Liv

SCHULE VORBEI! UND WAS JETZT?

von Liv am

Zwei Menschen tragen ein Sofa in einen Umzugswagen

Nach dem Abi bin ich von Zuhause in eine andere Stadt gezogen. Und damit beginnt ein ganz neuer Abschnitt. Keine Schule mehr, neue Freunde kennen lernen, das erste Mal ohne Eltern wohnen. Ändert sich dadurch auch, wie man mit Alkohol umgeht?

Ich hatte lange keine Idee was ich nach meinem Abi machen möchte. Die große Auswahl macht es nicht einfach. Am Ende hab ich einen Kompromiss getroffen. Ich bin für ein Jahr in Berlin, um ein Freiwilliges Ökologisches Jahr zu machen. Ich wohne in einer WG, verdiene eigenes Geld, lerne eine neue Stadt kennen und kann am Wochenende meine Freunde und Familie besuchen.

MEHR ODER WENIGER ALKOHOL ALS VORHER?

Seitdem ich nicht mehr zu Hause wohne, trinke ich viel weniger Alkohol. Vorher waren wir jedes Wochenende unterwegs und Alkohol gab es dann immer. In der Schulzeit wurde jede Gelegenheit genutzt, Alkohol zu trinken.

Nun sieht es anders aus, ich bin viel mehr für mich selbst verantwortlich und weiß, wie viel ich trinken kann. Ich trinke nur noch zu besonderen Anlässen Alkohol und nicht, weil „es halt zu der Schulzeit dazugehört“.  Ebenso bin ich nach einer Woche anstrengender Arbeit oft so müde und ausgelaugt, dass ich kaum aus dem Bett komme und mich nicht so oft für einen Abend in der Bar entscheiden kann.

OHNE ELTERN „FREIER“ BEIM ALKOHOL?

Natürlich fühlt man sich frei, wenn man frisch von zu Hause ausgezogen ist. Keiner fragt mehr, was ich den Abend über vorhabe, mit wem ich mich treffe oder wann ich ungefähr zu Hause bin. Es ist vollkommen egal, wann ich schlafen gehe oder wie viel Alkohol ich trinke. Das hab ich mir zumindest vor ein paar Monaten so vorgestellt.

Jetzt ist das aber ein bisschen anders. Ich bleibe oft nicht lange aus, weil ich sehr viel arbeite. Außerdem muss ich in meiner Freizeit viel erledigen, was sonst meine Eltern für mich gemacht haben. Ich fühle mich frei, aber ich passe besser auf mich selbst auf als früher.

„BRAUCHT“ ES ALKOHOL, UM NEUE FREUNDE ZU FINDEN?

In meiner ersten Woche in der neuen WG gab es eine Geburtstagsparty. Unsere Wohnung war vollgestopft mit Menschen. Und ich kannte niemanden. Ich hab mir vorher schon überlegt, ob ich Alkohol brauche, um neue Freunde zu finden. Doch das fand ich peinlich. Natürlich fällt es einem leicht, im betrunkenen Zustand Bekannte zu machen. Aber einen solchen ersten Eindruck wollte ich nicht machen.

In unserer WG gibt es ansonsten eher selten Partys. Meine Mitbewohner studieren und sind älter als ich. Was typisch ist, es wird regelmäßig Bier getrunken. Dadurch, dass ein Bier abends dazugehört, wird auf unseren Partys nicht unverhältnismäßig viel getrunken. Bis jetzt war ich immer die Jüngste und hab mich den anderen „angepasst“.

WIEDERSEHEN MIT „ALTEN“ FREUNDEN

Zu Besuchen von alten Freunden  kommt es nicht so oft. Wenn es aber so weit ist, wollen wir das Wiedersehen natürlich feiern! Die ersten Male haben wir es ein bisschen mit dem Alkoholkonsum übertrieben und der Tag danach war dann nicht mehr zu gebrauchen. Wir hatten für den Tag schöne Aktivitäten geplant, aber konnten keine davon machen. Was schade ist, weil die Zeit zusammen echt begrenzt ist. Deshalb ein Tipp an mich und an meine Freunde: Ein Wiedersehen feiert sich besser mit nur einem Bier. So hat man viel mehr Spaß aneinander.

MEIN FAZIT: GEHT MAN ANDERS MIT ALKOHOL UM, WENN MAN VON ZU HAUSE AUSZIEHT?

Schon vor meinen Auszug konnte ich sehr gut einschätzen, wie viel ich trinken kann ohne mich daneben zu benehmen. Hier in Berlin bin ich für mich selbst verantwortlich und muss nicht nur beim Alkohol wissen, was gut für mich ist. Bei meiner Arbeit kann ich es mir nicht erlauben, mit einem Kater aufzutauchen. Ebenso gibt es den alten Gruppenzwang nicht mehr so stark, es wird keiner schief angeschaut, wenn man mal keinen Alkohol trinken möchte.

UND IHR? HAT SICH EUER TRINKVERHALTEN VERÄNDERT, ALS IHR VON ZU HAUSE AUSGEZOGEN SEID?


Bildquelle: © WoGi / Fotolia

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