch aber der Lernerfolg verschlechtern.

WER ALKOHOL TRINKT, ERINNERT SICH SCHLECHTER

Wenn man für eine Prüfung lernt, will man natürlich, dass die Informationen im Gedächtnis landen. Alkohol erschwert allerdings das Einspeichern neuer Informationen.

Das zeigt auch eine Studie der spanischen Forscherin Dr. Maria Parada*. Sie führte Gedächtnistests mit 122 Studenten zwischen 18 und 20 Jahren durch, von denen ein Teil sich häufiger in einen Rausch trank. Das Ergebnis: Die rauschtrinkenden Studenten konnten sich neue Fakten schlechter merken als die ohne (Alkohol-)Rauscherfahrung.

ALKOHOLRAUSCH: WAS PASSIERT IM GEHIRN?

Hohe Alkoholmengen haben nicht nur zur Folge, dass wir uns schlechter konzentrieren können, total unaufmerksam werden und manchmal sogar einen kompletten Abend vergessen – irgendwann hat man sich wirklich das Hirn „weggesoffen“… Im schlimmsten Fall kann Alkohol das Gehirn nämlich so stark zerstören, dass dein Gedächtnis kaum noch funktioniert.

Beim Alkoholrausch wird vor allem der sogenannten „weißen Substanz“ geschadet. Das ist eine weiße Fettschicht, die die Nervenzellen im Gehirn umhüllt. Diese Schicht sorgt dafür, dass die elektrischen Impulse besonders schnell weitergeleitet werden. Es gibt auch Nervenfasern ohne diese Fettschicht – entlang dieser Fasern werden die Impulse deutlich langsamer transportiert. Neben der Beschleunigung der elektrischen Impulse hat die Fettschicht auch eine schützende Funktion für die Nervenfaser.

Das erklärt, warum Alkohol das Gehirn – und damit auch das Gedächtnis – weniger leistungsfähiger machen kann. Gerade bei uns Jugendlichen ist das besonders gefährlich, da sich das Gehirn noch in der „Umbauphase“ befindet.**

FAZIT: OHNE ALKOHOL LERNT ES SICH VIEL BESSER

In Lernphasen sollten wir besser die Finger vom Alkohol lassen  – und sonst sowieso im Limit bleiben. Es ist nämlich nicht nur super ärgerlich, wenn vieles, was wir uns mühsam eingetrichtert haben, einfach wieder verschwunden ist. Es ist auch richtig gefährlich, weil man in seinem Gehirn mit zu viel Alkohol langfristig großen Schaden anrichten kann.

ZU VIEL ALKOHOL – WO SIND MEINE ERINNERUNGEN?

Dr. Limit erklärt, was bei einem Filmriss im Gehirn passiert.

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Bildquelle: © giorgos245 / Fotolia

Quellen:

* Parada M., Corral M., Caamaño-Isorna F., Mota N., Crego A., Rodríguez Holguín S., Cadaveira F. (2011), Binge Drinking and Declarative Memory in University Students; In Alcoholism: Clinical and Experimental Research Volume 35, Issue 8, pages 1475–1484, August 2011
** Experteninterview mit dem Neuropsychologen Professor Manfred Laucht

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