Robert

„Mit Alkohol am Steuer? Das passiert mir kein zweites Mal!“

von Robert am

„Tragt mich zum Auto, ich fahr uns alle heim“, hat vor kurzem noch ein Bekannter gescherzt. Kein guter Witz – denn leider gibt es immer noch zu viele Menschen, die sich trotz Alkoholkonsum ins Auto setzen und am Straßenverkehr teilnehmen. Was vielleicht beim einen Mal gut gehen kann, kann beim nächsten Mal mit einem Unfall enden, im schlimmsten Fall mit Personenschaden.

Einem Freund von mir ging es genauso. „Das Stück kann ich noch fahren. Da passiert doch nichts“, hatte er gedacht. Und dann streifte er mit seinem Auto ein anderes. Ich hab mich mit ihm darüber unterhalten.

Wie kam es denn zu deinem Unfall?

Ich habe mit Freunden meinen Geburtstag bei uns im Jugendclub gefeiert. War eine richtig gute Sache. Alkohol gab es auch mehr als genug. Naja und dann bin ich als letzter los und wollte Heim zum Schlafen.

Der Jugendclub ist im Tal des Dorfes – ich wohnte bei meinen Eltern ganz oben am Berg. Die Strecke kenne ich auswendig. Das Stück müsste ich auch mit Alkohol im Blut schaffen, dachte ich. Bescheuert, ich weiß! Eingestiegen, Karre gestartet, losgefahren und bumms. Nach gut 100 Metern war die Fahrt zu Ende. Irgendwie habe ich eine enge Stelle nicht richtig eingeschätzt und dabei ein dort parkendes Auto gestreift. Ich war zu betrunken, um die Situation richtig einschätzen zu können. Dazu kamen dann noch die erschwerten Bedingungen durch den Schnee – verengte Fahrbahn, vereiste Stellen.

Was passierte dann?

Naja ich musste die Polizei rufen, schließlich hatte ich ein anderes Auto demoliert. Schadensaufnahme, Alkoholtest – und dann ließen mich die Polizisten einfach stehen. Statt im warmen Bett daheim, schlief ich meinen Rausch also auf dem versifften Sofa im Club aus. Dann fuhr mich ein Freund heim. In den nächsten Tagen und Wochen hatte ich dann einen Haufen Papierkram zu erledigen.

Was waren denn die Konsequenzen?

Ich musste das volle Programm mitmachen: Führerschein weg, 17 Monate lang Pflicht-Fußgänger. Der Horror aufm Dorf. Außerdem durfte ich 14 Monate lang nichts mehr trinken, um nachzuweisen, dass ich kein ernstes Alkoholproblem habe. Ich musste mich intensiv mit meinem Trinkverhalten auseinandersetzen. Heute weiß ich, dass ich früher insgesamt zu viel getrunken habe – nicht nur am Abend des Unfalls.

Die Kosten für die Autoreparatur, Nachschulung, den sogenannten „Idiotentest“ und Anwalt leerten mein Konto. Außerdem musste ich bei meinen Eltern aus- und in die nächstgrößere Stadt ziehen, um durch Fahrgemeinschaften mit Kollegen noch zur Arbeit kommen zu können. Andernfalls wäre ich nicht zu meiner Firma gekommen.

Das war alles nicht so geil. Ich hatte übelst viel Zeug zu organisieren.

Und, hat sich denn was geändert?

Auf jeden Fall! Wie gesagt, ein Jahr lang war ich nur noch alkoholfrei unterwegs – und es war gut! Ich habe trotzdem – oder vielleicht gerade deswegen – gute Feiern gehabt. Zum Glück konnte ich immer auf meine Freunde zählen, die mich im Auto mit irgendwohin nahmen. Aber das ständige Rumtelefonieren nach einer passenden Mitfahrgelegenheit war manchmal echt ätzend.

Seitdem ich meinen Fleppen wieder habe, trinke ich nichts mehr, wenn ich noch fahren muss. Das passiert mir kein zweites Mal. Schade, dass ich so ein Erlebnis brauchte, um zu kapieren, dass Alkohol hinterm Steuer nichts zu suchen hat. Bloß gut, dass es nur ein Blechschaden war. Wäre dabei ein Mensch zu Schaden gekommen… Das will ich mir gar nicht ausmalen müssen.

Mehr Infos zum Thema findet ihr bei uns unter „Alkohol im Straßenverkehr“.

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