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KATER – WAS IST DAS UND WAS KANN MAN DAGEGEN TUN

von KDL-Blog am| 2 Kommentare

Katle sitzt or einem Wasserglas und legt ihren Kopf auf die Tischplatte

Viele kennen das unangenehme Gefühl nach einer durchfeierten und durchzechten Nacht: sie hatten schon mal einen Kater. In jeder Sprache gibt es eigene Ausdrücke, um den Brummschädel und die Übelkeit am „Morgen danach“ zu beschreiben. In England nannte man den Zustand früher „Morgennebel“ oder „Flaschenweh“, die Norweger leiden unter einem „Kuppelkopf“ („kuppelhue“), die Franzosen bezeichnen den Kater als „Holzfresse“ („gueule de bois“). Aber wie genau kommt es eigentlich zu einem Kater? Gibt es Mittel, mit denen sich ein Kater vermeiden lässt – oder mit denen man ihn am nächsten Tag wegzaubern kann?

 1. WAS IST EIN KATER UND WER BEKOMMT IHN?

Gezeichnete Katze springt in die Luft und macht einen Katzenbuckel

Ein Kater ist die Folge einer akuten Alkoholvergiftung. Er beginnt wenige Stunden, nachdem du Alkohol getrunken hast. Dann macht er sich durch verschiedene Symptome bemerkbar: Durst, ein trockener Mund, Müdigkeit, Übelkeit, Kopfschmerzen. Menschen mit Kater reagieren empfindlicher auf Licht und Geräusche und schwitzen stärker. Die Hände können zittern, der Pulsschlag ist erhöht, manchmal kommt es sogar zu einer Art Angstzustand. Viele Menschen befinden sich während eines Katers scheinbar genau in der entgegengesetzten Stimmung, die der Alkohol bei ihnen während des Trinkens ausgelöst hat. Das heißt: Wer auf der Party voll aufgedreht hat, fühlt sich am nächsten Tag eher müde und schwach. Wen der Alkohol schläfrig gemacht hat, der ist verkatert eher unruhig.

Einen Kater können Männer genauso wie Frauen, junge ebenso wie ältere Menschen bekommen. Studien zufolge leidet aber etwa ein Viertel der Menschen nie an einem Kater. Das kann gefährlich werden: Denn ein Kater ist eine Art Alarmsystem für den Körper. Wenn es nicht funktioniert, kann das schwerwiegende Folgen haben. Amerikanische Forscher fanden zum Beispiel heraus, dass Collegestudenten mit Kater-Symptomen später weniger Alkoholprobleme entwickelten als diejenigen, die keinen Kater bekamen.*

2. WAS FÜHRT ZU EINEM KATER?

Gezeichneter Geschäftsmann sitzt in einem Bierkrug

Bis heute ist nicht vollständig erforscht, wieso wir einen Kater bekommen. Liegt es vielleicht daran, dass du an einem Abend viele unterschiedliche Getränke getrunken hast? Tatsächlich gibt es keinen guten wissenschaftlichen Beleg dafür, dass das Durcheinandertrinken zu einem Kater führt. Den Unterschied macht vor allem die Menge an alkoholischen Getränken, die du zu dir nimmst. Wenn du viel durcheinander trinkst, verlierst du aber leichter den Überblick und trinkst insgesamt mehr.

Neben der Menge an reinem Alkohol entscheiden höchstwahrscheinlich auch Zusatzstoffe wie Methanol, Fuselöle oder Tannine über die Verträglichkeit der Drinks. Die sogenannten Fuselalkohole entstehen während des Gärungsprozesses bei der Alkoholherstellung. Sie sind bei Wein und Bier wichtig für den Geschmack, können aber in einer bestimmten Konzentration schädlich für deine Gesundheit sein. Einige Wissenschaftler machen auch Acetaldehyd für den Kater verantwortlich. Diese giftige Substanz entsteht, während deine Leber Alkohol abbaut. Wenn du zu viel Alkohol getrunken hast, gelangt Acetaldehyd hochkonzentriert in dein Blut, bevor die Leber es in einem zweiten Arbeitsschritt in unschädliche Essigsäure umwandeln kann. Darin sehen die Forscher die Ursache für den Kater.

