Vicky

Grenzen überschreiten? Nur im Sport!

von Vicky am

Ich gebe zu, ich war mit 22 Jahren noch nicht ein einziges Mal betrunken. Und ich war nie eine wirkliche Grenzgängerin oder bin volles Risiko gegangen – bis ich mit dem Volleyballspielen angefangen habe. Bei diesem Sport gehe ich nur zu gern über meine Grenzen, körperlich wie geistig, kann mich auspowern. Den inneren Schweinehund zu bewältigen, kostet eine Menge Überwindung, doch am Ende erfüllt einen das Gefühl der Zufriedenheit und des Stolzes. Und der Gesundheit schadet es auch nicht. Drei Jahre lang ging alles gut, bis letzten Sonntag.

Ich lag mit meiner Damenmannschaft mit zwei Sätzen vorn, wir hatten den Satz- und Matchball in der eigenen Hand. Und ich wollte unbedingt den Gegner blocken und den Sack zumachen. Ich nahm Anlauf, sprang, landete auf dem rechten Bein und dann das: Mein Knie knackte und ich fiel zu Boden. Die Diagnose: vorderer Kreuzbandriss, ein halbes Jahr Pause.

Mein Frust ist unwahrscheinlich groß. Ihn mit Alkohol herunter zu spülen, kommt für mich nicht in Frage. Überhaupt sind meine „Rauscherfahrungen“ mit Bier, Sekt, Wodka und Co an einer Hand abzuzählen.

Kein Grund zu saufen

Auch wenn ich dafür hin und wieder ein müdes Lächeln ernte, kam mir nie der Gedanke, mich zu betrinken. Im Gegenteil: Mich hat es  eher abgeschreckt, andere zu sehen wie sie pöbeln, Blödsinn erzählen und gar nicht mehr Herr ihrer Sinne sind. Wenn es nicht gerade meine Freunde sind, versuche ich wegzuschauen, denn mir ist sowas unangenehm. Auf diese Erfahrungen kann ich gern verzichten.

Wenn ich doch mal Alkohol trinke, dann nur zu besonderen Anlässen. Das sogenannte Feierabendbier steht nicht auf meinem „Speiseplan“. Ich habe schon mit dem Gläschen Sekt zu Weihnachten, Silvester oder dem Geburtstag meiner Mutter zu kämpfen; es schmeckt einfach nicht so gut wie ein frisch gepresster O-Saft oder ein warmer Tee.

Mein Limit ist nach ein paar Schlucken erreicht. Wenn mir doch mal danach ist, über meine Grenzen zu gehen, dann nur im Sport. Auch wenn die Verletzungen meist länger verheilen als ein Kater, hatte ich doch die ganze Zeit die Kontrolle über das, was ich tat.

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