Michel

Schon wieder besoffen!

von Michel am| 6 Kommentare

Mirko* kennt sein Limit nicht. Ein Abend verläuft daher bei uns im Freundeskreis häufig so:

“Er hat schon wieder genug!”
“Immer dasselbe mit ihm!”
“Komm Mirko, jetzt gönn dir mal ne Pause!”
“Ich besorg ihm mal ein Glas Wasser.”

Mirko trinkt regelmäßig einen „über den Durst“. Auf fast jeder Feierlichkeit ist er einer der ersten, der besoffen ist und einer der letzten, die ihren Pegel wieder abgebaut haben. Leider ist sein Besoffenheitszustand immer so ernst, dass er zu einem komplett anderen Typen wird. Angetrunken verhält er sich ganz anders als im nüchternen Zustand.

Entweder wird er aggressiv und handelt sich und anderen Ärger ein – und mit anderen sind auch seine Freunde gemeint – oder er verliert all seine Hemmungen und steht plötzlich oben ohne im Club. Wie kommt man auf die Idee irgendwelche Fremden ohne Grund im Vorbeigehen anzurempeln und Stress zu provozieren? Ich verstehe das nicht.

Am Ende geht’s nochmal gut!

Ich stehe diesen Ausfällen meist gelassen (vielleicht zu gelassen?) gegenüber, da wir das irgendwie schon von ihm kennen und die meisten Situationen nochmal unproblematisch enden. Ich bin überrascht, wie er sich immer wieder aus dem Schlamassel befreien kann. Dennoch musste ich mich auch schon für ihn bei anderen für sein Verhalten entschuldigen, ihn beruhigen und mitnehmen. „Er ist besoffen, er hat das nicht so gemeint. Sorry!“

Wie schon gesagt, zum Glück meist mit unproblematischem Ende.

Sollte ich nicht trotzdem mal die Initiative ergreifen und ihn darauf ansprechen? Dass so was zur Gewohnheit wird, schadet ja vor allem ihm selbst. Ich glaube, er nimmt das gar nicht so wahr.

Den richtigen Zeitpunkt zur Aussprache finden

Für mich als Freund ist das jedoch eine sehr schwierige Situation. Ich habe mal über ein Gespräch nachgedacht, aber dazu ist es nie gekommen. Mich hat doch irgendetwas daran gehindert. Gibt es einen richtigen Moment für so ein Gespräch? Wenn er besoffen ist, brauch ich damit nicht anzufangen. Und am nächsten Morgen ist das längst vergessen. Den richtigen Moment habe ich noch nicht gefunden.

Ich will auch nicht als derjenige da stehen, der die Situation falsch eingeschätzt hat und mit seiner Meinung übertreibt. Und – bin ich überhaupt „qualifiziert“ dazu, eine Einschätzung abzugeben? Ich meine, ich bin sogar der Jüngere.

Es ist echt ein Hin und Her. Er trinkt zu viel und irgendjemand wird versuchen, ihn aus dem nächsten Schlamassel zu befreien.

Wie würdet ihr damit umgehen? Habt ihr auch schon so Erfahrungen mit Freunden gemacht?

* NAME von Redaktion geändert

6 Kommentare zu: “Schon wieder besoffen!”

  1. Avatar

    jermaine

    Hey,
    Du musst auf jeden Fall mit deinem Kumpel reden.
    Ich hab auch so einen Kumpel gehabt. Hab ihn nach einer wilden Nacht angesprochen und er selbst hat es auch gemerkt und gesagt, dass er wie ausgewechselt ist, sobald er trinkt. Als guter Freund solltest du ihn darauf hinweisen dass, wenn er mal wieder mehr trinkt, es doch lieber lassen sollte.
    Ich mein, viele andere erkennen solche Fehler erst, wenn etwas wirklich Dramatisches passiert ist. Willst du auch auf diesen Moment warten?
    GRÜßE JERMAINE

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    Seffen

    Ich kenn mich jetzt nicht damit aus, da ich zum einen keinen Alkohol trinke (außer mal vielleicht ein Glas zum Anstoßen bei einer Feier) und meine Freunde sich alle im Griff haben. Ich kann mich auch nicht so in deine Situation reinversetzen und kann mir aber gut denken, das es mit dem Gespräch nicht so einfach wird.

    Vielleicht hilft es mal, wenn dein Freund sich selber sieht. Filme ihn doch einfach mal, wenn er wieder zu betrunken ist und zeige es ihm. Ein Gespräch solltst du wirklich mal mit ihm machen. Ich persönlich denke, wenn er nach einer Party wieder nüchtern ist. Zeig ihm auch, das du dir wirklich sorgen machst und dazu passend auch das Video.

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    justin

    Trink doch selbet einfach mal mit, als einziger allein nüchtern zu sein ist nicht das coolste. Ihr seid jung, genießt euer leben 😉

  4. Michel

    Michel

    > Vielen Dank für deinen Vorschlag! Ihn zu filmen klingt für mich zwar ganz schön drastisch, kann aber auch eine angemessene Methode sein, ihm sein Verhalten mal vor Augen zu führen. Dann kann er nicht sagen, es wäre nicht so gewesen. 

    Das Video darf ihm nicht den Anlass geben, sich damit zu brüsten, dass er besoffen war. Das sehe ich als gewisses Risiko. Mit den richtigen Worten und entsprechendem Ton kann ich versuchen das zu verhindern.

  5. Michel

    Michel

    > Hallo Jermaine,

    du hast Recht. Bisher ist es immer glimpflich ausgegangen. Irgendwann kann aber mal was ordentlich schief gehen. Vielleicht schon am nächsten Wochenende. 

    Ich habe noch diese Einstellung zu sagen, dass wenn alles gut geht, er selber wissen muss, was er tut und lässt. Immerhin sind wir beide erwachsen genug. 

    Dennoch werde ich den Mut aufbringen müssen, ihn damit zu konfrontieren.

    Meinen Respekt, dass du deinen Kumpel mit Erfolg darauf angesprochen hast.

  6. Michel

    Michel

    > Hey Justin, Ich kann dich „beruhigen“, ich trinke Alkohol. Das macht mich aber nicht cool. Kann sogar eher ins Gegenteil umschlagen. Echte Freund- und Partnerschaften sind meiner Meinung nach auch unabhängig davon, ob jemand Alkohol trinkt oder nicht. 

    In meinem Beitrag geht es um einen Freund von mir, der sein Limit nicht kennt. Mit genießen hat das sicher nichts zu tun, wenn man nur den halben Abend erlebt und sich am nächsten Tag an noch weniger erinnern kann. 

    Alkohol ist für mich nicht ausschlaggebend dafür, ob ich mein Leben genießen kann oder nicht. 

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