Anicat

WAHRHEIT ODER DICHT?

von Anicat am| 2 Kommentare

Mensch ärgere dich nicht Spiel mit Biergläsern statt Spielfiguren

„Ha, leider daneben, du musst trinken!“ Ich ergebe mich meinem Schicksal und nehme einen weiteren Schluck des Irgendetwas-gemischt-mit-Schnaps, das in unserer Runde fleißig umhergereicht wird. Irgendwer hatte nämlich die „glorreiche“ Idee, mit einem Trinkspiel anzufangen.

Beim Zurückstellen der Flasche merke ich, dass mir schummrig ist, der Tisch neben mir verschwimmt für eine Sekunde vor meinen Augen, und beinahe hätte ich die Flasche ins Nichts gestellt. Aber kein Erbarmen. Die Spielkarten werden wieder gemischt. Eine neue Runde, weiter geht‘s.

GESELLSCHAFTSSPIEL ODER GESELLSCHAFTSBESÄUFNIS?

Trinkspiele haben vermutlich einige von euch schon einmal mitgemacht. Die Regeln beruhen meistens auf alten, in der Kindheit erlernten Brett- oder Kartenspielen. Da gibt es eine Variante von Uno, eine von Twister und zig Abwandlungen von bekannten Kartenspielen. Wer verliert, muss trinken.

Gespielt wird meist, bis der erste zu betrunken ist, um ein As von einem Ober zu unterscheiden. Die Spiele an sich machen ja auch einen Heidenspaß, und durch das Beifügen von Alkohol lockert sich die Stimmung innerhalb kürzester Zeit wie von Zauberhand. Das innere Warnsignal wird ertränkt und man möchte gar nicht mehr aufhören. Ist doch so lustig. Oder?

EIN, ZWEI, SIEBEN BIER.

Von wegen. Der Alkoholkonsum gerät nämlich völlig aus dem Fokus. Wie viele Gläser man bereits geleert hat, fällt unter den Tisch, bis man schließlich selbst dort liegt. Der Spielverlauf oder die Regeln bestimmen, wie viel du trinkst – und nicht du selbst. Dabei hat man im unterm Strich weder vom Abend noch vom Spiel noch von seinem Getränk wirklich was.

Außerdem wird total außer Acht gelassen, was man trinkt. In der ersten Runde ein Bier. In der zweiten ein Glas Wein, Bier ist inzwischen aus. In der dritten ist es dann schon ein Wodkagemisch, das man sonst niemals auch nur mit dem kleinen Finger berühren würde.

HOW TO TRINKSPIEL

Die Antwort darauf: einfach nicht mitspielen. Viele machen allerdings trotzdem bei Trinkspielen mit, nur weil sie kein Außenseiter oder uncool sein wollen. Quatsch, echt.

Spaß haben geht nämlich auch ohne dabei unter dem Tisch landen. Wieso die Spiele nicht mal auf einen Extra-Spieleabend verlagern, bei dem es tatsächlich darum geht, das Spiel zu spielen statt es als Grund zum Trinken zu vorzuschieben. Abgesehen davon gibt es auch Partyspiele ohne Alkohol, mit denen ihr einen zähen Abend auflockern könnt. Und wenn ihr trotzdem was trinken wollt, setzt euch vor Beginn des Abends ein Limit und haltet dieses ein. Dann liegt die Kontrolle in eurer Hand – ohne der Verlierer zu sein. Und wer ist schließlich nicht gerne immer auf der Gewinnerseite?

UND IHR? WAS DENKT IHR ÜBER TRINKSPIELE?

> Mit diesen 7 Tipps fällt es dir leicht, im Limit zu bleiben


Bildquelle: © vector/ AngelaStolle / Fotolia

2 Kommentare zu: “WAHRHEIT ODER DICHT?”

  1. Avatar

    Joanna

    Sicherlich, Trinkspiele verleiten Leute, die sonst wenig trinken, dazu, mehr zu trinken. Aber in unseren Runden wird niemand dazu gezwungen, auch wirklich ALKOHOL bei Trinkspiel zu trinken. Hauptsache ist nur: Jeder macht mit. Mit danebensitzen und bedröppelt gucken schießt man sich selbst ins aus.
    Jeder darf selbst entscheiden, was er trinkt: Ob Schnaps, Bier, Wein, Cola oder Wasser. Und das darf auch immer variiert werden.

    Bei Trinkspielen steht für mich, genauso wie bei allen Spielen auch, das „gemeinsam“ im Vordergrund. Und wie ihr schon schreibt, wenn dabei Alkohol getrunken wird, wird’s eben noch lustiger.

    Besonders auf bunt zusammengewürfelten Partys, wo nicht jeder jeden kennt, ist das Trinkspiel ein wunderbarer Start in einen tollen Abend. (Und hoffentlich nie das Ende!)

  2. Avatar

    NicKai

    Wird man heutzutage zu einem Trinkspiel aufgefordert lautet die erste Frage die einem persönlich durch den Kopf schießt leider nicht mehr „Will ich überhaupt mitspielen oder nicht?“ sondern „Bin ich vielleicht der einzige der nicht mitspielt?“ oder „Werde ich dadurch zum Outsider, wenn ich es nicht tue?“. Meine persönliche Antwort ist Nein. Trinkspiele verleihen die Menschen meist nur dazu mehr zu trinken, als sie eigentlich wollen und ihr persönliches Limit ist schneller überstiegen als sie aussteigen können. Nur weil jemand seiner Haltung treu bleibt ist er nicht automatisch uncool, es ist nur der Gedanke daran, dass andere so denken könnten, der einen letzten Endes dann doch dazu verleitet, sich der Gruppe hinzugeben und mit zu spielen. Deswegen mein Appell an alle die sich bereits in so einer Situation befunden haben: SEID ZUKÜNFTIG STARK UND DENKT NICHT ÜBER DIE MEINUNG ANDERER NACH!

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