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Was macht Alkohol in Pop-Songs? – Teil 2: Seeed, Clueso und Max Herre über Konsequenzen

von Nora am| 2 Kommentare

In meinem ersten Beitrag aus der Serie „Alkohol in Pop-Songs“ habe ich unter anderem darüber geschrieben, dass Alkohol bei Liebeskummer keine gute Medizin ist. Heute soll es um das Thema „Das bleibt vom Rausch übrig” gehen. Und irgendwie fällt es mir echt schwer, einzelne Songzeilen auszuwählen, weil man sie gar nicht so isoliert vom Rest hinstellen kann. Denn diese zwei Songs erzählen eine erstaunlich ähnliche Geschichte:

Da haben wir’s zunächst mit der Berliner Superband Seeed zu tun.

Peter Fox macht sich schick, entdeckt “ein hübsches Ding”, “bechert sich weg” und dann passiert das:

Seeed – Ding

Sie will Offensive vom Mann
doch ich bin besoffen, schiele sie an
Kurz darauf liegt mein Kopf neben der Toilette
Hätte nie gewettet, dass Kotzen meine Ehe rettet
Peter Fox

Ich verstehe das so, dass er sie nun doch nicht final abgeschleppt hat. Vor lauter Alkohol hat er gekotzt und konnte dadurch nicht weitermachen – was er dann im Nachhinein gut findet, weil es seine Ehe gerettet hat. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass Fremdgehen seine Ehe ruiniert hätte und der Grund „ich war halt besoffen“ nicht ausgereicht hätte, um seine Frau im schlimmsten Fall von der Scheidung abzuhalten.

Ganz ähnlich geht es den Kollegen Max Herre und Clueso. In ihrem Song geht‘s darum, dass eine zweite Persönlichkeit hervorkommt, die für das Angraben sorgt. Ich nehme an, dass der „Typ“ immer dann laut wird, wenn Alkohol im Spiel ist.

Max Herre & Clueso – Da wohnt so’n Typ in mir

Da wohnt so’n Typ in mir
vor dem hab ich manchmal selber Angst
Er fängt an mich zu kontrollieren
immer dann, wenn ich nicht selber kann
Er sagt: „nimm noch ’nen Schluck aus der Flasche,
dann nimm dir einfach, was du willst!
Lass mal der Kleinen hier an ’n Arsch gehen,
ist cool, wenn du dein Verlangen stillst
Max Herre & Clueso

… später dann hat der „Typ“ die Kontrolle so sehr übernommen, dass am nächsten Morgen Verwirrung herrscht: Wer ist die Frau im Bett? Sein „zweites Ich“ weist jede Schuld von sich: Fürs Fremdgehen ist jeder immer noch selbst verantwortlich.

Der Alkohol kann nicht die Schuld tragen. Wenn man mit jemandem in der Kiste landet und das im Nachhinein blöd findet, kann man sich das nicht so bequem machen und es mit einer anderen Blödheit entschuldigen. Gut erkannt, Jungs!

2 Kommentare zu: “Was macht Alkohol in Pop-Songs? – Teil 2: Seeed, Clueso und Max Herre über Konsequenzen”

  1. Avatar

    tom

    Gut erkannt , Jungs? Was hat den fremdgehen speziell mit Männer zu tun? Männer sind da eher noch das treuere Geschlecht besonders wenn es um Alkohol geht. Der einzige Unterschied ist, dass Männer darüber reden und Frauen aus Scham und Angst als Schlampe abgestempelt zu werden, lieber die Klappe halten.

  2. Avatar

    Nora

    Hi Tom,

    jo, ich habe "Gut erkannt, Jungs" geschrieben, weil ich mich damit auf die Songtexte von Clueso, Max Herre und Peter Fox -die ja alle männlich sind- bezogen habe.

    Aber insgesamt hat Fremdgehen nichts speziell mit Männern zu tun, da hast du Recht. 

    Viele liebe Grüße!

    Nora

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