Franka

Stadt, Land, Fusel

von Franka am

Drei Monate lang habe ich mich für „Alkohol? Kenn dein Limit.“ mit meinem Alkoholkonsum und dem meiner Umgebung auseinandergesetzt. Drei Monate lang habe ich hier für euch berichtet. Es wird Zeit für ein Fazit!

Einer geht noch?

Egal ob im Studentenwohnheim, auf dem Land bei meinen Eltern oder in der Stadt bei Freunden: Alkohol finden wir an jeder Ecke. Was und wie viel wir trinken, bleibt aber unsere Wahl. Warum trinken wir überhaupt Alkohol? Trotz gesundheitlicher Folgen, ist Alkohol gesellschaftlich akzeptiert und für viele nur schwer wegzudenken. Wie oft ich zum Glas greife wurde mir erst durch das Bloggen bewusst, denn meist handelt es sich um gesellschaftliche Anlässe, bei denen mir das Glas einfach in die Hand gedrückt wird. Ein Wein beim Essen oder ein Sekt zum Anstoßen bleiben mir nicht als „Trinken“ im Kopf. Das passiert so nebenbei. Ganz unauffällig. Nein sage ich dabei selten. Es ist ja „nur“ ein Glas zum Essen, „nur“ ein Glas zum Anstoßen. Außerdem greift doch jeder zu.

Saturday Night

Wenn ich mit meinen Freunden feiern gehe, trinke ich ganz anders als auf der Familienfeier oder beim Abendessen. Ich trinke dann auch mal mehr. Ich habe aber feststellen müssen, dass nicht nur der Anlass einen gewissen Einfluss auf mein Trinkverhalten hat, sondern auch der Ort, an dem ich mich aufhalte.

Stadt gegen Land

Ich kann nicht sagen, dass ich auf dem Land oder in der Stadt mehr trinke. Aber ich trinke anders. In einer Stadt wie Leipzig setze ich mich mit einer Freundin in die Bar und wir bestellen uns einen Cocktail. Da sind gleich schon mal ein paar Euro weg, weshalb ich auch langsamer und genüsslicher trinke. Von den sieben Euro möchte ich möglichst lange etwas haben.

Auf dem Land kauft man sich eher mal einen Kasten Bier mit seinen Freunden. Und wenn man dann einen Vorrat hat, greift man schnell auch öfter mal zu. Der Alkoholpegel steigt dabei schnell. Wir sind in einer privaten Runde und so schlimm es sich anhört: Lieber betrunken unter Freunden als alleine betrunken in einer Großstadt auf dem Heimweg. Die Sicherheit der Privatsphäre gibt mir das Gefühl, dass es nicht so schlimm ist, wenn ich mich hier mal etwas daneben benehme. Mir ist schon bewusst, dass das eine Scheinsicherheit ist – ich bin auch unter Freunden selbst für mich und meinen Zustand verantwortlich.

In der Stadt ist es mir bewusst, dass ich gerade trinke. Schließlich gibt es nicht jeden Tag einen Cocktail. Auf dem Land passiert es viel beiläufiger. Wenn ich Freitagabend in einen Club gehe, ist mir mein Alkoholkonsum ganz bewusst und ich achte darauf, wie viel ich trinke. Wenn ich aber nur bei Freunden sitze und wir einen gemütlichen Abend machen, wird das Bier automischt aufgefüllt – es ist bequem und der Abend wird immer länger ohne, dass ich merke, wie viel ich schon intus habe. So mogelt sich ein Alkoholrausch in die Treffen mit Freunden ein, ohne dass ich nachher genau sagen kann, wie viele Biere es genau waren.

Überblick behalten

Das Bloggen hat mir gezeigt, wie beiläufig ich zum Glas greife und wie oft ich am Ende des Abends nicht mehr genau sagen kann, was oder wie viel ich getrunken habe. Auf Alkohol verzichten kommt für mich nicht in Frage. Ich stoße gerne auf einen Geburtstag an und zu einigen Gerichten schmeckt mir Wein einfach am besten. Ich will auch nicht jedes Bier ausschlagen müssen, dass mir angeboten wird. Aber ich werde in Zukunft bewusster mit Alkohol umgehen, damit ich immer sagen kann, das wievielte Bier es war.

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