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PROMILLE INTERNATIONAL: VIVA MEXIKO!

von KDL-Blog am| 1 Kommentar

Foto eines Chihuahua in traditioneller mexikanischer Kleidung und Sombrero

In Mexiko trägt man Sombreros, trinkt Tequila und isst Tortillas – so zumindest die gängigen Klischees. Wir wollten wissen, wie es die rund 120 Millionen Mexikanerinnen und Mexikaner mit dem Alkohol halten. Fünf interessante Alkohol-Fakten rund um das Herkunftsland der Chihuahuas haben wir für euch zusammengetragen.

1. KONSUM: IN MEXIKO IST ALKOHOL MÄNNERSACHE.

Illustration von Frau und Mann in traditioneller mexikanischer Kleidung.Das Klischee, dass man in Mexiko ständig Tequila trinkt, kann nicht stimmen. Die Mexikanerinnen und Mexikaner konsumieren deutlich weniger Alkohol als die meisten Europäer. Auf 7,2 Liter reinen Alkohols pro Jahr kamen sie zwischen 2008 und 2010 im Durchschnitt.* Der Konsum in Deutschland lag mit 11,8 Litern deutlich höher. Auffällig dabei: Der geringe Konsum macht sich vor allem bei Frauen bemerkbar. Laut Weltgesundheitsorganisation kamen Mexikanerinnen im Zeitraum 2008-2010 durchschnittlich auf 2,6 Liter reinen Alkohols. Zum Vergleich: Bei deutschen Frauen waren es im gleichen Zeitraum 7 Liter.

2. LIEBLINGSGETRÄNK: WIRD IN MEXIKO NUR TEQUILA GETRUNKEN?

Illustration Tequilla, Sombrero und RasselnTequila ist hierzulande ein beliebter Kurzer. Das dazugehörige Ritual, ihn mit Salz und Zitrone zu trinken, macht schließlich einiges her. Tatsächlich wird der Agaven-Schnaps auch in seinem Herkunftsland sehr gerne getrunken. Salz und Zitrone gehören allerdings nur dazu, wenn es sich um einen eher gewöhnlichen und jungen Tequila handelt. Sie sollen den scharfen Beigeschmack neutralisieren. Ein hochwertiger Tequila wird in Mexiko pur getrunken. Viel häufiger kommt aber Bier auf den Tisch. 76%* des Alkohols werden nämlich in dieser Form konsumiert (Deutschland 54%**).

3. PULQUE: AUS AGAVEN MACHT MAN MEHR ALS NUR TEQUILA.

Foto einer großen Agavenpflanze.Schon mal was von Pulque gehört? Zwei bis sechs Prozent Alkohol enthält dieser milchig-trübe fermentierte Saft aus Agaven und gilt ebenso wie der Tequila als mexikanisches Nationalgetränk. Schon die Azteken kannten den Saft und sollen ihn für religiöse Zeremonien eingesetzt haben. Später war das Getränk in vielen Teilen des Landes sehr beliebt. In den letzten Jahren wird Pulque jedoch immer mehr von anderen alkoholischen Getränkten vom Markt verdrängt. Nur noch rund 100 so genannte Pulquerias, also Pulque-Kneipen, soll es in Mexiko geben. Einige von ihnen gelten aber als hip und erleben in den letzten Jahren ein kleines Revival unter Jugendlichen.

4. TROCKENE WOCHENENDEN: NÜCHTERN ZUR WAHL

Foto einer Wahlurne, in die ein Stimmzettel eingeworfen wird.Wer sich in Mexiko am Wahlwochenende einen Tequila oder ein Bier gönnen möchte, muss einen Vorrat haben. Am Tag vor einer Wahl und am Wahltag selbst verbietet das sogenannte „trockene Gesetz“ in einigen Distrikten nämlich den Verkauf und den Ausschank von Alkohol. Weder im Supermarkt noch im Restaurant oder Hotel ist Alkohol dann zu bekommen. Die Bürgerinnen und Bürger sollen schließlich nüchtern zur Wahl.

5. SPRING BREAK: SIE KOMMEN, UM ZU FEIERN.

Illustration eines Pärchens in Schwimmringen im Wasser.Jedes Jahr wird der mexikanische Ferienort Cancún Schauplatz der wahrscheinlich größten Strandpartys der Welt. Zum Spring Break, den Frühlingsferien an den amerikanischen Unis im März und April, kommen tausende Studentinnen und Studenten, um zu feiern und zu trinken. In Mexiko darf Alkohol ab 18 Jahren konsumiert werden, drei Jahre früher als in den USA. Für viele ist das ein wichtiger Grund, die Ferien an der mexikanischen Ostküste zu verbringen. Während des Spring Break trinken die amerikanischen Jugendlichen deutlich mehr als sonst. Dieser Unterschied ist so gravierend, dass die zuständigen amerikanischen Institute das Trinkverhalten in diesen Wochen gesondert erheben* und untersuchen. Der übermäßige Alkoholkonsum bleibt leider nicht folgenlos. Jedes Jahr gibt es viele Verletzte und sogar Tote.


Bildquellen (von oben nach unten): javier brosch /Fotolia , ©robu_s / Fotolia, ©kseniavasil / Fotolia, ©Tinka / Fotolia, ©kebox / Fotolia, ©Michele Paccione / Fotolia

Quellen:

*http://www.who.int/substance_abuse/publications/global_alcohol_report/profiles/mex.pdf?ua=1

** http://www.who.int/substance_abuse/publications/global_alcohol_report/profiles/deu.pdf?ua=1

***http://pubs.niaaa.nih.gov/publications/arcr352/201-218.htm

 

Ein Kommentar zu: ““PROMILLE INTERNATIONAL: VIVA MEXIKO!”

  1. Josef B.

    Ich war im Februar 2018 in Cancun.Es war so gegen 23 Uhr und ich schlenderte so durch die Stadt in Richtung Hotel,von dem ich noch etwa 3km entfernt war.Plötzlich hielt ein Wagen neben mir und ich dachte zuerst an ein Taxi. Beim nochmaligen Hinsehen erwies es sich aber als Polizeiauto.Die zwei Insassen,ein Mann und eine Frau,zeigten auf meine Hand, in der sich eine halbleere Bierdose befand. Sie sprachen nur Spanisch und nahmen zuerst mal die Dose ins Fahrzeug. Ich kann überhaupt kein Spanisch und deshalb schrieb der Polizist mit seinem Smartfon umständlich und halb englisch halb spanisch – ich hätte nun 100 Dollar Amerikano zu bezahlen. Das sah ich nun überhaupt nicht ein und ich hatte auch nur etwa 700 Pesos dabei. Nach einigem hin und her stieg die Frau aus und öffnete mir die hintere Tür des Polizeiautos. Nach etwa 3 Minuten stieg ich ein und die Verriegelung der Türen rastete hörbar ein.Die Fahrt endete aber nach etwa 300m und erneut würde wieder was auf das Handy geschrieben. Ich wollte nur noch nach hause und öffnete meinen Geldbeutel. Die 700 Pesos(ca.35Euro) in der Hand machte ich die Innenbeleuchtung an und wartete was sich tat. Sie schauten sich an,sprachen kurz,da sah ich auch schon diese Bewegung mit dem Zeigefinger. Die Scheine wechselten nach vorne und da war auch schon die Türverriegelung zu vernehmen und ohne Verzögerung sah ich zu nach draußen zu kommen. Verärgert und erleichtert zugleich setzte ich meinen Heimweg fort.
    Es ist in der Öffentlichkeit verboten Alkohol zu trinken oder offen zu transportieren.

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