Lili

INTERVIEW: DIE ANTIALKOHOLIKERIN IN MEINEM FREUNDESKREIS

von Lili am| 2 Kommentare

Sprechblase mitn einer durchgestrichenen Flasche

Als einzige in meinem Freundeskreis bleibt Xenia bei jedem Anlass eine treue Freundin des Eistees. Ich habe sie also gefragt, warum sie nicht trinkt und wie sie überhaupt zu Alkohol steht.

Lili: Wir kennen uns jetzt schon ziemlich lange und ich habe dich noch nie Alkohol trinken sehen. Wann hast du zum letzten Mal etwas Alkoholisches getrunken?
Xenia
: Vor ungefähr eineinhalb Jahren, das war das erste und auch das letzte Mal.

Lili: Was hast du getrunken?
Xenia: Schnaps. Ich war k.o. danach. Also eine eher negative Erfahrung. Das war das erste Mal, dass ich so richtig betrunken war, also nicht nur genippt habe.

Lili: Schmeckt dir Alkohol überhaupt?
Xenia: Nein. Überhaupt nicht. Ich mag auch den Geruch nicht.

Lili: Würdest du sagen, dass dadurch deine Erfahrungen auf Partys anders sind als die deiner Freunde?
Xenia: Na ja. Wenn man jemanden kennenlernt, ist ja meistens die erste Frage: Was kann ich dir zu trinken holen? Und dann reagieren die Leute meistens so: Was? Du trinkst nicht? Und als nächstes natürlich die Frage: Warum nicht? Da sag ich dann auch meistens, dass es mir eben nicht schmeckt. Und dann stehen die meisten Leute so da und sagen: Ja, das klingt logisch. Ansonsten habe ich eigentlich keine anderen Erfahrungen.

Lili: Hast du schon mal so eine klassische Gruppenzwang-Situation erlebt, in der Leute dich dazu gedrängt haben, auch zu trinken?
Xenia: Ja, aber das haben nur Leute gemacht, die ich gar nicht richtig kenne. Meine Freunde, die machen sowas gar nicht.

Lili: Ist das für dich ein fester Grundsatz, keinen Alkohol zu trinken? Oder würdest du aus einer Laune heraus vielleicht doch mal ein Bier trinken?
Xenia: Ich weiß nicht, ich glaube, das ist schon auch meine Grundeinstellung. Bisher fand ich es einfach nie notwendig und ich hatte natürlich auch bei meiner einzigen echten Trinkerfahrung keinen Spaß am Trinken. Es stand also bisher gar nicht zur Debatte für mich.

Lili: Hast du Freunde, die regelmäßig viel zu viel trinken?
Xenia (deutet lautlos den Namen eines gemeinsamen Freundes an): Ja, natürlich haben wir solche Freunde! Und ich würde sagen, dass da schon so gewisse Grenzsituationen vorgefallen sind, aber das hat, ehrlich gesagt, noch nie meine Freundschaft zu jemandem negativ beeinflusst. Das waren nur so ein, zwei Male.

Lili: Wie ist das eigentlich mit Alkohol in deiner Familie?
Xenia: Na ja, meine Mutter trinkt nicht, meine Oma auch nicht… Eigentlich sind wir eine ziemlich antialkoholische Familie! Der einzige, der hin und wieder etwas trinkt, ist der Freund meiner Mutter. Und das ist dann auch nur hin und wieder ein Bier nach Feierabend. Eigentlich seltsam, schließlich hatte meine Familie mal Weinberge…

Lili: Moment, du kommst aus einer „Antialkoholikerfamilie“ mit Weinbergen?!
Xenia: Ja, in Kroatien hat die Familie meiner Oma Wein angebaut. Aber sie hat trotzdem nie getrunken, sondern war eigentlich gerade deswegen Alkohol gegenüber immer eher gleichgültig.

Lili: Und was sagt dein Freund? Ich weiß ja, dass er ein echter Whiskyfan ist und auch eins seiner Hobbys darin besteht, Schnaps herzustellen und seinen Freunden mitzubringen.
Xenia: Er steht total auf Whisky. Ich sag mal so, ich kann mich nicht dafür begeistern. Aber ich toleriere es halt. Weil ich finde, er geht schon „relativ“ verantwortungsvoll damit um… (lacht). Naja, du weißt, was ich mit relativ meine, da gab es ja auch schon so ein paar Ausnahmen. Ich zieh ihn damit auch immer noch auf. Aber wir haben das so ausgemacht: Ich lasse ihm seine Whisky-Faszination und er lässt mich damit in Ruhe. Ich meine, er weiß, dass ich Alkohol einfach nicht mag, das heißt, er würde mir vielleicht nicht gerade ins Gesicht sabbern, wenn er betrunken ist.

Lili: Gute Voraussetzung für eine Beziehung!
Xenia: Ja, oder?

Lili: Und wenn er das nicht so akzeptieren könnte, wäre das dann ein Grund für dich, Schluss zu machen?
Xenia: Schon. Also wenn er ständig versuchen würde, mich zum Trinken zu bringen, wäre ich irgendwann wahrscheinlich echt genervt. Und wenn er ständig betrunken wäre, dann wären wahrscheinlich grundsätzlich unsere Lebensphilosophien so verschieden, dass es nicht funktionieren könnte.

UND DU? HAST DU AUCH ERFAHRUNGEN MIT FREUNDEN, DIE NICHT TRINKEN – ODER TRINKST VIELLEICHT SELBST KEINEN ALKOHOL?


Bildquelle: © katemlk / Fotolia

2 Kommentare zu: “INTERVIEW: DIE ANTIALKOHOLIKERIN IN MEINEM FREUNDESKREIS”

  1. Avatar

    Jane

    Ich bin jetzt 20 Jahre alt und habe das letzte mal zu meinem Abiball was getrunken glaub ich.. also so vor zwei Jahren. Ich bin sogar noch einen Schritt weitergegangen und trinke nur noch Wasser. Alkohol schadet unserem Körper mehr, als es positive Effekte bringt. Ich mag es einen klaren Kopf zu behalten, während sich die Leute um mich herum in lallende Idioten verwandeln. Es ist ziemlich lustig sich am nächsten Tag noch an all die peinlichen Dinge zu erinnern die die anderen schon längst wieder vergessen haben 😀
    Und man erfährt sehr viel über die Leute ^^
    Klar, manchmal denke ich mir ‚ es muss echt angenehm sein so die Kontrolle zu verlieren, dass einem alles egal ist‘ aber das ist es mir definitiv nicht wert.

  2. Avatar

    Kristian

    Ich bin jetzt fast 20, und ich habe bis heute noch kein Alkohol angefasst und werde es auch nie machen, da ich finde, dass es einfach nur stinkt. Und ich Einschägigie Erfahrungen machen durfte in meinen Bekanntenkreis, was dazu geführt hat, dass ich für mich entschieden habe kein Alkohol zu trinken. Darüberhinaus ist es wirklich cool, sich das Spektakel im Nüchtern anzusehen, am nächsten Tag noch alles zu wissen, und andere nicht. 😉

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