Jara

GERADE NOCH MAL GUT GEGANGEN…

von Jara am| 2 Kommentare

Ein Männchen mit einem Arztkoffer leistet einem anderen Holzmännchen, das am Boden liegt, erste Hilfe.

Während unserer Einsätze als Peers reden wir auch viel über eure eigenen Erfahrungen mit Alkohol. Oft geht es dabei um das Thema, wie man auf betrunkene Freunde „aufpasst“. Beispielsweise hat mir mal ein Mädchen von der Feier zu ihrem 18. Geburtstag erzählt, die gerade noch mal gut gegangen ist. Nennen wir sie Anna.

ANNAS GEBURTSTAGSPARTY

Anna hatte sich schon seit Langem auf ihre Party gefreut. Bereits Wochen zuvor hatte sie deswegen alle ihre Freunde eingeladen. Treffpunkt war abends am Mainufer, da es für Anfang Herbst noch recht warm war, und später wollten sie noch in einem Club tanzen gehen. Dafür durfte natürlich auch das richtige Partyoutfit nicht fehlen. Mit ihrer besten Freundin kaufte Anna also extra ein schwarzes Paillettenkleid. Perfekt!

Endlich war es dann soweit. Vor lauter Aufregung konnte Anna vor der Feier kaum etwas essen. Am Mainufer angekommen, waren schon einige ihrer Freunde da und jeder wollte mit ihr anstoßen. Die Stimmung war so richtig gut und ein paar fingen an zu tanzen…

An viel mehr kann sich Anna heute aber nicht mehr erinnern. Der Rest des Abends ist weg – Filmriss.

ERWACHEN IM KRANKENHAUS

Doch nicht nur das. Am nächsten Tag erfuhr Anna im Krankenhaus, dass sie bewusstlos gewesen war. Ihre Freunde wollten keinen Ärger mit ihren Eltern und hatten sie deshalb einfach „schlafen“ lassen. Als zufällig zwei Polizisten vorbeikamen, die schließlich einen Krankenwagen riefen, war Anna schon stark unterkühlt und wurde mit Herzrhythmusstörungen ins Krankenhaus gebracht. Wären die Sanitäter nur wenig später gekommen, hätte dies wahrscheinlich zu Atemstillstand geführt.

„Nicht nur, dass die Party dann ausfiel; das hätte auch echt schiefgehen können“, meint Anna heute. „Ich hatte Glück, dass da jemand vorbei kam. Wenn man so etwas mal erlebt hat, ist es einem wirklich viel lieber, ein bisschen Ärger mit den Eltern zu haben. Die machen sich ja auch nur Sorgen.“

WIE MAN IM NOTFALL REAGIERT

Seit ihrem 18. Geburtstag achtet Anna sehr auf sich und ihre Freunde. „Lieber einmal zu viel Hilfe holen als einmal zu wenig.“ Doch was macht man im Notfall eigentlich am besten? Besonders wenn jemand nicht mehr ansprechbar oder bewusstlos ist, sollte man so schnell wie möglich einen Krankenwagen rufen. In Annas Fall wäre es außerdem gut gewesen, sie warm zu halten und so vor einer Unterkühlung zu schützen.

Auch häufiges Erbrechen kann auf eine Alkoholvergiftung hinweisen, und es besteht die Gefahr, dass man an Erbrochenem erstickt. Deswegen hilft es, denjenigen in die stabile Seitenlage zu bringen und die Atemwege frei zu machen. Wie das genau funktioniert, erfahrt ihr hier: https://www.kenn-dein-limit.info/anderen-helfen.html

 HABT IHR AUCH SCHON MAL JEMANDEM GEHOLFEN, DER ZU VIEL GETRUNKEN HATTE – ODER WART SELBST IN EINER ÄHNLICHEN SITUATION?


Bildquelle: © Clemens Schüßler / Fotolia

2 Kommentare zu: “GERADE NOCH MAL GUT GEGANGEN…”

  1. Avatar

    Dennis

    Ein Kumpel hat mir mal den Finger in den Hals gesteckt damit ich kotzte und nicht drauf gehe… Schreckliche Erfahrung, will ich wirklich nie wieder haben.

  2. Avatar

    O. Peter

    Ich selber war in einer derarten Situation.

    Vor ab, ich bin Alkoholiker und im ambulantem betreutes Wohnen,
    heist, eine Person hilft mir Behördengänge, Arztbesuche … zu erledigen.

    Bei einem Rückfall hatte ich vollkommen die Kontrolle verloren einen Krampfanfall
    erlitten und (die Erinnerung fehlt) mit Kopf/Stirn/Brille auf den Schreibtisch geschlagen,
    von da auf den Boden mit meinem Hinterkopf.
    Ich weiss nichts mehr, habe wohl auf dem Boden liegend noch meine Betreuung
    angerufen, die mit einem 2. Schlüssel mich dann aufgefunden hatte.

    Ich musste genäht werden, weiss weder wo was.
    Im Krankenhaus dann „wach“ geworden, hatte mich geschämt.

    Passiert ist passiert.

    Gruss
    O. Peter

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