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DAS PHÄNOMEN DES IMMER VOLLEN GLASES: FEIERT ES SICH ALS FRAU ANDERS ALS ALS MANN?

von Chrissi am

Samstagmorgen, 10 Uhr. Die Sonne scheint in mein Zimmer und weckt mich brutal auf. Beim Aufstehen merke ich, dass mir etwas schwummrig ist und mein Kopf schmerzt. Abgesehen von dem Schlafmangel hatte ich gestern doch gar nicht so viel getrunken, oder?

Okay, ich gehe den gestrigen Abend noch mal mental durch. Wir waren erst in einer Shot Bar, danach im Irish Pub und dann noch etwas tanzen. Ich hatte 20 Euro dabei, heute sind es noch 10, das heißt, so viel kann ich gar nicht getrunken haben. 5 Euro für fettige, asiatische Nudeln gegen den nächtlichen Hunger und 5 Euro für Alkohol.

Moment, das kann nicht sein. Ich erinnere mich daran, dass ich überall auf jeden Fall ein Getränk getrunken habe. Ich frage also bei Phillipp nach, der mit mir unterwegs war.

DAS BIERGLAS FÜLLT SICH SCHEINBAR VON SELBST NACH

„Man man man, Chrissi. Ich wär manchmal auch echt gern ’ne Frau. Ständig kommt irgendein Typ an und will dir was ausgeben. Wieso passiert mir das nie mit Mädels?“

Ich erinnere mich dunkel daran mit vielen verschiedenen Leuten gequatscht zu haben. Klar kommt es auch mal vor, dass mich Leute fragen, ob sie mir was ausgeben dürfen. Und ich denke mir, wieso nicht? Aber so wirklich ist mir das nicht mehr in Erinnerung, wer mir genau was wann ausgegeben hat. Es ist als hätte ich immer am gleichen Glas getrunken, aber es hat sich nie geleert, weil immer wie von Zauberhand neues Bier da ist.

DIE KONTROLLE VERSCHWINDET

Bei dem Gedanken wird mir richtig unwohl. Das kann echt gefährlich werden. Man trinkt schnell mehr als man wollte und lässt sich dadurch eher auf Dinge ein, die einem schon am nächsten Tag peinlich oder unangenehm sind – zum Beispiel, wenn die Freunde aufzählen, was man alles gemacht hat und man sich selbst nicht mehr daran erinnern kann. Oder man macht Sachen, die einem selbst richtig schaden. Zum Beispiel hätte mir auch irgendwer leicht KO-Tropfen oder so ins Glas kippen können. Das hätte ich sicher nicht mitbekommen. Je mehr man trinkt, desto eingeschränkter ist schließlich die Wahrnehmung. Als ich mir die Folgen vorstelle, wird mir richtig schlecht. (Hier findet ihr einen Artikel zum Thema Filmriss.)

Beneidenswert, wie Phillipp meint, ist das mit dem Ausgegeben-bekommen also echt nicht – jedenfalls nicht, wenn man jedes Getränk auch annimmt. Ich beschließe, beim nächsten Mal von Anfang mitzuzählen. Ein Limit, wie viel Geld ich maximal ausgeben möchte, setze ich mir sowieso an jedem Abend. Wenn ich etwas trinken möchte, mache ich das dann in Zukunft auch mit Getränken. Leute kennen lernen, feiern und Spaß mit Freunden haben klappt schließlich auch so gut bei mir. Und vielleicht passen Phillipp und ich nächstes Mal einfach gegenseitig auf, wie viel wir trinken – dafür hat man ja schließlich Freunde.

Wie steht ihr dazu? Was macht ihr um den Überblick zu behalten, wenn man euch etwas ausgibt? Lasst ihr euch überhaupt einladen oder lehnt ihr gleich ab?

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