Michel

Bier im Stadion – oder nicht?

von Michel am| 2 Kommentare

„Alkoholische Getränke sind Teil der FIFA-Weltmeisterschaft. Darüber verhandeln wir nicht“, argumentierte FIFA-Generalsekretär Jérôme Valcke im Jahr 2012 (Quelle: http://www.taz.de/!85951/). Der Fußball-Weltverband bestand darauf, dass bei der WM 2014 in Brasilien an allen Spielorten Alkohol ausgeschenkt werden darf. Und tatsächlich, auf Drängen der FIFA wurde ein seit 2003 geltendes Alkoholverbot in brasilianischen Stadien aufgehoben. Das Bier darf fließen.

Sicherheit steht vor Suff

Ich gehöre zu den Menschen, die beim Fußball-Schauen gerne ein Bier trinken. So auch bei uns im Bremer Fußballstadion. Dort habe ich noch keine Gewalteskalationen wegen Alkohol miterleben müssen. Trotzdem sollte die Sicherheit aller Fans und eine friedvollere Stimmung im Stadion unter allen Umständen ermöglicht werden. Wenn das Alkoholverbot in Brasilien nötig war und sich über 13 Jahre lang bewährt hat, sollte daran auch zur WM nicht gerüttelt werden. Es kann schließlich schon eine kleine Gruppe betrunkener Fußballfans ausreichen, um eine Menge Ärger zu verursachen. Kinder sind auch im Stadion. Eigentlich sollte doch jeder unbelästigt ins Stadion gehen können. Keine WM ohne Suff? Also ich könnte auf das Bier im Stadion verzichten.

Fußball, Gewalt und Alkohol

Als im Jahr 2003 in Brasilien das Alkoholverbot in Fußballstadien eingeführt wurde, war das eine Maßnahme zur Förderung der Gesundheit der Stadionbesucher wie auch der Vorbeugung von Konflikten durch Gewalt.

Denn Alkohol ist oft Ursache für Aggressionen sowie Straftaten. Vielleicht ist euch das Plakat der „Alkohol? Kenn Dein Limit.“-Kampagne aufgefallen auf dem steht: „Fakt: Rund ein Drittel aller angezeigten schweren und gefährlichen Körperverletzungen werden unter Alkoholeinfluss verübt.“

Alkohol kann den Menschen verändern. Er kann das Urteilsvermögen trüben, zu einer falschen Selbsteinschätzung führen und die Risikobereitschaft erhöhen.

Bei einer Großveranstaltung wie der WM kommt es in den Stadien oder auch beim Public-Viewing zu einer Ansammlung von vielen Menschen auf engstem Raum, Gedränge und Lärm. Nicht jeder kann damit gut umgehen. Kommt dann noch Alkohol hinzu, kann aus diesem Stress auch mal schnell Aggression werden.

Was denkt ihr, ist ein Verbot von Alkohol im Stadion der richtige Ansatz, um Gewalt zu vermeiden?

Schreibt´s in die Kommentare und erzählt mir von euren Erfahrungen von Aggressionen im Fußballstadion.

Ein paar wichtige Infos der BZgA zum Thema „Alkohol und Aggressionen“ will ich euch am Ende auch nicht vorenthalten:

Download „Alkohol und Aggressionen – die wichtigsten Infos und Tipps“

2 Kommentare zu: “Bier im Stadion – oder nicht?”

  1. Avatar

    Master

    Das seit 2003 bestehende Gesetz bezog sich ja auf die damaligen Stadionbesucher. Ich glaube die Schnittmenge der Ligaspiel-Besucher der 90er und Früher 00er und die der WM Zuschauer geht gegen Null. Seit der Modernisierung der Stadien in Brasilien können sich die meisten Fans keine Tickets mehr für die Ligaspiele (Kostenpunkt ab 20-25€) leisten, geschweige denn WM-Tickets.
    Wen treffen wir also bei der WM an? Wenn man bedenkt, dass zu einem Besuch der WM oft auch noch Flug und Hotelkosten mit berücksichtigt werden müssen, wo wir bei Kosten im 4-Stelligen Euro bereich sind, kann man sich ausmalen, was für Leute in den Stadien vorzufinden sein werden. Aus den meisten (vorallem ärmeren) Ländern kann also nur die Oberschicht in die Stadien. Aus Ländern wie Deutschland immerhin schon auch die (gehobene) Mittelschicht. Von jemanden der für 1-2 WM Spiele mal eben über 1000€ springen lässt kann man erwarten, dass dieser nicht unbedingt zu den Fans gehört die für eine aggressive Stimmung sorgen.
    Man sieht ja auch an den Reaktionen in den "Fan-Kameras", dass die meisten Leute dort keine echten Fußballfans sein können. Nach dem Motto: Meine Mannschaft liegt 3:0 zurück … das ist doof. Huch die Stadion-Kamera zielt auf mich: "WUHUUUU GEEEIL JAAAAAA" Jubel, Freude, Heiterkeit als hätte sein Team die WM gewonnen. Reines Event-Publikum und keine Leute, die bei einer Niederlage oder Enttäuschung aggressiv reagieren würden.

  2. Michel

    Michel

    Erst einmal möchte ich dir in einem Punkt zustimmen. Es stimmt, dass weniger wohlhabende Menschen durch zu hohe Eintrittspreise in den Stadien schnell vom hautnahen Fußballerlebnis ausgeschlossen werden.

    An einer Stelle verallgemeinerst du mir aber zu sehr. Die Gleichung „Event-Publikum + wohlhabend = keine Aggression“ geht für mich so nicht auf. Möglicherweise gibt es einen Zusammenhang zwischen Vermögen und Kriminalität. Darum geht es mir aber nicht. Wahrscheinlich reagiert ein reines Event-Publikum nicht so emotional auf eine Niederlage „ihres“ Teams, wie große Fußball-Anhänger. Aber bei meinem Beitrag geht es hauptsächlich um die Auswirkungen von Alkohol auf die Menschen bei einem solchen Event wie der WM 2014. Dem Alkohol ist es dabei völlig egal, ob der Konsument wohlhabend und fußballuninteressiert oder arm und fußballbegeistert ist. Alkohol steigert das Aggressionspotenzial bei fast allen Menschen!

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