Annika

STUDENTENLEBEN – HEUTE PARTY, MORGEN UNI?

von Annika am| 5 Kommentare

Illustration eines Hörsaals mit Studenten

Seit ich von zu Hause ausgezogen bin, kommen mir noch ab und an alte Weisheiten meiner Mama in den Sinn. Der Satz: „Wer feiern kann, kann auch aufstehen!“ ist bei mir zum Beispiel hängen geblieben…

Heute Morgen schafft es dieser Satz, gepaart mit schlechtem Gewissen, mich nach der langen Partynacht wach zu kriegen. Tatsächlich sitze ich wenig später mit schwitzenden Poren in der Vorlesung und schwöre mir, beim nächsten Mal weniger zu trinken und nicht mehr so lang aufzubleiben.

DIE GROSSE FRAGE: AUFSTEHEN ODER LIEGENBLEIBEN?

In meinem Umfeld gibt es verschiedene Typen, die diese Frage ganz unterschiedlich beantworten würden – männlich genauso wie weiblich. Ein paar stelle ich euch vor. Vielleicht erkennt sich da ja der eine oder andere von euch wieder?

1) DER DÖSER: Diese Art von Studenten ist meist äußerst gesellig, sprich auf jeder Party anwesend, und oft auch ziemlich betrunken. Nach zwei Stunden Schlaf ist dieser Typ allerdings ein unsäglicher Morgenmuffel und verbringt die Vorlesung eher ruhig dösend. Wenn er überhaupt auftaucht.

2) DER ZU-SPÄT-KOMMER: Wie der Döser ist der Zu-Spät-Kommer sozial bestens integriert und genießt auf dem Campus einen ziemlich hohen Bekanntheitsgrad (außer bei den Dozenten). Er setzt aber noch eins drauf und zecht gleich die ganze Nacht durch. Von der Party geht es direkt zur Vorlesung – allerdings viel zu spät.

4) DER VERMEINTLICHE „PARTYGOTT“: Von diesem Typ gibt es zum Glück nur wenige Exemplare. Er kann scheinbar endlos feiern und trinken, während man ihm am nächsten Tag nichts davon anmerkt. Aber Vorsicht! Dass er von der Wirkung des Alkohols wenig spürt, kann gefährlich werden. Er selbst trinkt dadurch schnell mal zu viel – und andere denken schnell, dass sie mit ihm mithalten müssen, was den Alkohol angeht.

5) DER MASSVOLLE: Wie der Name schon sagt, kennt er seine Grenzen und kann sie einhalten. Er lässt sich von Gruppenzwang und Trinkspielen nicht dazu verleiten, über den Durst zu trinken. Mit ihm hat man immer Spaß, deshalb ist er ziemlich beliebt.

FEIERN JA – ÜBERTREIBEN NEIN

Natürlich sind diese Typen nur eine kleine Auswahl. Genauso kenne ich Studenten, die gern auf Partys gehen und da nichts trinken, generell wenig bis gar nichts trinken oder einfach nicht gern feiern gehen, was auch alles völlig in Ordnung ist. Für mich persönlich gehören Studentenleben und Feiern zusammen – das geht aber auch wunderbar ohne viel zu trinken. So generell zähle ich mich dabei eher zum Typ des Maßvollen, einfach weil ich auf Partys gerne und viel tanze. Das geht aber nur, wenn man nicht zu viel trinkt. Wie beim Tanzen behalte ich aber auch sonst gerne die Kontrolle über mich und trinke deshalb meistens im Rahmen meines Limits. Natürlich gehe ich auch mal feiern, ohne irgendwas zu trinken, je nachdem, wie ich mich fühle. Denn Alkohol ist meiner Meinung nach nichts, was man konsumieren muss, um dazuzugehören. Spaß beim Feiern haben oder nicht, das hängt ganz allein von mir ab, nicht vom Alkohol.

Ob man am nächsten Morgen aufsteht oder liegen bleibt, muss letztlich jeder selbst entscheiden. Wer denkt, dass man mit dem Auszug von zu Hause automatisch erwachsen wird, der hat sich ziemlich geschnitten. Warum? Weil man sich und die dazugehörige Eigenverantwortlichkeit erst mal finden muss. Da sind keine Eltern mehr, die dir sagen, dass morgen Uni ist. Ne, ne! Du ganz allein darfst beziehungsweise musst entscheiden, ob du überhaupt auf die Party gehst und ob und wie viel du trinkst.

Dass es weder eine gute Idee ist, mit Restalkohol im Blut in der Uni aufzukreuzen noch ständig die Vorlesung zu schwänzen, wird einem ohnehin ziemlich schnell klar. Ich habe mich in der Vorlesung richtig mies gefühlt, mir war die ganze Zeit schlecht, und mitbekommen habe ich auch nichts, die Infos musste ich mir später mühselig zusammensuchen. Besser also, man lässt es gar nicht erst soweit kommen und passt beim Feiern mit dem Alkohol ein bisschen auf. Denn das ist meiner Meinung nach Erwachsenwerden: Entscheidungsfreiheit zu haben und dabei trotzdem gemäß der eigenen Grenzen zu entscheiden

PARTY TROTZ UNI? UNI TROTZ PARTY? WAS SIND EURE ERFAHRUNGEN?


Bildquelle: © kras_u / Fotolia

5 Kommentare zu: “STUDENTENLEBEN – HEUTE PARTY, MORGEN UNI?”

  1. Mihael

    Bei uns war im ersten Semester Donnerstags frei bzw. erst spät Vorlesung. Da traf es sich gut, dass ein angesagter Club Mittwochs offen hatte. Im zweiten Semester trennten sich dann die beschriebenen Typen. Eigentlich blieben nur noch 3 und 4 übrig. Hatte es mir immer zum spaß gemerkt wer denn nach Mitternacht noch geblieben ist. Außer mir selbst und einem Freund waren die dann aber alle am nächsten Tag nur Typ 2 oder gar nicht da.

  2. Philipp

    Naja, ich als ersti würd schon gerne wissen, wie man da gut die Balance hält…
    Auch mit dem Schlaf ist das so eine Sache, am besten wäre es wohl nach der Feier (mit mäßig Alkohol) um 3 in die Federn zu sinken und direkt in die Tiefschlafphase einzutauchen und dann so um halb 6 in einen leichteren Schlaf überzugehen, dass mich der Wecker dann ganz sanft aufweckt und ich dann mehr oder weniger frisch in der Elektrotechnik Vorlesung sitzen kann.

  3. Helga

    Wenn ich mich an mein Studentenleben errinere, stehen mir zahlreiche Studentenpartys vor Augen. Wenn ich mir eine vorstelle, bin ich in Gedanken immer beim Film „Project X“…) Im Prinzip sahen alle Studentenpartys, die ich besucht habe, so aus: es gab Musik, es gab Alkohol, es gab viele Grüppchen und manche standen nur bei ihrer Gruppe und Andere zogen rum. Man kennt viele Leute so halb oder vom Sehen, weil man mal nen Kurs mit ihnen zusammen hatte. Und sonst hat man immer den bewährten Gesprächseinstieg: „und, was studierst Du?“.Hahaha….) zumindest war es bei mir immer so!

    LG,
    Helga

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