Franka

Krawall und Remmidemmi

von Franka am| 1 Kommentar

Letzten Sommer habe ich einige Tage auf einem Festival gearbeitet. Ich fand das Angebot verlockend: tolle Umgebung, Sonne, nette Leute, gute Musik und dafür auch noch bezahlt werden! Ich habe schnell zugesagt und mich mit viel Sonnencreme auf meine zehn Stunden Arbeit in der prallen Sonne vorbereitet.

Der Start verlief total entspannt: das Gelände noch ziemlich leer und die Stimmung eher ruhig. Die ersten Bands würden erst in einer Stunde anfangen. Schnell füllte sich der Platz, nachdem die ersten Töne der Musik über das Gelände schallten und die Sonne langsam unterging. Mit steigender Anzahl der Menschen, stieg auch der Alkoholpegel einiger Festivalbesucher.

Wenn es zu viel wird…

Auf Festivals wird Alkohol getrunken, das war mir natürlich auch vorher schon klar. Leider kippt ab einem gewissen Punkt die Stimmung, diese Erfahrung habe ich ziemlich schnell gemacht. Zu Beginn waren die Leute gut drauf, hatten Spaß, machten Witze. Ich unterhielt mich gerne mit ihnen. Irgendwann waren sie aber nicht mehr witzig, sondern nur noch peinlich. Sie lallten, hatten eine fiese Fahne und sagten Dinge, die sie im nüchternen Zustand niemals sagen würden. Und einige wenige wurden aufdringlich. Sie wollte nicht mehr weg gehen, haben uns bedrängt. Sie wurden zwar nicht handgreiflich gegenüber mir oder meinen Kolleginnen, aber ein unwohles Gefühlt hatte ich dennoch. Wenn dir ein betrunkener Kerl an deiner Wange klebt und ein Küsschen von dir auf seine Wange möchte, ist das alles andere als ein netter Flirt. Es ist schlichtweg lästig.

Zur Sicherheit haben wir uns Security-Personal und Absperrgitter besorgen müssen, um überhaupt noch vernünftig arbeiten zu können. Die Security, die uns ein besseres Gefühl geben sollte, hat einige pöbelnde Männer aber schon mit ihrer bloßen Anwesenheit provoziert. Einige mussten vom Gelände geschleppt werden. Natürlich waren das nur Ausnahmen. Die Leute hatten zu viel getrunken und Alkohol lässt Hemmschwellen sinken. Die Bereitschaft Risiken einzugehen steigt und das Urteilsvermögen nimmt ab. Sie haben die prüfende Blicke der Security als Angriff gesehen und sind ausgerastet.

Wie sollte ich darauf reagieren? Einmischen oder ignorieren? Ich habe versucht ruhig zu bleiben und meine Wut zu unterdrücken. Was bilden sich solche Leute eigentlich ein?! Die Welt dreht sich nicht nur um sie! Ich wollte arbeiten und die anderen eine nette Zeit bei guter Musik verbringen.

Stimmung versaut

Ich redete nach diesen Vorfällen nicht mehr so locker mit den Leuten. Eigentlich komisch! Dabei waren es ja nur ein paar wenige Chaoten, aber die haben mir ordentlich die Stimmung versaut und mich gegenüber allen anderen Besuchern vorsichtiger werden lassen. Traurig, dass ein paar Leute, die es übertreiben und sich daneben benehmen, den Ruf aller nach unten ziehen. Und wie gut, dass solche Vorfälle Ausnahmen sind. Wie Maja in ihrem letzten Blog schon sagte: Gehen wir nicht alle wegen der Musik, der Sonne und dem Spaß auf Festivals. Da sollte uns Alkohol nicht die Stimmung versauen.

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