Lucas

ALKOHOL UND DIE FAMILIE

von Lucas am

Finger, auf die lachende Gesichter und Weinglöser gemalt sind

In jeder Familie haben der Alkohol und das Betrunkensein einen anderen Stellenwert. Die einen feiern ausgelassen und angetrunken zusammen, während in anderen Familien das Trinken miteinander nicht gang und gäbe ist.

Ich für meinen Teil durfte bis zum Alter von 16 Jahren zu Hause weder Alkohol im Zimmer haben noch trinken. Einige der wenigen Ausnahmen waren natürlich das „Anstoßen auf den neuen Lebensabschnitt“ zu meiner Jugendweihe oder zu Silvester. Alkohol war in meiner Familie immer etwas für die besonderen Tage im Leben  – und so wurde er auch konsumiert. Selten, und wenn, dann in Maßen.

Die meisten in meiner Familie haben es mir auch immer so vorgelebt. Weder meine Mutter noch mein Stiefvater tranken regelmäßig, geschweige denn viel unter der Woche. Mein Großvater hingegen trank jeden Abend mehrere Bier, seitdem er in Rente war, genauso wie mein Onkel, der sich auf Familienpartys teilweise ziemlich betrank, sodass ihn alle komisch ansahen. Vielleicht ist auch das ein Grund, warum meine Mutter in ihrem Haushalt dem Alkohol keine große Rolle zukommen lassen wollte.

DIE ERSTE HOMEPARTY MIT FREUNDEN – DER ERSTE ABSTURZ

Ich für meinen Teil fing dann in der 10. Klasse an, außer Haus Alkohol zu trinken. Das war, wie bei einigen anderen vielleicht auch, nicht immer von Erfolg gekrönt, was das Maß anging. Ich kannte ja weder die Wirkung noch den Zusammenhang zwischen Alkoholmenge und Körpergewicht (ich bin knappe 60 Kilo leicht) und war fasziniert, wie viel Spaß alle offenbar hatten und wollte natürlich „mithalten“. So viel möchte ich sagen – die erste Homeparty beendete ich mit den Worten: „Ich trinke nie wieder!“

ANDERE FAMILIE, ANDERES TRINKVERHALTEN

Als ich Jahre später auf der ersten Familienfeier meiner Freundin war, revidierten sich meine Vorstellungen, dass Alkohol und Familie nicht zusammenpassen können. Es wurde fröhlich getrunken, nachgeschenkt und wieder getrunken. Ich kannte das von meinem Zuhause so noch gar nicht. Bald schon standen mehr als die Hälfte der Gäste auf der Couch und sangen die Lieblingssongs von allen. Alle waren glücklich und gut gelaunt und freuten sich, dass sie zusammen waren.

Einen Absturz hatte keiner. Es wurde keiner komisch angeguckt, wenn er ein bisschen gelallt hat oder mal einen Korrekturschritt zur Seite machte. Und die ganze Zeit hatte ich das Gefühl, dass aufeinander aufgepasst wurde. Ich selber habe mich ein wenig zurückgehalten angesichts der Situation, dass ich das erste Mal eingeladen war und fuhr auch ganz gut damit.

Ich war seitdem viele Male wieder auf den Familienfeiern und es ist schön für mich, ein willkommener Gast zu sein. Allerdings gab es noch keine Party, auf der nicht getrunken wurde, was mich gerade sehr nachdenklich stimmt.

JETZT BIN ICH GESPANNT! Wie ist der Umgang bei euch zu Hause mit Alkohol? Habt ihr euch schon mal mit einem Elternteil einen eingeschenkt? Wie sind eure Eltern drauf, wenn sie angetrunken sind? Sind sie euch eher peinlich oder findet ihr sie dann lockerer?


Bildquelle: underdogstudios / Fotolia

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