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ALKOHOL IM „SOUND-CHECK“

von KDL-Blog am

Neon-Reklame mit Musikinstrumenten und Getränken

Ein kühles Bier gehört für viele Musik-Fans auf Konzerten dazu. Weil man meist keine eigenen Getränke mitbringen darf und die Preise vor Ort hoch sind, werden im Internet „Hilfsmittel“ mit verstecktem Speicher für Flüssigkeiten angeboten. In künstlichen Bierbäuchen zum Umschnallen, Getränke-BHs mit passendem Trink-Schlauch oder falschen Bärten soll sich der Alkohol an den Türstehern unbemerkt vorbeischleusen lassen. Ernst gemeint sind diese Tipps natürlich nicht. Wer erwischt wird, muss das Konzert im schlimmsten Fall sogar ganz verlassen, und wer zu betrunken ist, bekommt von der Lieblingsband nichts mehr mit. Trotzdem kann Musik aber einen Einfluss darauf haben, was und wie wir trinken.

LAUTE MUSIK MACHT DURSTIG

Gezeichnete Zitrone, die Kopfhörer trägt und tanzt

Laut einer Studie* der britischen University of Portsmouth schmeckt Alkohol süßer, wenn wir gleichzeitig laute Musik hören. Weil die meisten Menschen Süßes lieben, trinken wir dadurch insgesamt mehr. Gleichzeitig soll der Lärm dazu führen, dass man das Gefühl für die Menge verliert, die bereits getrunken wurde. Ein französischer Psychologe von der Universität Bretagne-Sud glaubt außerdem, dass mehr getrunken wird, weil wir uns bei lauter Musik nicht mehr unterhalten können.

DER MUSIKGESCHMACK VERRÄT DEN LIEBLINGS-DRINK

Rockband mit vier Musikern als Cartoon

Ein Marktforschungsinstitut stellte bei einer Befragung unter 3000 jungen Leuten zwischen 18 und 29 Jahren fest, dass es einen Zusammenhang zwischen den Vorlieben bei Musik und bei alkoholischen Getränken gibt.

Deutlich wird das vor allem bei Spirituosen. Wer Rockmusik mag, bevorzugt der Untersuchung zufolge Whiskey und Rum. Pop-Fans trinken zum Beispiel gern Wodka, Rapper und Hip-Hopper auch Tequila. Fast alle mögen lieber Weißwein als Rotwein – umgekehrt ist es nur bei Metal-Anhängern. Das beliebteste alkoholische Getränk ist bei fast allen Bier. Eine Ausnahme bilden die R’n’B-Fans: Sie trinken lieber Wodka. 19 Prozent, also fast ein Fünftel aller Befragten gaben an, dass sie gar keinen Alkohol trinken.

BEEINFLUSSEN SONGTEXTE UNSER TRINKVERHALTEN?

Gezeichnetes Weinglas, in das Noten fliegen

Rihanna trinkt in „Cheers“ auf ihre Sorgen, die britischen Rocker von Oasis reimen „Gin and Tonic“ auf „Supersonic“. Rund ein Viertel aller Songs hat laut einer Untersuchung der US-amerikanischen University of Pittsburgh einen Bezug zu Alkohol**. Forscher glauben, dass das unser Trinkverhalten beeinflussen könnte***. Um ihre Vermutung zu belegen, befragten sie junge Leute nach ihrem Musikgeschmack und ihrem Trinkverhalten. Das Ergebnis: Jugendliche, die häufig Songs hören, in denen Alkoholsorten oder -markennamen vorkommen, trinken tendenziell mehr und riskanter Alkohol als andere, die seltener mit diesen Liedern in Berührung kommen.

Natürlich kann man es trotzdem nicht einfach auf ein paar Songtexte schieben, wenn man zu viel oder zu oft trinkt. Der Effekt ist aber der gleiche, der auch in der Alkoholwerbung nachgewiesen wurde: Hören wir einen bestimmten Marken- oder Produktnamen oder eine Botschaft immer wieder, hat das letztlich oft einen Einfluss darauf, was wir kaufen oder trinken.

Was macht Alkohol in Pop-Songs? Das fragt sich auch Bloggerin Nora. Hier geht es zu ihrem Beitrag.


Bildquellen (von oben nach unten): © chetverikov / Fotolia; © baluchis / Fotolia; © emuemu / Fotolia; © grgroup / Fotolia

Quellen:

* Studie der University of Portsmouth

** Studie der University of Pittsburgh

*** Zur Studie

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