Christoph

SCHATZ, LASS UNS ÜBER ALKOHOL REDEN!

von Christoph am

Cocktailglas mit aufgespießtem Herz

Beziehungen ändern das Trinkverhalten, sagt eine amerikanische Studie*. Auch beim Alkoholkonsum werden sich Partner -wie in vielen anderen Eigenschaften- immer ähnlicher. Man gleicht sich an und kommt so auf einen gemeinsamen Nenner. Soll also heißen: Die meisten Männer werden weniger, Frauen mehr trinken. Aber ist das wirklich immer so einfach? Und was kannst du tun, wenn Alkohol in deiner Beziehung ein Problem wird?

WENN DEIN FREUND (ODER DIE FREUNDIN) ZU VIEL TRINKT

Wenn ich als Peer für „Alkohol? Kenn dein Limit.“ unterwegs bin, höre ich oft auch ganz andere Geschichten. Auch Johanna, eine gute Freundin von mir, hat neulich erzählt: „Mein Ex-Freund hatte ein zunehmendes Alkoholproblem. Zu Beginn fiel es mir nur am Wochenende auf. Dann merkte ich, dass er auch unter der Woche häufig sein Feierabendbier getrunken hat. Feierabend hat man jedoch ziemlich oft. Ohne ihn damit zu konfrontieren, habe ich gemerkt, wie sehr sich das auf unsere Beziehung ausgewirkt hat. Alkohol kann gelassener, aber auch aggressiv machen. Letzteres bekam ich immer häufiger zu spüren. Irgendwann habe ich ihn dann mal auf sein Problem angesprochen. Aber statt einzusehen, dass er unsere Beziehung zerstört, sagte er, dass ich spinnen würde und das doch ganz normal sei. Ein paar Monate später haben wir uns getrennt.“

Besonders schlimm fand Johanna, dass ihr Freund ihre Meinung nicht respektiert, sondern sogar belächelt hat. In einer Beziehung sollte man schon offen über Meinungsverschiedenheiten und Probleme sprechen können. Viele Jugendliche definieren sich aber zum Teil auch über ihren Alkoholkonsum. Wenn der kritisiert wird, wird das schnell als ein Angriff auf die eigene Persönlichkeit angesehen.

BESSER NICHT: LIEBESPROBLEME IM ALKOHOL ERTRÄNKEN

Stress mit dem Partner oder der Partnerin gibt es in fast jeder Beziehung mal. Den Kummer im Alkohol zu ertränken, bringt allerdings gar nichts, weil man sich nicht vernünftig mit den Problemen auseinandersetzt. Stattdessen tauchen sie später wieder auf und sind dann noch größer.

Auch Streiten ist nicht zu empfehlen, wenn man Alkohol getrunken hat. Du verhältst dich meistens nicht losgelöster, sondern unüberlegter und neigst dazu, nur noch deine Sicht der Dinge zu betrachten. Du kannst und willst nicht mehr nachgeben, Kleinigkeiten können zu riesigen Diskussionen werden.

Ihr merkt schon: Probleme in der Beziehung lösen ist wie Fahrradfahren. Am besten klappt es nüchtern!  😉 Ganz wichtig ist aber auch, Rücksicht aufeinander zu nehmen. Wenn einer nichts trinken möchte, zum Beispiel in der Klausurphase, ist es eine große Hilfe, wenn auch der Partner auf Alkohol verzichtet.

WIE KANN MAN IN EINER BEZIEHUNG ÜBER ALKOHOL REDEN, OHNE DASS ES STRESS GIBT?

Am besten sagst du in einem ruhigen Moment ganz konkret, was dir aufgefallen ist, anstatt nur von „zu viel“ oder „zu oft“ zu reden. Wichtig ist, dass du dem anderen zuhörst – auch wenn dein Freund oder deine Freundin dich auf deinen Alkoholkonsum anspricht und nicht umgekehrt. Häufig merkst du nämlich selbst gar nicht, wie schnell Alkohol deine Persönlichkeit verändert. Eine nüchterne Person, die dich so gut kennt wie dein Partner, merkt das viel eher.

Noch mehr Tipps, wie du andere auf ihren Alkoholkonsum ansprichst, findest du unter „Anderen helfen“ auf der Website von „Alkohol? Kenn dein Limit.“.

UND IHR? Welche Erfahrungen habt ihr mit Alkohol in euren Beziehungen gemacht? Wurde euer Trinkverhalten schon einmal zum Streitpunkt? Wie würdet ihr damit umgehen, wenn euer Freund eurer Meinung nach zu viel trinkt?

* Studie: Relationship between marriage and alcohol examined


Bildquelle: © Victor Tongdee / Fotolia

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