Nora

Was macht Alkohol in Pop-Songs? – Teil 3: Trinkfest

von Nora am

Gibt es ein anderes Getränk als Alkohol, dem dermaßen unterschiedliche Auswirkungen zugeschrieben werden? Alkohol soll z.B. Liebeskummer ertränken und Fremdgehen entschuldigen – funktioniert natürlich beides nicht. Aber wie sieht es eigentlich mit der Coolness aus? Ist es wirklich cool, wenn man viel trinkt? Laut Prinz Pi schon.

In seinem Song „Königin von Kreuzberg“ himmelt er ein Mädchen an, das macht was es will und nach der Regel „Es gibt keine Regeln“ lebt. Das finde ich bis dahin voll  cool, ist quasi ein Song über mich 😉 Bis er dann an einer bei seinen Beschreibungen über das Mädchen dann hier angelangt:

Genau! Du bist mein Mädel

Du kannst saufen wie ein Loch wie ein Fass ohne Boden

Gehn wir essen mit deinen Eltern nimmst du fast keine Drogen

Prinz Pi

Sind Prinz Pi die Worte ausgegangen oder warum stellt er das Saufen auf die gleiche Stufe wie die Eigenschaften nicht stinknormal, rotzfrech und frei zu sein?

Wo Prinz Pi aufhört, fängt Mark Tarmonea an. In seiner Hymne „So Berlin“ himmelt er auch jemanden an und zählt die tollen Eigenschaften auf. Er textet auch übers Frei-sein, aber es fühlt sich ganz anders an. Es geht viel mehr ums Sich-Fallen-Lassen, ums Einfach-Machen, ums Schräg-Sein. Starke Charaktereigenschaften werden in diesem Song nicht in Alkoholverträglichkeit umgerechnet, sondern in die Fähigkeit, zu genießen:

ziehst durch die Bars, genießt den Rausch

ganz frei am tanzen Tag und Nacht

Mark Tarmonea
Ja! Genau! Ein Rausch ist für mich ein schöner, euphorischer Gefühlszustand, ganz losgelöst von irgendwelchen Substanzen. Schließlich heißen wir ja auch nicht ALKOwesen sondern LEBEwesen, weil wir leben, und zwar in vollen Zügen, auf Dächern tanzen und vor Glück schreien, auf Modetrends einen Scheiß geben, unser Ding machen und ja, auch genießen. Das geht alles nicht mit hohem Promillewert.

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