Obwohl man die Ursachen des Katers also nicht genau kennt, lassen sich einige Kater-Symptome erklären. Für den dröhnenden Kopf und den trockenen Mund ist der Wasserverlust in deinem Körper verantwortlich. Der Alkohol hält ein Hormon zurück, das normalweise dafür sorgt, dass dein Körper nicht zu viel Wasser verliert. Wenn du Alkohol trinkst, gibt dein Körper aber mehr Wasser ab als sonst – und das fehlt ihm am nächsten Tag. Die Übelkeit entsteht hingegen dadurch, dass der Körper mehr Magensäure produziert, die die empfindliche Magenschleimhaut reizt.

3. GIBT ES EIN ECHTES ANTI-KATER-MITTEL?

Gezeichnete Symbole für "Game over"

Um einem Kater schon während des Trinkens vorzubeugen, soll es helfen, vorher fettig zu essen. Das zögert den Rausch und damit den Kater aber höchstens hinaus, weil es die Aufnahme des Alkohols verlangsamt. Zu jedem Glas Alkohol ein Glas Wasser zu trinken ist ebenfalls keine Garantie gegen den Kater. Es hilft dir aber dabei, den Überblick zu behalten. So trinkst du insgesamt weniger und langsamer Alkohol.

Auch angeblich „todsichere“ Tipps für den nächsten Morgen gibt es viele. Neben Klassikern wie Rollmops, Kaffee und sauren Gurken gehören Essigwasser, Kuttelsuppe, eingelegte Pflaumen und in Tomatensauce geschmorte Lammaugen zu den weltweit empfohlenen Anti-Kater-Rezepten. Eine echte Wirkung gegen den Kater hat davon nichts. Viele schwören auch auf eine Schmerztablette vor dem Schlafengehen oder am nächsten Morgen oder empfehlen, einfach mit dem nächsten Bier weiterzumachen. Keine gute Idee: Schmerztabletten können den ohnehin angeschlagenen Magen noch stärker reizen. Das berühmte „Konterbier“ setzt dagegen die Alkoholvergiftung, die den Kater ausgelöst hat, noch weiter fort.

Was kannst du also tun, wenn du doch einmal einen Kater hast? Viel Bewegung an der frischen Luft kann helfen, außerdem solltest du viel stilles Wasser oder Tee trinken. Auch damit lassen sich aber höchstens einzelne Symptome lindern. Ein richtiges Heilmittel gegen Kater gibt es nicht. Die beste Methode, um einen Kater zu bekämpfen, ist und bleibt also: Weniger trinken – und gar nicht erst einen bekommen.

KATER – DAS SAGEN JUGENDLICHE:

 

UMFRAGE: HATTEST DU SCHON MAL EINEN KATER? SO HABT IHR GEANTWORTET

MEHR ERFAHREN: MIT DIESEN 7 TIPPS BLEIBST DU IM LIMIT


Bildquellen (von oben nach unten): © chiarafornasari / Fotolia, © colluceo / Fotolia, © ojogabonitoo / Fotolia, © wongstock / Fotolia

*http://www.sueddeutsche.de/gesundheit/alkohol-und-kater-aus-der-ausnuechterungshoelle-1.1283611

2 Kommentare zu: “KATER – WAS IST DAS UND WAS KANN MAN DAGEGEN TUN”

  1. Helena Neuer

    Guten Tag,

    lieben Dank für diesen tollen und informativ geschriebenen Artikel. Ich kann bestimmt einige Tips daraus ziehen. Erst letztens habe ich einen Artikel über Guarana gelesen, es soll der absolute Kater Killer sein. Ich kann darüber nur positives berichten.
    Der hohe Gehalt an Koffein, der das Herz-Kreislauf-System wieder in Schwung bringt, lässt die unerfreulichen Begleiterscheinungen (Kater) einer langen Nacht verschwinden.
    https://www.wissenspost.de/blog/guarana-der-gesunde-muntermacher

    Liebe Grüße Helena

    1. KDL-Blog

      KDL-Blog

      Hallo Helena,
      schön, dass du in unserem Beitrag hilfreiche Tipps gefunden hast. Dass Koffein gegen einen Kater hilft, ist ein Mythos. Guarana macht dich also wach, aber nicht nüchtern. Denn der Körper braucht Zeit, um den Alkohol abzubauen. Diesen Prozess kann man nicht beschleunigen. Wie er funktioniert, erfährst du hier.
      Das einzige Mittel, keinen Kater zu bekommen, ist – im Limit zu bleiben.
      Liebe Grüße
      Dein „Alkohol? Kenn dein Limit“-Team

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