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WIE SOCIAL MEDIA DEINEN ALKOHOLKONSUM (UNBEWUSST) BEEINFLUSSEN KANN

von Chrissi am| 1 Kommentar

Zwei Hände, die mit Smartphones anstoßen, die mit Bier gefüllt sind

Im Internet zu schauen, was in der Welt da draußen so abgeht, gehört für mich und viele andere zum Alltag wie das tägliche Zähneputzen. Alkohol ist dabei fast überall präsent – nicht nur in Werbung, die unerwartet aufploppt, sondern auch in sozialen Netzwerken wie Facebook. In diesem Beitrag schaue ich mir eine bestimmte Art von Präsenz ein bisschen genauer an.

„MARKIERE JEMANDEN, DER DIR HEUTE ABEND EIN BIER AUSGEBEN MUSS!“

So etwas in der Art stand auf einem Foto, das mir letztens auf Facebook aufgefallen ist. David, ein Freund von mir, wurde darauf markiert. Mein erster Gedanke: Ganz schön dreist, jemandem zu sagen, dass er einem ein Bier ausgeben soll (was meistens auch heißt, dass man selbst eins mittrinken soll), nur weil er dort verlinkt wurde. Das entscheidet man wohl schließlich immer noch selbst.

Als ich mir die Kommentare durchlas, wurde mir klar, dass meist nur die Menschen, die jemanden verlinken, begeistert sind von der Idee. Diejenigen, die markiert wurden, schienen nicht so überzeugt davon zu sein. Mir ist das glücklicherweise noch nicht passiert.

VERLEITEN FACEBOOK-BILDER WIRKLICH ZUM TRINKEN?

Ich glaube, dass das durchaus passieren kann. Zu der persönlichen Verlinkung kommt noch dazu, dass Alkohol auf den meisten dieser Fotos positiv dargestellt ist. Die Bilder sind oft professionell fotografiert, das Glas oder die Flasche glitzert im Sonnenlicht und es kommt nicht selten ein witziger Spruch dazu. Alkohol bekommt dadurch ein vermeintlich „cooles“ Image, das meiner Meinung nach dazu anregen kann, mehr oder überhaupt etwas zu trinken.

AUCH DER CHEF LIEST AUF FACEBOOK MANCHMAL MIT

Unabhängig davon, ob David jetzt mit irgendwem ein Bier trinkt oder nicht: Das, was ich als Facebook- Freundin zu sehen bekomme ist: Ein großes Glas Bier und der Hinweis, dass David verlinkt wurde. Sofort verbinde ich beides miteinander, ob ich will oder nicht. Bei mir ist das kein Problem, doch wenn ich jetzt Davids Chef gewesen wäre, sähe das wahrscheinlich anders aus. Es ist nichts Neues, dass der Chef (sogar auch vor einem Bewerbungsgespräch) das Profil auf solche Sachen abcheckt. Sowas macht nie einen guten Eindruck und kann im schlimmsten Fall sogar dazu führen, dass man bald ohne Nebenjob dasteht. Das alles, obwohl man selbst gar nichts gemacht hat. Schon eine fiese Nummer.

DIE „BEER CHALLENGE“ – TRINKEN AUS GRUPPENZWANG?

Ein anderes Beispiel: Vielleicht erinnert ihr euch noch an ein die Ice Bucket Challenge in den Sozialen Netzwerken, die auf die Krankheit ALS aufmerksam machen sollte. Als Nachfolger kamen alle möglichen anderen Challenges. In meinem Freundeskreis war die Beer Challenge sehr beliebt. Man sollte ein Bier exen und dann weiter drei Menschen nominieren (also markieren), die genau das gleiche machen.

Mit der ursprünglichen Idee, auf etwas wie eine Krankheit aufmerksam zu machen, hatte das nichts mehr zu tun. Dennoch machten ganz viele aus Gruppenzwang mit. Ich habe auch miterlebt, dass Leute regelrecht angefeindet wurden oder „Spielverderber“ genannt wurden, weil sie nicht mitmachten. Dabei ist es völlig legitim zu so etwas Sinnlosem Nein zu sagen.

Lasst euch also nicht durch solche Aktionen beeinflussen. Bittet eure Freunde, euch nicht auf solchen Alkoholfotos zu verlinken. Und habt auch den Mut, nein dazu zu sagen. Euer zukünftiges Ich (auch euer Job-Ich) wird es euch danken.

WAS MEINT IHR? WIE SOLLTE MAN MIT ALKOHOL AUF SOCIAL MEDIA UMGEHEN?

Mehr dazu, wie sich Alkohol-Werbung auf den Alkoholkonsum auswirken kann, erfahrt ihr hier: Zum Artikel


Bildquelle: © Dooder / Fotolia

Ein Kommentar zu: ““WIE SOCIAL MEDIA DEINEN ALKOHOLKONSUM (UNBEWUSST) BEEINFLUSSEN KANN”

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    Peter P

    Also wenn mein Chef mich wegen so einer Kleinigkeit wie einer Verlinkung zu einem Glas Bier nicht einstellen will, dann will ich da eigentlich auch nicht arbeiten

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