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SOLO SAUFEN IST AUCH KEINE LÖSUNG – UND WENN DOCH?

von KDL-Blog am

Foto eines Bierkastens mit leeren Flaschen.

Alkohol trinkt man mit Freunden. Man wird lockerer, der schöne Moment wird dadurch noch schöner und gemeinsam macht es einfach Spaß. So betrachtet, macht alleine Trinken schlichtweg keinen Sinn: Wozu soll das gut sein? Was soll das bringen? Da steckt doch mehr dahinter, oder? Eine kürzlich veröffentlichte Studie aus Kanada liefert eine mögliche Erklärung.

„Hast du eigentlich ein Problem?“, so hatte unser Blogger Lucas seinen Beitrag zum Thema „Alleine Trinken“ im vergangenen Jahr betitelt. Denn dieser Frage muss er sich stellen, weil er gelegentlich abends alleine ein Bier trinkt. Viele von euch scheint das auch zu beschäftigen. Der Artikel war einer der meistgelesenen Texte im Blog.

Unsere Straßenumfrage zeigt: In kleinen Mengen scheint „alleine Trinken“ für euch noch OK. Wird es mehr, könnt ihr das nicht mehr nachvollziehen:

ALLEINE TRINKEN, UM KEINE ANGST MEHR ZU HABEN

Tatsächlich kann alleine Trinken einen ernsten Hintergrund haben. Das legen die kürzlich veröffentlichten Ergebnisse einer Befragung* unter kanadischen Studierenden nahe. Ein Forscherteam hatte sich mit dem Thema „Vorglühen“ beschäftigt. Dabei fand man heraus, dass manche der Befragten ganz alleine Alkohol trinken, bevor sie auf eine Party gehen.

Während „Vorglühen“ in Gruppen meist damit erklärt wurde, dass Alkohol in Clubs und Bars teuer ist, ging es vielen Solo-Konsumenten um etwas anderes. Unter ihnen waren besonders viele Menschen, die unter einer sozialen Phobie leiden. Die Forscher vermuten, dass diese sozial ängstlichen Personen den Alkohol vor dem Ausgehen nutzen, um zu entspannen und so besser mit ihrer Angst umzugehen. Kurz, sie nutzen ihn als Problemlöser. Die Studie konnte zeigen, dass die Gruppe der sozial ängstlichen Studierenden mit höherer Wahrscheinlichkeit einen problematischen Alkoholkonsum entwickelt als solche, die keine soziale Phobie zeigen.

IST „ALLEINE“ IMMER EIN PROBLEM?

Natürlich ist nicht jeder, der mal alleine ein Bier oder ein Glas Wein trinkt, gleich ein Fall für die Suchtberatung. Das „Warum“ spielt immer eine wichtige Rolle. Außerdem ist man nicht von einem auf den anderen Tag alkoholabhängig. Eine Sucht entwickelt sich meist über viele Jahre und der Prozess wird durch viele Faktoren beeinflusst.

Zumindest unter Jugendlichen scheint Solo-Betrinken keinen hohen Stellenwert zu haben. Alkohol macht den meisten alleine irgendwie weniger Spaß. Das dachte sich übrigens auch ein Erfinder aus Südkorea und entwickelte Drinky, den Roboter. Der kleine Kerl wird auf ein Marmeladenglas geschraubt (so geht kein Alkohol verloren) und trinkt dann mit. Er prostet sogar zu und wird nach und nach rot im Gesicht. Ob das Trinken mit Drinky dann aber tatsächlich nicht mehr unter „alleine Trinken“ fällt? Wir sind uns nicht sicher.


Bildquelle: © VRD / Fotolia

*Studie: Getting the party started – Alone: Solitary predrinking mediates the effect of social anxiety on alcohol-related problems

Hier gibt es Hilfe:

Eine anonyme, persönliche Beratung bietet das Infotelefon der BZgA.

BZgA-Infotelefon: 0221 892031

Mo.–Do. 10.00 bis 22.00 Uhr, Fr.–So. 10.00 bis 18.00 Uhr

(Kostenpflichtig, es gilt der Preis entsprechend der Preisliste des jeweiligen Telefonanbieters für Gespräche in das Kölner Ortsnetz.)

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